Freizeit
Hundewiese rückt ein Stück näher
Seit mehr als vier Jahren warten Hundebesitzer in Wiesmoor schon sehnsüchtig auf eine Hundefreilauffläche. Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache
Wiesmoor - Es war ein kleiner Schritt für Politik und Verwaltung, aber ein großer Schritt für die Wiesmoorer Hunde und ihre Besitzer. Der Rat der Stadt Wiesmoor hatte sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, Geld für eine Hundefreilauffläche zur Verfügung zu stellen und den Kauf einer passenden Fläche zügig in Angriff zu nehmen. Den Anträgen der Tierschutzpartei und der Freien Bürger Wiesmoor (FBW) kam die Verwaltung dabei deutlich entgegen, zum Teil auch ein Stück zuvor.
Was und warum
Darum geht es: Wo Wiesmoor eine Hundefreilauffläche bekommt, ist zwar noch nicht klar, die Pflöcke dafür sind trotzdem schon eingeschlagen.
Vor allem interessant für: alle Hundebesitzer.
Deshalb berichten wir: Die Hundewiese ist ein Dauerbrenner auf der politischen Tagesordnung der Stadt. Den Autor erreichen Sie unter: j.schoenig@zgo.de
Ratsmitglied Diedrich Kleen (Tierschutzpartei) hatte ursprünglich den Antrag eingereicht, jährlich zehn Prozent der eingenommenen Hundesteuer mit einem Sperrvermerk zu versehen, bis genügend Geld für eine Hundewiese beisammen ist. „Das Haushaltsrecht sieht aber keine Sperrvermerke für Einnahmen wie etwa die Hundesteuer vor“, erklärte Stadtkämmerer Jens Brooksiek sein Problem mit dem Antrag auf Nachfrage dieser Zeitung. Sperrvermerke bekommen gewöhnlich eingeplante Ausgaben, für die man sich die spätere Freigabe der Mittel vorbehält. „Die Idee war, durch den Sperrvermerk ein Guthaben für die Freilauffläche aufzubauen“, erklärt Diedrich Kleen. „Dass das nicht geht, wusste ich als Ratsneuling tatsächlich noch nicht. Aber man lernt ja immer wieder dazu.“
Schützenhilfe von der Verwaltung
Um Kleens Antrag nicht gleich ganz abzulehnen, hatte sich die Verwaltung mit ihm zusammengesetzt, um eine Vorlage für einen rechtskonformen Beschluss zu verfassen. Hierin wird die Verwaltung beauftragt, sich zeitnah für den Ankauf einer entsprechenden Fläche einzusetzen. „Wir wussten ja schon, dass die Politik den Hundeplatz will, deshalb hatte die Verwaltung auch schon Mittel dafür in den Haushalt eingestellt“, erklärt Brooksiek. Enthalten seien die Mittel in den Planungen für die Neue Mitte. Für die will die Stadt noch diverse Flächen erwerben und hat dafür einen Posten von insgesamt 3,875 Millionen Euro eingeplant. „Für welche Flächen wir welches Budget einplanen, ist aber noch Teil von Verhandlungen“, betont der Kämmerer.
Für die Vierbeiner hat die Stadt derzeit ein Grundstück am Rande des Gewerbegebiets D11 an der Oldenburger Straße im Blick. „Für die weitere Umsetzung können dann im Haushaltsjahr 2023 entsprechende Mittel eingeplant werden“, so Brooksiek weiter. „Sollten bereits in diesem Jahr Schritte zur Umsetzung möglich sein, könnten aus dem bestehenden Topf zumindest teilweise noch weitere Mittel kommen.“ Das sieht Brooksiek aber eher nicht. „Wenn wir zum Erwerb der Fläche kommen, steht als Nächstes noch eine Bauleitplanung an, realistisch ist dann auch schon das Jahr um“, sagt er.
Verein will Konzept erarbeiten
Für Diedrich Kleen ist die Entscheidung des Rats trotzdem ein wichtiger Etappensieg. „Es war vor allem gut zu sehen, dass der Rat hinter der Hundefläche steht, nachdem es im vergangenen Jahr mit einer Fläche an der Ilexstraße nicht geklappt hatte.“ Hinter dem Gewerbegebiet an der Ilexstraße hatte Kleen in Gesprächen mit der Stadt eine Fläche mit Regenrückhaltebecken als passendes Areal ausgemacht. Die Idee zerschlug sich aber, weil dieses Gebiet inzwischen eine wichtige Naturschutzfunktion hat. „Jetzt sind die wichtigsten Schritte getan“, so Kleen weiter. „Das Geld ist da, und dass die Politik jetzt noch ihre Unterstützung zurückzieht, sehe ich auch nicht. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Fläche.“ Dass der Zeitrahmen bis zu den ersten herumtollenden Vierbeinern noch nicht absehbar ist, nimmt er jetzt gelassen hin. „Nachdem wir jetzt über vier Jahre dafür gekämpft haben, kommt es auf ein paar Monate jetzt auch nicht mehr an“, sagt Kleen.
Mit seinem Verein „Freie Pfoten Wiesmoor“ hat er inzwischen Kontakte zu einem Hundeverein in Lauenbrück (Landkreis Rotenburg/Wümme) geknüpft, der bereits eine Hundelauffläche betreibt. „Da holen wir uns Inspiration und Erfahrungswerte für die Gestaltung eines Platzes und für das Betriebskonzept, das wir in Absprache mit der Stadt ausarbeiten wollen“, so Kleen.
Der Antrag der FBW sah lediglich vor, Mittel für den Erwerb von Flächen bereitzustellen, und hatte sich, so FBW-Sprecher Edgar Weiss, mit dem Haushaltsentwurf „im Grunde erledigt“. Die Entscheidung von Politik und Verwaltung begrüßt er ebenfalls. Mit Lob hält er sich aber noch zurück. „Das spare ich mir für den Moment auf, wenn die Stadt entsprechende Gespräche geführt hat und endlich eine geeignete Fläche vorweisen kann“, so Weiss.