Hamburg

So viel mehr Geld bedeutet das Entlastungspaket für junge Menschen

Laura-Cäcilia Wolfert
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Von Laura-Cäcilia Wolfert
| 25.02.2022 10:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Junge Menschen bekommen Geld zurück (Symbolbild). Foto: Christian Dubovan / Unsplash
Junge Menschen bekommen Geld zurück (Symbolbild). Foto: Christian Dubovan / Unsplash
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Die Koalition aus Grünen, SPD und FDP hat finanzielle Entlastungen für deutsche Bürger beschlossen. Wir erklären, warum sich junge Menschen nun über Zuschüsse freuen können und was sie beachten müssen.

In diesem Artikel erfährst Du:

Um 18 Uhr am Mittwochabend tagte der Koalitionsausschuss aus SPD, FDP und Grünen über zehn Entlastungsschritte für Deutschland. Eine Dreiviertelstunde später stand fest: Junge Menschen, Singles und Eltern können sich über Zuschüsse freuen, unter anderem für Heizkosten. Wir haben uns für Dich die Entlastungsschritte angeschaut und erklären, mit wie viel mehr Geld junge Menschen rechnen können.

In dem Ergebnis des Koalitionsausschusses heißt es: „Die Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) soll bereits zum 1. Juli 2022 entfallen.“ Was bedeutet das? Der Begriff EEG-Umlage steht für die staatliche „Umlage zur Förderung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz“. Sie dient zur Finanzierung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und wird von allen Stromverbraucher gezahlt – automatisch durch einen Anteil der Stromkosten. Zum 1. Januar wurde die EEG-Umlage um rund 43 Prozent reduziert, von 6,5 Cent pro Kilowattstunde (KWh) auf 3,7 Cent. Nun soll sie komplett entfallen.

Was Du sparst? Ein Rechenbeispiel: Ein 1-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus verbraucht durchschnittlich 2300 kWh (Strom) im Jahr. Durch den Wegfall der EEG-Umlage kannst Du 74 Euro sparen.

Wegen der stark gestiegenen Energiepreise erhalten Azubis, Schüler und Studierende im Bafög-Bezug 115 Euro pro Person. Wer Single ist (alleine wohnt) und Wohngeld bezieht, soll einmalig 135 Euro bekommen, ein Zwei-Personen-Haushalt 175 Euro. Der Heizkostenzuschuss soll im Sommer gezahlt werden, wenn in der Regel die Heizkosten- oder Nebenkostenabrechnungen anstehen.

Der sogenannte Arbeitnehmerpauschbetrag wird erhöht. Im Beschluss steht geschrieben: „Um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu unterstützen, wird der Arbeitnehmerpauschbetrag bei der Einkommenssteuer um 200 Euro auf 1200 Euro erhöht.“

Pauschbetrag? Das ist eine Sammlung von vielen kleinen Einzelbeträgen, der (pauschal) von der Steuer abgesetzt werden kann. Dazu gehören sogenannte Werbungskosten, die nichts mit Werbung, sondern mit dem Erwerb von Einnahmen zu tun haben.

Unter Werbungskosten versteht man beispielsweise Fahrtkosten für den Weg zur Arbeit, Arbeitsmaterial und Berufskleidung. Diese sind nun bis zu 1200 Euro steuerfrei. Der erhöhte Freibetrag gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2022. Kurz: Du musst dafür keine Steuern zahlen, beziehungsweise bekommst bei Deiner Steuererklärung mehr Geld zurück.

Die Koalition hat beschlossen, dass „der Grundfreibetrag bei der Einkommenssteuer von derzeit 9984 Euro um 363 Euro auf 10.347 Euro erhoben wird.“ Der Grundfreibetrag dient der Absicherung des Existenzminimums. Erst wenn Du mehr als Betrag X im Jahr verdienst, musst Du Einkommenssteuern zahlen. Betrag X wurde von 9744 Euro (2021) auf 9984 Euro (2022) angehoben. Nun kannst Du sogar bis zu 10.347 Euro im Jahr einnehmen, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen.

Dieser Freibetrag ist besonders für die Menschen gut, die wenig Geld verdienen – wie Freischaffende in Corona-Zeiten. Oder junge Menschen, die noch nicht so viel Geld verdienen, weil sie gerade erst aus ihrem Studium kommen.

Die Koalition fordert eine Unterstützung für Fernpendler, demnach wird die Fernpendlerpauschale angehoben: „Angesichts der gestiegenen Preise für Mobilität wurde die am 1. Januar 2022 anstehende Erhöhung der Pauschale für Fernpendler (ab dem 21. Kilometer) sowie der Mobilitätsprämie vorgezogen. Sie beträgt damit rückwirkend ab dem 1. Januar 2022 38 Cent“, heißt es.

Für die ersten 20 Entfernungskilometer bleibt eine Entfernungspauschale bei 30 Cent pro Kilometer. Für alle weiteren Kilometer gibt es sogar 38 Cent. Laut ADHC gilt die Pendlerpauschale nicht nur für Auto- und Motorradfahrer. „Auch Arbeitnehmer und Selbstständige, die zu Fuß, mit dem Fahrrad, E-Bike und öffentlichen Verkehrsmitteln des Nah- und Fernverkehrs oder in Fahrgemeinschaften zur Arbeit pendeln, können sie beanspruchen.“

Was Du sparst? Ein Rechenbeispiel: Deine Arbeit ist 22 Kilometer von Deinem Zuhause entfernt. Du fährst 217 Tage im Jahr in das Büro – abzüglich Urlaubs,- Krankheits- und Feiertage. 20 Kilometer mal 217 Arbeitstage mal 30 Cent ergeben 1302 Euro. 217 Arbeitstage mal 2 Kilometer (die weiteren Kilometer, insg. 22) mal 38 Cent ergeben 164,92 Euro. Zusammen: 1466,92 Euro.

Diesen Betrag kannst Du bei Deiner Steuererklärung angeben. Je höher der Betrag, desto mehr Steuern / Geld bekommst Du zurückerstattet.

„Die heute vom Bundeskabinett beschlossene Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro sorgt für eine Erhöhung des Nettoeinkommens.“ Der Mindestlohn soll von aktuell 9,82 Euro auf 10,45 Euro (Juli 2022) auf 12 Euro (Oktober 2022) erhöht werden. Die Netto-Bemerkung könnte etwas verwirrend sein: Der Mindestlohn beträgt 12 Euro brutto je Zeitstunde. Der Netto-Verdienst – also das, was am Ende abzüglich Steuern rauskommt – erhöht sich dann trotzdem. Der Vorteil: Der 450 Euro Minijob wird zum 520 Euro Minijob. Für Studenten praktisch, sie haben demnach 70 Euro im Monat mehr in der Tasche, die sie zudem nicht besteuern müssen.

Es wurden verschiedene Maßnahmen getroffen, um in Zeiten von Corona nervige Bürokratie-Arbeit zu vermeiden. Unter anderem hast Du mehr Zeit, um Deine Steuer einzureichen. Die Abgabefrist für die Steuererklärungen des Jahres 2020 durch Steuerberater soll bis zum 31. August 2022 verlängert werden.

Die Home-Office-Pauschale von jährlich maximal 600 Euro soll um ein Jahr verlängert werden.  Demnach kannst Du 5 Euro täglich, bis zu 600 Euro im Jahr für das Homeoffice bei der Deiner Steuererklärung anrechnen – und bekommst Geld zurück.

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