Wirtschaft
Gewerbegebiete: Stadt sucht neue Flächen für Unternehmen
In den Leeraner Gewerbegebieten sind kaum noch Plätze frei. Deshalb will die Stadt aktiv werden und lotet dabei Fördermöglichkeiten aus. Das Ziel: mehr Unternehmen und Arbeitsplätze in der Stadt.
Leer - Für Unternehmer wird es immer schwerer, einen Standort für eine Ansiedlung zu finden. Die Gewerbegebiete in Leer sind voll. Auf dem noch letzten freien Grundstück in der Konrad-Zuse-Straße lässt derzeit das Küchenteam einen zweistöckigen Neubau errichten. Auch Stephan Bikker von W. & L. Jordan sprach von einem „Glücksgriff“, nachdem er eine Halle in dem Gebiet gefunden hatte. Doch wie sieht es in den anderen Gebieten der Stadt aus?
Was und warum
Darum geht es: Gewerbeflächen sind knapp. Die Stadt Leer sucht trotzdem weiter
Vor allem interessant für: Unternehmer mit Interesse an Leer und Leeraner, die in ihrer Stadt arbeiten wollen
Deshalb berichten wir: An der Konrad-Zuse-Straße wird derzeit die letzte freie Fläche bebaut. Den Autor erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
„Derzeit gibt es nur noch freie Grundstücke im Gewerbe- und Industriegebiet Leer-Nord“, sagt Stadtsprecherin Sabine Dannen. Dieses liegt im Ortsteil Nüttermoor. Landkreis und die Stadt sind an diesem Gebiet zu je 50 Prozent beteiligt. „Hier stehen noch etwa 18 Hektar Fläche zur Verfügung“, sagt die Stadtsprecherin.
Platz an der Benzstraße
Darüber hinaus wäre nach Platz an der Benzstraße. In diesem rein städtischen Gewerbegebiet seien noch neun Hektar unerschlossen. Hier gibt es jedoch ein großes Problem: Der Boden ist nicht tragfähig, und ein großflächiger Austausch wäre erforderlich. „Das würde die Grundstückspreise unverhältnismäßig hoch werden lassen, also für die ansiedlungswilligen Unternehmen unwirtschaftlich“, bedauert Sabine Dannen.
Hier möchte die Stadt allerdings helfen und ansiedlungswillige Firmen unterstützen. „Die Stadt Leer lässt derzeit prüfen, ob eine Erschließung unter Inanspruchnahme von Fördermitteln möglich ist“, so Sabine Dannen. Die Ergebnisse aus der Prüfung würden im Anschluss den städtischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt. Es zeige sich: Neue Gewerbegebiete kosteten erst einmal eine Menge Geld. Betriebe, die sich angesiedelt hätten, könnten die Investition jedoch durch ihre Steuerzahlungen schnell sinnvoll werden lassen. Dennoch kämpften Planungsgesellschaften mit steigenden Kosten.
GPL hat keine Planungen
Die Grundstücks- und Projektmanagementgesellschaft (GPL) hat beispielsweise das Gewerbegebiet an der Konrad-Zuse-Straße aufbereitet. Weitere Aktivitäten seien derzeit allerdings nicht geplant. „Die Erschließung eines Gewerbegebiets ist sehr teuer geworden. Wir haben schon lange keins mehr erschlossen“, sagt Rolf Brauner, Geschäftsführer der GPL. Für die Stadt sei die Konrad-Zuse-Straße ein Erfolg.
Es habe sich in dieser Straße ein vielfältiger Branchenmix angesiedelt, der sich auch optisch von bisherigen Gewerbegebieten unterscheide, so Stadtsprecherin Dannen. Tatsächlich: Schon bei der Einfahrt in die Straße erwartet einen das Miniaturland mit seinen Gebäuden, die eher an Wohnhäuser erinnern. „Das ist inzwischen weit über die Region hinaus bekannt und hat sich als ein beliebtes Ausflugsziel etabliert“, so Dannen. Das unterstreichen auch einige Unternehmer. Hier besteht die Hoffnung, dass Besucher, die für das Miniaturland kommen, auch die anderen Betriebe wahrnehmen und bei möglichen Bauplänen in Betracht ziehen.
Gewerbesteuern für die Stadt
Dass sich das Gebiet von anderen Gewerbeflächen unterscheidet, zeigt sich auch an der Steuerkanzlei, der ebenfalls auf das Erscheinungsbild „Einfamilienhaus“ gesetzt hat. Gigantische Hallen und riesige Parkplätze hingegen sucht man vergebens. „Die dortigen Firmen stellen mit ihrem Angebot und den entstandenen Arbeitsplätzen eine Bereicherung für die Wirtschaft der Stadt Leer dar“, freut sich Stadtsprecherin Dannen. Sie betont, dass diese Firmen für die klamme Stadt auch durch ihre Gewerbesteuern eine Bereicherung seien.
Auch deshalb betont die Stadtsprecherin: „Leer möchte aufgrund der hohen Nachfrage weitere Gewerbeflächen schaffen und befindet sich stetig auf der Suche nach geeigneten Flächen für die Ausweisung neuer Gebiete.“ Neuansiedlungen hätten zur Erhaltung und zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes einen hohen Stellenwert. „Zusätzlich hofft man innerstädtisch auf Neuansiedlungen, zum Beispiel von jungen Start-Up-Unternehmen aus dem IT-Bereich. Dadurch können neue Arbeitsplätze geschaffen und Fachkräfte gehalten werden“, so Dannen.