Kolumne: Für die Ehre

Aus dem Alltag raus in den Einsatz

Manuel Goldenstein
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Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 12.03.2022 09:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
Manuel Goldenstein
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An sechs Tagen pro Woche veröffentlichen wir auf unserem Online-Auftritt eine Kolumne. Samstags geht es ums Ehrenamt.

Zack, ruckzuck aus dem Alltag in den Feuerwehreinsatz. Ein Anruf bei der Arbeit – Ich kann nicht kommen, ich befinde mich im Einsatz für die Feuerwehr. An einigen Arbeitsplätzen geht das nicht ohne Weiteres. Ich selbst bin Pfleger in einer Klinik und da kann man nicht „mal eben weg“ oder den Dienst wenige Minuten vorher absagen. Es muss personell passen, damit die Patienten weiter sicher versorgt sind.

Bei „Zeynep“, dem gewaltigen Sturm, war für mich Nachtdienst in der Klinik angesagt. Am Nachmittag das Telefonat mit dem Kreisbrandmeister und die Übertragung der Pressearbeit für die bevorstehende Nacht. Gut, dass es bereits am Nachmittag war, denn so konnten die Kollegen einen Ersatz für die Nacht finden. Die übernehmende Kollegin sagte mir, sie habe es gerne für meine ehrenamtliche Tätigkeit getan.

Zur Person

Manuel Goldenstein (41), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.

Aber was macht ein Pressesprecher bei der Feuerwehr eigentlich, dass er dafür freigestellt wird? Er entlastet die Einsatzleiter von Anfragen der Presse und informiert über die Feuerwehreinsätze. Er koordiniert die Presseinformation und sorgt dafür, dass die Pflicht der Bürgerinformation erfüllt wird. Mehr als 70 Telefonate und mehrere Zwischenstandsmeldungen gab es in der Sturmnacht. Große Einsatzstellen wurden angefahren und Lagebilder vor Ort verschafft, Funkverkehr verfolgt, Auskünfte über die zentralen Stellen zusammengefügt und bis zum Mittag wurden Nachfragen beantwortet – eine ehrenvolle Aufgabe mit Verantwortung für korrekte Berichterstattung.

Aber viel ehrenvoller sind die Freistellung und die Arbeit meiner Kameradinnen und Kameraden, die dafür sorgten, dass alles wieder sicher wurde. Gerne berichte ich über die Einsatzkräfte, die ihre Zeit für andere geben – jedoch ist es mir auch wichtig, dass die Kolleginnen und Kollegen hier mal Platz finden, die den „ganz normalen“ Alltag für uns weiterführen. Sie übernehmen Dienste, machen Überstunden und gleichen die Arbeit aus. Auch das ist Engagement. Danke!

Kontakt: kolumne@zgo.de

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