Ansiedlung

Gewerbegebiete in Leer: Kaum noch Plätze frei

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 01.03.2022 17:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Stephan Bikker von der Firma Jordan spricht über die Gründe für eine Ansiedlung in Leer. Foto: Kierstein
Stephan Bikker von der Firma Jordan spricht über die Gründe für eine Ansiedlung in Leer. Foto: Kierstein
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Flächen, auf denen sich Unternehmen in Leer ansiedeln könnten, sind knapp. Zwei haben jetzt begehrte Plätze gefunden. Beide im gleichen Gebiet.

Leer - Das Gewerbegebiet an der Konrad-Zuse-Straße in Leer bekommt Zuwachs. Die W. & L. Jordan GmbH wird sich zum 1. April dieses Jahres dort ansiedeln. Zudem wird ein weiterer Neubau für das Unternehmen Küchenteamentstehen. Damit ist das Gebiet voll. Erschlossen wurde das Gelände durch die Grundstücks- und Projektmanagementgesellschaft (GPL). „Die Flächen sind alle verkauft“, sagt Rolf Brauner, Geschäftsführer der GPL. Man habe auch keine weiteren Erschließungen in Planung.

Was und warum

Darum geht es: An der Konrad-Zuse-Straße siedeln sich neue Unternehmen an

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Deshalb berichten wir: Durch die Neuansiedlungen werfen wir einen genaueren Blick auf das Gebiet

Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de

„Die Erschließung eines Gewerbegebiets ist sehr teuer geworden. Wir haben schon lange keins mehr erschlossen“, sagt Brauner. Die Stadt selber kann eigener Aussage nach, nur noch Flächen in der Benzstraße für Gewerbeansiedlungen zur Verfügung stellen.

Ansiedlungen in Leer

Das Unternehmen Jordan will in Leer einen Standort schaffen, bei dem sich Malerbetriebe, Raumausstatter, Bodenleger und Architekten mit Materialien eindecken können. „Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Handwerker. Wir haben bereits Kunden rund um Leer. Bisher war der nächstgelegene Standort allerdings in Bremen, da war es schwer die Kunden, die hier arbeiten, zu beliefern“, erklärt Niederlassungsleiter Stephan Bikker. Die 1000 Quadratmeter große Halle erfülle alle Ansprüche. „Ich kenne aber auch keine andere leerstehende Halle in dieser Größe in Leer“, sagt der Niederlassungsleiter.

Das Unternehmen Küchenteam lässt derzeit seinen neuen Standort im Industriegebiet bauen. Foto: Kierstein
Das Unternehmen Küchenteam lässt derzeit seinen neuen Standort im Industriegebiet bauen. Foto: Kierstein

Während Jordan auf eine bestehende Halle setzt, lässt das Küchenteam gleich neu bauen. Auf 900 Quadratmetern und zwei Etagen will das Unternehmen künftig sein Angebot an Küchen, Badmöbel und Wohnmöbeln präsentieren. „Geplant ist, dass wir im Juni oder Juli einziehen. Das kann sich aber noch verzögern“, sagt Sascha Jacobs vom Küchenteam. Für ihn ist die große Zahl der unterschiedlichen Gewerke in dem Gebiet ein großer Pluspunkt. „Daraus ergeben sich schöne Synergieeffekte“, sagt er. Für jeden Wunsch gäbe es dann jemanden im Gebiet. „Wir können es kaum erwarten und planen auch eine Eröffnungsfeier“, sagt Jacobs beim Blick auf den anstehenden Einzug.

Vorzüge des Gebiets

Für Bikker bietet das Industriegebiet hervorragende Bedingungen. „Wir sind hier perfekt angebunden. Die Autobahn ist in der Nähe. Ich bin schnell im Emsland, in der Umgebung oder in Oldenburg“, sagt er. Auch für die Anlieferung von Materialien durch Lastwagen biete das Gebiet gute Voraussetzungen.

Es ist für viele Unternehmen passende Hallen zu finden. Auch in der Konrad-Zuse-Straße ist jetzt die letzte belegt. Foto: Kierstein
Es ist für viele Unternehmen passende Hallen zu finden. Auch in der Konrad-Zuse-Straße ist jetzt die letzte belegt. Foto: Kierstein

Das sehen auch die Firmen, die sich schon in dem Gebiet aufhalten. „Unser vorheriger Standort war für uns einfach zu klein. Wir haben dann in Leer etwas gesucht und in diesem Gebiet eine Fläche gefunden“, sagt Renko Schoon aus der Geschäftsleitung vom Groen & Janssen Holz Zentrum, das sich auf den Holz und Bauelemente-Markt spezialisiert hat. Auch für ihn sei die nahe Autobahn ausschlaggebend gewesen. „Gleichzeitig sind wir nah an der Stadt dran“, sagt er. Diese Vorteile betont auch Frank Ammersken, Geschäftsführer von Ammersken Fenster. „Wir sind hier verhältnismäßig zentral“, sagt er. Er betont aber auch: „Man muss einen guten Namen haben. Dann ist es relativ egal, wo man sitzt.“ Für die Unternehmen gibt es aber noch einen weiteren positiven Aspekt.

Alles an einem Ort

An der Konrad-Zuse-Straße haben sich einige handwerkliche Fachbetriebe angesiedelt. „Wenn man ein Haus bauen möchte, muss man nur hier her kommen. Hier ist alles vertreten“, sagt auch Stephan Bikker von Jordan. Hinzu komme das Miniaturland am Eingang des Industriegebiets, dass viele Besucher anlocke. „Es ist aber generell schwierig für Betriebe, überhaupt noch passende Gewerbeflächen zu finden“, sagt Renko Schoon von Groen & Janssen.

Als sie gesucht hätten, habe es nur noch in der Benzstraße und am jetzigen Standort überhaupt Möglichkeiten gegeben. Ein Zustand, an dem sich wenig geändert hat. An der Benzstraße sind immer noch Plätze frei, aber andere Möglichkeiten gibt es in Leer nicht.

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