Tanken teuer wie nie
Welch ein Wahnsinn
Sprit ist so teuer wie nie. Nun fordert Selenskyj einen Verzicht auf Öl- und Gasimporte aus Russland. Das wäre richtig, damit Tanken nicht länger den Krieg fördert, realistisch ist es aber nicht.
Es ist bitter, aber wahr: Deutschland und Europa kaufen täglich für Hunderte von Millionen Euro Gas, Öl und Kohle in Russland und füllen so die Kassen der russischen Staatskonzerne. Wladimir Putin wird deshalb das Geld für seinen Krieg in der Ukraine nicht so schnell ausgehen. Die Diskussion über ein Embargo, also ein Importverbot für Energie aus Russland, ist deshalb vor allem eines: frustrierend. Denn dem Wunsch, mit friedlichen Mitteln zum Ende des fürchterlichen Blutvergießens beizutragen, steht die Erkenntnis der Ohnmacht gegenüber. Zu groß wären die Folgen für die nach Öl und Gas geradezu süchtigen Volkswirtschaften im Westen. Die ohnehin schon extrem hohen Energiepreise würden bei einem Embargo noch weiter in die Höhe schießen.Hinzu kommt: Kurzfristig änderte ein Embargo gegen Russlands Energiekonzerne nichts an der Kriegslage in der Ukraine. Noch ist Putins Kriegskasse gut gefüllt. Bitter rächt sich jetzt, dass die Energiewende in Deutschland und Europa jahrelang verschleppt worden ist. Die Konsequenz kann nur lauten, nun endlich so schnell wie möglich unabhängiger zu werden von fossilen Energien. Sie sind nicht nur schmutzig und schaden dem Klima – sie sind auch das Lebenselixier eiskalter Despoten – übrigens nicht nur in Russland, sondern auch im Nahen und Mittleren Osten. Tanken fördert Krieg – das kann es nicht sein.
Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de