Strafen für Journalisten

Warum Putin solch eine Angst hat

Rena Lehmann
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Ein Kommentar von Rena Lehmann
| 06.03.2022 15:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Angst vor Journalisten und sozialen Medien? Russlands Präsident Putin erlässt Gesetz, das die Pressefreiheit weiter einschränkt. Foto: Pool Sputnik Kremlin/AP
Angst vor Journalisten und sozialen Medien? Russlands Präsident Putin erlässt Gesetz, das die Pressefreiheit weiter einschränkt. Foto: Pool Sputnik Kremlin/AP
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Russlands Präsident Putin bestraft Journalisten, die von Krieg in der Ukraine sprechen. Seine Angst vor dem Verlust seiner Deutungshoheit muss groß sein.

Die Furcht des russischen Präsidenten vor seinem eigenen Volk muss groß sein. Nachdem die letzten unabhängigen Medien Russlands gestoppt wurden, macht Putin jetzt Twitter und Facebook für seine Landsleute dicht. Das macht es seinen Gegnern schwerer, Protest zu organisieren. Wer die Presse- und Informationsfreiheit ausschaltet, hat Angst davor, die Deutungshoheit zu verlieren. Es zeigt die eigene Schwäche, wenn man sie durch Verbote sichern muss. Und es ist ein wesentliches Merkmal einer Diktatur, zuerst Journalisten den Mund zu verbieten, wenn sie in Bedrängnis gerät. Wer noch zweifelte: Putin hat sich nun vollends als lupenreiner Diktator offenbart.

Wer als Journalist in Russland jetzt von Krieg in der Ukraine spricht und sich nicht an die russische Sprachregelung von der „militärischen Spezialaktion“ hält, muss mit hohen Geld- oder sogar Haftstrafen rechnen. ARD und ZDF setzen deshalb ihre Berichterstattung aus Moskau vorerst aus. Es ist so verständlich wie bedauerlich, dass die Einschätzungen der deutschen Reporter über die Stimmung in Russland abseits von Putins eigenen Erklärungen fortan fehlen werden. Es ist erstaunlich, wie schlecht die russische Führung für diesen Krieg gerüstet ist. Während der ukrainische Präsident Selenskyi die Klaviatur der sozialen Medien virtuos bespielt und sich damit weltweit Solidarität für sein Land erkämpft, schaltet Putin Facebook und Twitter ab. Was für eine hilflose Reaktion.

@ Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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