Fußball

Kommen sogar noch zwei Kunstrasenplätze für Emden?

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 10.03.2022 17:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Emden hat schon zwei Kunstrasenplätze. Hier ist der beim TuS Rot-Weiß zu sehen. Foto: Archiv/J. Doden
Emden hat schon zwei Kunstrasenplätze. Hier ist der beim TuS Rot-Weiß zu sehen. Foto: Archiv/J. Doden
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Die Stadt Emden hat bereits zwei Kunstrasenplätze. Jetzt wird über die Planung eines dritten im Ortsteil Larrelt beraten. Perspektivisch setzt der Oberbürgermeister sogar auf mehr.

Emden - Die Stadt Emden muss dringend sparen, die Haushaltskassen sind mehr als leer. Im Sportausschuss des Rates am Mittwoch stieß der Vorschlag der Verwaltung, für die Planung eines Kunstrasenplatzes im Stadtteil Larrelt zu zahlen, auf wenig Verständnis. Zum Hintergrund: Die Sportvereine Sportfreunde Larrelt, Frisch Auf Wybelsum und Turnerbund Twixlum wollen miteinander kooperieren. Der demografische Wandel mache es mittlerweile immer schwieriger, Ehrenamtliche für die Vereinsarbeit und Geländepflege zu finden, erklärte Martin Remmers, Vorsitzender des TB Twixlum.

Was und warum

Darum geht es: Auf dem Kunstrasenplatz sind Fußballspiele das ganze Jahr über möglich. Die Erbauung aber ist teuer.

Vor allem interessant für: Menschen, die in Emden Fußball spielen oder bei Spielen zuschauen wollen

Deshalb berichten wir: Im Sportausschuss am Mittwoch stand das Thema Kunstrasenplatz auf der Tagesordnung. Der Beschlussvorlage der Stadt wurde von Ausschussmitgliedern nicht zugestimmt.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Ein zunächst geäußerter Wunsch, die drei Vereine auf einem neu errichteten Sportgelände zusammenzulegen, war im Oktober vergangenen Jahres fallen gelassen worden. Es hatte sich kein geeignetes Grundstück gefunden und die Kosten waren zu hoch. Man hatte also Prioritäten gesetzt. „Unser gemeinsamer Nenner ist ein Kunstrasenplatz“, so Remmers. So ein Platz, auf dem das ganze Jahr über gespielt werden kann, soll beim SF Larrelt an der Wolfsburger Straße entstehen, so der Wunsch der Vereine. Um eine Vorstellung dafür zu bekommen, wie viel so ein Platz kosten und wie die Umsetzung aussehen würde, hat die Stadt vorgeschlagen, ein Planungsbüro zu beauftragen. 5000 Euro sollte dafür aus der Stadtkasse gezahlt werden. Ausschussmitglieder sprachen sich allerdings dagegen aus.

Kruithoff: „Ihr habt ja recht“

Stattdessen wurde vor Ort geklärt, dass die Planung vom Stadtsportbund Emden beauftragt werden soll, wofür es dann zum Teil eine Förderung vom Land gibt. „Möglich ist das, wir können das machen“, sagte Vorsitzender Peter Bartsch. „Wir kämpfen um Förderungen an allen Ecken, warum also hier nicht?“, kommentierte Bernd Renken (Grünen) die Tatsache, dass die Stadt zuvor den vollen Betrag tragen wollte. „Ihr habt ja recht“, räumte Tim Kruithoff ein.

Bei den Sportfreunden Larrelt könnte ein Kunstrasenplatz entstehen, von dem gleich drei Vereine profitieren wollen. Foto: Archiv/F. Doden
Bei den Sportfreunden Larrelt könnte ein Kunstrasenplatz entstehen, von dem gleich drei Vereine profitieren wollen. Foto: Archiv/F. Doden

Sollte die Planung dann stehen und der Finanzrahmen klar sein, werde man überlegen, ob der Kunstrasenplatz tatsächlich entstehen kann und soll. Derartige Plätze kosten laut Renken bis zu 700.000 Euro. Der Landessportbund würde „maximal 100.000 Euro“ dazugeben, so Renken. „Trägt Emden dann den Rest?“, wandte er ein. TuS Rot-Weiß (Conrebbersweg) und Eintracht Emden JFV (Herrentor) haben seit 2018 bereits Kunstrasenplätze, die jedes Wochenende voll belegt seien, so Bartsch. Der Bedarf nach mehr Plätzen sei klar, so Kruithoff. Tatsächlich sehe er perspektivisch auch, dass im Osten der Stadt, also Richtung Borssum und Petkum, ebenfalls einer entstehen sollte. „Da haben wir schon was im Hinterkopf“, meinte er. In ganz Ostfriesland eröffnet in diesem Jahr der 13. Kunstrasenplatz – und zwar in Remels.

Mikroplastik: Kunstrasenplätze in der Kritik

Christian Nützel (Grüne) brachte bei der Debatte ins Gespräch, dass Kunstrasenplätze bundesweit in der Kritik stehen. Zwei Drittel der primären Mikroplastik-Verschmutzung in Europa stamme von Kunstrasenplätzen, heißt es vom Nachrichtenportal Deutschlandfunk.

Die Kunstrasenmatten werden zum Teil mit ein bis drei Millimeter großen Kunststoff-Granulat-Kügelchen beschwert, die in der Natur und in den Meeren landen. Die EU-Kommission könnte in diesem Jahr ein Verbot der Nutzung von Kunststoff-Granulat aussprechen. „Ich halte das für höchst bedenklich“, so Nützel.

Reiner Mensen vom Stadtsportbund, der den Bau der zwei vorigen Kunstrasenplätze in Emden begleitet hat, sieht das gelassen. Er erklärte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass der Platz von Rot-Weiß mit Mischgranulat bedeckt sei, der von JFV mit Quarzsand. Seiner Meinung nach sei beides „umweltfreundlich“. Es gebe genug Alternativen zum Kunststoff.

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