Krieg in der Ukraine
Mahnwache gegen Krieg: 250 Auricher zeigen Flagge
Hinrich Franken aus Aurich setzt sich normalerweise für den Klimaschutz ein. Am Wochenende hat der 23-Jährige spontan eine Mahnwache gegen den Ukraine-Krieg organisiert – und war überwältigt.
Aurich - Rund 250 Menschen sind am Sonntagnachmittag auf dem Auricher Marktplatz zu einer Mahnwache gegen den Ukraine-Krieg zusammengekommen. Der Klima-Aktivist Hinrich Franken („Aurich for Future“) hatte spontan beschlossen, etwas auf die Beine zu stellen. Er meldete am Sonnabend bei der Stadt eine Kundgebung an und rief über die sozialen Medien zur Teilnahme auf. „Ich bin überwältigt“, sagte der 23-Jährige angesichts der großen Resonanz. „Damit hätte ich nicht gerechnet.“
Parteien, Gewerkschaften, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen zeigten Flagge gegen Krieg und Terror. Sie hissten Fahnen, Transparente und Schilder mit Aufschriften wie „Stop Putin, stop Terror“ oder „Hände weg von der Ukraine“. Christian Stürmer von Amnesty International sprach sich für „wirklich schmerzhafte“ Sanktionen gegen Russland aus, die auch den Deutschen wehtun, etwa in Form ausbleibender Gaslieferungen. „Solidarität zeigen heißt, selbst Opfer zu bringen, um dieser Aggression und diesem Krieg Einhalt zu gebieten.“ Auf die Europäische Union komme eine neue Flüchtlingswelle zu, sagte Stürmer. „Wir müssen diesen Menschen unsere Hand reichen, sie stützen und auffangen.“
„Wir können es einfach nicht fassen“
Der ehemalige Auricher Ratsherr Gunther Siebels-Michel (Grün-Alternative Politik) forderte die russische Regierung auf, sofort alle Angriffe einzustellen. Er wünsche sich „Frieden für die Ukraine und für ganz Europa“. Jörg Köhler von der Initiative „Aurich zeigt Gesicht“ sprach von Wut, Entsetzen und Trauer: „Wir können es einfach nicht fassen, dass ein Krieg vor unserer Haustür wahr geworden ist. Wir leiden mit den Frauen und Kindern, die ohne ihre Männer, Väter und Söhne flüchten müssen.“
Köhler erinnerte daran, dass im Zusammenhang mit den Protesten gegen Corona-Maßnahmen immer wieder das Wort Diktatur falle. Nun zeige sich, was Diktatur wirklich bedeutet. „Wir müssen Demokratie täglich leben und müssen sie praktizieren. Wir müssen uns einmischen!“
Organisator Franken räumte in einer kurzen Ansprache ein, seine Generation sei naiv gewesen. „Wir dachten, dass das Geschichtsbuch das Kapitel Kalter Krieg auserzählt hat.“ Ein Friedenszeichen aus Teelichtern auf dem Boden des Marktplatzes brachte zum Ausdruck, was sich alle wünschen: Frieden.