Bremen

In Heidenheim beginnen für den SV Werder entscheidende Wochen

Hans-Jürgen Gundelach
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Von Hans-Jürgen Gundelach
| 11.03.2022 17:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit einem Jiri Pavlenka in Bestform (rechts mit Ilia Gruev) kann der SV Werder beim 1. FC Heidenheim den nächsten Schritt in Richtung erste Liga machen, glaubt Ex-Werder-Profi Hans-Jürgen Gundelach, Kolumnist dieser Zeitung. Foto: imago images/Nordphoto
Mit einem Jiri Pavlenka in Bestform (rechts mit Ilia Gruev) kann der SV Werder beim 1. FC Heidenheim den nächsten Schritt in Richtung erste Liga machen, glaubt Ex-Werder-Profi Hans-Jürgen Gundelach, Kolumnist dieser Zeitung. Foto: imago images/Nordphoto
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Der ehemalige Fußball-Profi Hans-Jürgen Gundelach analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die 2. Liga und die Spiele des SV Werder Bremen. Der Torhüter kam in 194 Erst- und Zweitligaspielen für Eintracht Frankfurt, den FC Homburg und den SV Werder zum Einsatz. In Bremen, wo er später Trainer im Nachwuchsleistungszentrum wurde, beendete er 1997 seine aktive Laufbahn. Er hat sich in Hude selbstständig gemacht und ist Coach in der Jugendabteilung des FC Hude.

Liebe Leser,

es macht wieder richtig Spaß, dem SV Werder zuzuschauen. Dass es spielerisch hier und da noch Defizite gibt, darf inzwischen positiv gesehen werden: Die Mannschaft hat sogar das Potenzial, sich weiter zu steigern. Ich bin mir sicher, dass es Trainer Ole Werner gelingen wird, dies auch noch aus seinen Spielern herauszukitzeln. Und dann werden die Bremer bis zum Saisonende ganz oben bleiben.

Die Werder-Mannschaft hat in den Monaten nach dem Trainerwechsel eindrucksvoll gezeigt, dass sie das Zeug hat, in die erste Liga aufzusteigen. Jetzt, in den kommenden vier Partien, kann sie die Weichen stellen. Ich denke, dass sie nicht unbedingt zwölf Punkte holen muss. Ich wage mal eine Prognose: Bringt der SV Werder aus den Begegnungen beim 1. FC Heidenheim an diesem Samstag, gegen Darmstadt 98 am 19. März, gegen den SV Sandhausen am 3. April und beim FC St. Pauli am 9. April mindestens neun Zähler mit, wird er den Aufstieg schaffen. Auch wenn anschließend weitere schwere Partien auf ihn warten.

Für Heidenheim und (fast) alle anderen Zweitligisten gilt auch vor dem 26. Spieltag, dass eine Begegnung mit dem Erstliga-Absteiger aus Bremen eine ganz besondere ist. Die Aussicht auf einen Sieg gegen einen ehemaligen Deutschen Meister und Europapokalsieger sorgt für eine Extraportion Motivation. Doch der SV Werder unter Ole Werner ist ganz anders in den Köpfen der Konkurrenten angekommen, als der SV Werder unter Markus Anfang. Anders als noch zu Saisonbeginn weiß jeder, dass die Bremer sehr schwer zu besiegen sind. Das gilt übrigens, das ist fast noch wichtiger, auch für die Werder-Profis. Selbst wenn sie in Rückstand geraten, bleiben sie bei ihrer Linie, weil sie wissen, dass sie auch über den Kampf Spiele drehen können. Wieder einmal zeigt sich, wie wichtig Selbstvertrauen im Fußball ist: Wenn du dank einer starken Serie Spitzenreiter geworden bist, fällt dir plötzlich alles ein großes Stück leichter. Und so sind die Bremer, wenn sie erst in Führung liegen, in ihrer derzeitigen Verfassung so gut wie nicht zu bezwingen. Das liegt aus meiner Sicht auch an der guten Form ihres Torwarts Jiri Pavlenka, der wieder das Niveau erreicht hat, das ihn jahrelang zu einem der besten Erstliga-Keeper gemacht hat.

Der 1. FC Heidenheim ist eine gestandene Zweitliga-Mannschaft, die eigentlich ganz genau weiß, wie sie in dieser Klasse Spiele gewinnen kann. In ihren zurückliegenden vier Partien hat sie allerdings nur vier Punkte geholt, sodass das Heimspiel gegen Werder für das Team von Trainer Frank Schmidt wohl die letzte Chance ist, weiter im Rennen um den Aufstieg mitzumischen. Dementsprechend engagiert wird sie auftreten. Ole Werner wird seine Spieler aber genau darauf vorbereiten. Ich bin optimistisch, dass Werder den nächsten Schritt in Richtung Wiederaufstieg macht.

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