Interview mit Kita-Leiterin

Kinder freuen sich auf Umzug – und auf die Kita-Hunde

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 02.03.2022 10:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Dagmar Wacker packt schon fleißig Kisten für den Umzug. Von Groß Midlum nach Westerhusen umziehen werden sowohl bunte Geschenke mit Plüschtieren der Kita-Eltern als auch die selbstgebastelten „Haustiere“ der Kinder. Foto: Hock
Dagmar Wacker packt schon fleißig Kisten für den Umzug. Von Groß Midlum nach Westerhusen umziehen werden sowohl bunte Geschenke mit Plüschtieren der Kita-Eltern als auch die selbstgebastelten „Haustiere“ der Kinder. Foto: Hock
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Die Tage der Kita „Ulen Nüst“ sind gezählt, die Tage der neuen Kita „Rundum“ kommen noch. Unsere Zeitung sucht „Spitzbubengeschichten“ und Erinnerungen rund um die Kita Groß Midlum.

Groß Midlum/Westerhusen - Im Mai soll es soweit sein: Dann werden die Kitakinder aus Groß Midlum in ihre nagelneue Kita in Westerhusen ziehen. Eine spannende Zeit für alle Beteiligten, denn: Der Unterschied zwischen den Kita-Räumen in Groß Midlum, die lediglich nicht-barrierefrei über eine Treppe erreicht werden können, und dem Neubau in Westerhusen sind riesig.

Mittendrin im Umzugstrubel: Dagmar Wacker. Die 49-Jährige ist seit April vergangenen Jahres bei der Gemeinde Hinte angestellt – auch seitdem schon als Leiterin der neuen Kita „Rundum“ in Westerhusen. Bis zur Fertigstellung des Neubaus leitet sie aber auch noch die Kita „Ulen Nüst“ in Groß Midlum.

Leiterin im Interview

Je näher die Fertigstellung der Kita „Rundum“ rückt, desto näher rückt auch das Ende des „Ulen Nüst“. Die Kita wird aufgelöst, sobald der Umzug nach Westerhusen vollendet wird. Für Dagmar Wacker, die seit 1999 in Ostfriesland lebt und viele Jahre in Emden arbeitete, geht nun langsam die Umzugszeit los. Seit Monaten schon muss sie ihre Aufmerksamkeit sowohl auf das „Ulen Nüst“ als auch auf Westerhusen richten. Unsere Zeitung hat mit Dagmar Wacker über den Kita-Umzug gesprochen.

OZ: Frau Wacker, wie bereiten Sie die Kinder darauf vor, dass sie ab Mai an einem ganz anderen Ort zur Kita gehen?

Dagmar Wacker: Über die neue Kita haben wir uns mit den Kindern bei jeder Gelegenheit unterhalten und Bilder von den Wünschen gemalt. Außerdem konnten die Kinder von Beobachtungen auf der Baustelle der Kita morgens im Kindergarten berichten, wenn zum Beispiel ein besonderer Traktor dort war oder es so schön rot von den Bautrocknern in der Kita leuchtete. Ich habe Fotos vom Bau gezeigt und so weiter. Daraus ergaben sich zahlreiche Gespräche, was in der neuen Kita unbedingt vorhanden sein sollte. Die Kinder möchten klettern, es soll Blumen geben und viele Farben müssen da sein. Im neuen Kindergartenjahr haben wir ein Projekt zum Thema Haustiere begonnen, weil wir in der neuen Einrichtung zwei Kita-Hunde haben werden.

OZ: Und wie bereiten sich die Mitarbeiter vor?

Wacker: Gemeinsam besichtigten wir die Baustelle und überlegten, wie die Nutzung der Räume sinnvoll gestaltet werden soll. Ein von mir geschriebenes erstes pädagogisches Konzept zur inhaltlichen Nutzung der Räume gab dafür den Rahmen, denn es stand für mich von Beginn an fest, dass in diesem Haus ein teil-offenes Konzept mit Lernwerkstätten für die Kinder und der Schwerpunkt Wertschätzung gelebt werden soll. Die neuen Kolleginnen, welche ab April eingestellt sind, konnten wir bei einer gemeinsamen Besichtigung der neuen Kita schon etwas kennenlernen.

OZ: Dürfen die Kinder bei den Umzugsvorbereitungen auch mit anpacken?

Wacker: Einige neue Spielsachen haben wir bereits erhalten. Diese wurden größtenteils von den Kindern getestet und bereits wieder in Kartons verpackt. Sicher werden alle in den letzten Tagen im „Ulen Nüst“ noch einmal mit anpacken, um unsere jetzt noch benötigten Sachen in Kartons zu verstauen. Auf jeden Fall dürfen die Kinder ihre eigenen Dinge am letzten Tag packen und in der neuen Kita wieder auspacken.

OZ: Wie viel vom Kindergarten „Ulen Nüst“ wird sich in der Kita Rundum wiederfinden?

Wacker: Alle Sachen der Kinder, unsere persönlichen Dinge und die seit August gekauften Gegenstände werden natürlich mitgenommen. Die Materialien für die neue Kita werden neu gekauft, da dort durch die veränderten Räumlichkeiten ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

OZ: Was war Ihnen und den Kindern besonders wichtig, das auch am neuen Standort wieder zu sehen seien wird?

Wacker: Zusammen mit den Kindern haben wir überlegt, dass wir gerne ein paar Bilder mitnehmen möchten. Diese hatten die jetzigen Schulkinder mit ihren Eltern für die Gruppe zum Abschied gestaltet, um in Erinnerung zu bleiben. Diese möchten wir gerne in der neuen Kita als „Ahnengalerie“ aufhängen.

OZ: Das „Ulen Nüst“ wird ja geschlossen: Ist das emotional für die Groß Midlumer? Bekommen Sie da etwas mit?

Wacker: Ja, tatsächlich höre ich in letzter Zeit häufiger: „Ich war auch einmal in dem Kindergarten.“ Die Erinnerungen handeln von Spitzbubengeschichten bis hin zu „ich habe mich dort immer sehr wohl gefühlt“ und „es war dort so heimelig“.

OZ: Wie ist das gerade für Sie, Sie müssen ja zwei Kitas im Auge behalten?

Wacker: Es ist eine aufregende und wunderschöne Herausforderung für mich. Das Beste aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich nun mit nicht erfüllten Träumen und Wünschen in einem neuen Haus umsetzen. Ich bin sehr dankbar, dass die Gemeinde Hinte mich bereits während der Bauphase mit einbezieht und auf meine fachliche Meinung Wert legt. Sehr viele meiner Ideen sind bereits mit eingeflossen und haben die Ausgestaltung des Hauses mitgeprägt.

OZ: Sie freuen sich also schon auf Westerhusen?

Wacker: Auf jeden Fall! So ein herzliches Willkommen wie in Westerhusen, das zeigt sich schon jetzt, habe ich selten erlebt.

Erinnerungen und Spitzbubengeschichten gesucht!

Spitzbubengeschichten und weitere Erinnerungen an die Kita Groß Midlum? Unsere Zeitung würde gerne einige dieser Geschichten hören und ein paar der Erinnerungen aufbewahren. Denn: Mit der Schließung einer Kita geht für Groß Midlum auch eine Ära zu Ende. Sie haben die Kita „Ulen Nüst“ besucht und würden gerne Ihre Erinnerungen teilen? Sie haben früher immer den Hausmeister geärgert oder die Kindergärtnerin war Ihre beste Freundin? Dann melden Sie sich per E-Mail an red-emden@zgo.de bei uns!

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