Osnabrück

Paralympics mit russischen Athleten: Eine kurzsichtige Entscheidung

Malte Schlaack
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Von Malte Schlaack
| 02.03.2022 16:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Paralympics: Das Event wird mit Beteiligung russischer sowie belarussischer Athletinnen und Athleten stattfinden. Foto: imago/SNA
Paralympics: Das Event wird mit Beteiligung russischer sowie belarussischer Athletinnen und Athleten stattfinden. Foto: imago/SNA
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Das Internationale Paralympischen Komitee (IPC) hat entschieden, dass russische und belarussische Sportler als neutrale Athleten an den Paralympischen Spielen in Peking teilnehmen dürfen. Das ist ein falsches Signal.

Natürlich hätte es Wladimir Putin nicht zum einlenken gebracht, wenn russische Sportlerinnen und Sportler von den Paralympics ausgeschlossen worden wären. Und natürlich ist es nicht fair, dass eine solche Sache auf dem Rücken von Athleten ausgetragen wird, die sich jahrelang auf den Höhepunkt ihrer Karriere vorbereiten. Das Signal des IPC ist aber das völlig falsche – auch wenn es anders gemeint sein sollte.

Wie es anders gehen kann, hatte das Internationales Paralympisches Komitee im Jahr 2016 gezeigt. Im Vorfeld der Paralympics in Rio de Janeiro wurde die komplette russische Mannschaft von den Wettkämpfen ausgeschlossen. Das aber im übrigen natürlich nicht wegen eines militärischen Angriffs des Staates auf ein Nachbarland, sondern wegen des zuvor aufgedeckten flächendeckenden und organisierten Dopings in Russland. Das IPC bekam damals viel Zuspruch für eine Entscheidung, zu der sich das IOC zuvor bei den Olympischen Spielen wieder einmal nicht durchringen konnte.

Auch wenn die Mannschaften aus Russland und Belarus nun ab Freitag neutral und unter paralympischer Flagge – also nichtmal als Team des jeweiligen Nationalen Paralaympischen Komitees – starten dürfen, ist das Zeichen nicht gut.

Entsprechend klar fallen die Reaktionen jetzt aus. Dabei geht es zum Beispiel Friedhelm Julius Beucher als Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbandes sicher nicht darum, die Sportler aus den beiden Ländern abzustrafen. In der Ukraine tobe eine russische Invasion und das IPC berufe sich auf Regeln und Paragraphen, sagte Beucher und dafür habe der DBS keinerlei Verständnis. Zum wiederholten Male hat Russland den Olympischen und Paralympischen Frieden gebrochen. Mit solchen Entscheidungen ist dieser laut einhelliger Meinung das Papier nicht wert, wenn man solche Vereinbarungen bricht und das ohne Sanktionen bleibt. So ist es dann eine kurzsichtige Entscheidung des IPC.

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