Osnabrück
Corona-Pandemie: Warum wir keinen „Freedom Day“ brauchen
Feiern wir in Deutschland bald einen „Freedom Day“? Besser nicht, denn der Begriff wird der Sache nicht gerecht. Zudem ist die Corona-Pandemie noch lange nicht vorbei.
Es wirkt – vorsichtig formuliert – grotesk, wenn in Deutschland immer noch über einen „Freedom Day“ gesprochen wird. Denn der russische Überfall auf die Ukraine macht deutlich, was es wirklich bedeutet, wenn Freiheit in Gefahr gerät. Gleichwohl ist die Debatte über die Corona-Maßnahmen wichtig, denn Einschränkungen für die Bürger müssen gut begründet sein und immer wieder angepasst werden – im guten wie im schlechten Fall.
Es ist deshalb zu begrüßen, dass es einen Drei-Stufen-Plan von Bund und Ländern gibt, nach dem die allermeisten Corona-Einschränkungen bis zum 20. März fallen sollen. Denn die Lage ist weitgehend im Griff. So droht aktuell keine Überlastung des Gesundheitssystems.
Doch vorbei ist die Pandemie noch lange nicht. Und schon gar nicht lässt sie sich einfach mit einem „Freedom Day“ für beendet erklären. Da hat der viel gescholtene Karl Lauterbach eindeutig recht.
Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Binnen 24 Stunden 226 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus, mehr als 210.000 Neuinfektionen an einem Tag und eine speziell unter Älteren immer noch relativ geringe Impfquote sind und bleiben besorgniserregend. Offen ist auch, ob die neue Subvariante womöglich noch ansteckender ist als der bisher vorherrschende Omikron-Typ.
Es ist deshalb ein guter Vorschlag, im neuen Infektionsschutzgesetz eine Sonderregelung für Corona-Hotspots festzuschreiben und nicht gleich alle Vorsicht fahren zu lassen. Das würde im Fall der Fälle einen gezielten Kampf gegen das Virus ermöglichen - und den Menschen andernorts ihre Freiheiten lassen.