Camping

Wird in Timmel der Trend verpennt?

Jens Schönig
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Von Jens Schönig
| 02.03.2022 17:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Campingplatz in Timmel aus luftigen Höhen. Platz für weitere Wohnmobil-Stellplätze wäre noch da, die Umsetzung stockt aber momentan. Foto: Großefehn Touristik GmbH
Der Campingplatz in Timmel aus luftigen Höhen. Platz für weitere Wohnmobil-Stellplätze wäre noch da, die Umsetzung stockt aber momentan. Foto: Großefehn Touristik GmbH
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Bereits im vergangenen Jahr war angedacht, den Campingplatz am Timmeler Meer um zusätzliche Stellplätze für Wohnmobile zu erweitern. Passiert ist seither aber wenig. Woran hakt es?

Großefehn - Mit den ersten stabileren Sonnenstrahlen des Jahres kommen traditionell die ersten Urlauber nach Ostfriesland, auch in die touristisch erschlossenen Gebiete der Gemeinde Großefehn, etwa den Campingplatz am Timmeler Meer.

Was und warum

Darum geht es: Die angedachte Erweiterung des Timmeler Campingplatzes um neue Wohnmobilplätze stockt. Dabei wäre der Bedarf da.

Vor allem interessant für: Camper, Kurzurlauber, aber auch andere Besucher des Timmeler Meers

Deshalb berichten wir: Nachdem es im vergangenen Jahr mit neuen Plätzen noch nicht geklappt hatte, wollten wir den aktuellen Stand der Dinge wissen.

Den Autor erreichen Sie unter: j.schoenig@zgo.de

Der sollte eigentlich neue Stellplätze für Wohnmobile bekommen, davon war schon im vergangenen Jahr die Rede. Bislang hat sich aber noch nichts in dieser Hinsicht getan. Was ist da los?

Zur Hauptsaison wird es rappelvoll

„Wir könnten zusätzliche Plätze auf jeden Fall gut gebrauchen“, sagt Kerstin Fleßner von der Großefehn Tourismus GmbH. „Im vergangenen Jahr waren wir sehr, sehr ausgelastet. Viele Gäste, die bei uns anriefen, warfen ihre eigene Terminplanung über den Haufen und fragten, ob es denn irgendwo noch eine Lücke gäbe, in der sie kommen könnten.“ In Timmel profitierte man dabei, wie auch andernorts, vom Trend zum Urlaub im eigenen Land. Wegen zahlreicher Reisebeschränkungen ins Ausland haben viele Urlauber kurzerhand Ziele in der näheren Umgebung oder zumindest verstärkt innerhalb angesteuert. „Und man merkte, dass die Leute nach den Winterbeschränkungen endlich wieder raus wollten“, sagt Fleßner. Von seinen insgesamt 175 Stellplätzen auf dem Timmeler Campingplatz sind 24 feste Wohnmobilplätze. Weitere Plätze könnten in einem Grünstreifen zwischen dem Campingplatz und den Ferienhäusern an der Straße Achtert Diek entstehen. Wie viele das werden könnten, ist aber noch unklar.

Fleßners Beobachtungen bestätigt Alexandra Kruse vom ADAC-Regionalclub Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. „Die Campingzahlen kennen wie die Benzinpreise nur eine Richtung: immer nach oben“, sagt sie. „Selbst beim Spaziergang in der eigenen Wohnsiedlung sieht man immer öfter Wohnmobile irgendwo stehen. Da hat dann wieder jemand ein Gefährt gekauft und muss es im Winter halt abstellen. Und zu den steigenden Verkaufszahlen kommt noch ein stark aufgeheizter Markt für Mietfahrzeuge.“ Gerade für die großen Ferien habe sich deshalb der Trend zu Frühbuchungen verstärkt. „Wer im Sommer einen bestimmten Platz haben will, sollte sich Anfang des Jahres darum kümmern“, sagt Kruse. Der Trend wird nach Ansicht des ADAC weiter anhalten. Denn längst sitzen in den rollenden Unterkünften nicht nur Rentner wie im klassischen Wohnmobilisten-Klischee. „Auch junge Paare und Familien haben Camping wieder für sich entdeckt“, sagt Nils Linge vom ADAC-Regionalclub Weser-Ems. „Die sind meist mit kleineren, oft selbst ausgebauten Fahrzeugen unterwegs. Und die eingefleischten Camper stöhnen inzwischen, weil es immer mehr werden. Denn die alte Camper-Romantik – ich fahre einfach los und bleibe, wo es mir gefällt – gibt es so nicht mehr, weil viele Plätze schnell ausgebucht sind.“ Deshalb, so Linge weiter, bauten auch viele Campingplätze in Deutschland ihr Angebot weiter aus.

Wo hakt es?

Verpennt Großefehn den Trend? Bürgermeister Erwin Adams (parteilos), zugleich Geschäftsführer von Großefehn Tourismus, macht sich da wenig Sorgen, auch wenn er noch keinen Zeitplan für eine Erweiterung des Platzes nennen kann. „Wir sind dran“, versichert Adams. Der Haken ist, dass für das Gelände zwischen Campingplatz und Achtert Diek der Bebauungsplan geändert werden muss. „So etwas dauert in der Regel etwa ein Jahr und dies ist eine von vielen Bebauungsplanänderungen, die wir gerade nach und nach abarbeiten“, sagt Adams. „Wir mussten einfach priorisieren und das Ärztehaus, die Feuerwehren und einige andere Projekte gehen jetzt einfach vor.“

Die Camper müssen sich also noch ein bisschen gedulden und am Timmeler Meer zumindest noch in diesem Jahr mit Platzproblemen rechnen. „Aber es ist ja auch nicht so, dass wir die Camper massenhaft wegschicken müssen“, sagt Adams zuversichtlich. „Wir loten auf dem Gelände ja hier und da immer aus, wo sich noch ein Fahrzeug hinstellen kann. Und wir konnten da auch viele Wünsche noch erfüllen. Und der Plan, den Platz zu vergrößern, bleibt bestehen. Wir brauchen nur mehr Zeit.“

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