Berlin/Osnabrück

Polizei stoppt Kunstaktion von Osnabrücker Trieb in Berlin

Daniel Batel
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Von Daniel Batel
| 24.02.2022 19:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mit einer Guerilla-Installation an der Straße des 17. Juni in Berlin hat Volker-Johannes Trieb für Aufsehen gesorgt. Der Osnabrücker Künstler will angesichts der russischen Invasion in der Ukraine eine Botschaft des Friedens setzen. Foto: Volker-Johannes Trieb
Mit einer Guerilla-Installation an der Straße des 17. Juni in Berlin hat Volker-Johannes Trieb für Aufsehen gesorgt. Der Osnabrücker Künstler will angesichts der russischen Invasion in der Ukraine eine Botschaft des Friedens setzen. Foto: Volker-Johannes Trieb
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Mit einer temporären Kunstinstallation in Berlin möchte der Osnabrücker Künstler und Friedensaktivist Volker-Johannes Trieb eine Botschaft gen Moskau senden.

Als die ersten Bilder des russischen Einmarschs in der Ukraine Deutschland erreichten, fasste Volker-Johannes Trieb den Entschluss, ein symbolisches Zeichen an einem symbolträchtigen Ort zu setzen. Trieb fuhr kurzerhand in Begleitung einiger Helfer nach Berlin. Unweit des Brandenburger Tores steht dort das sowjetische Ehrenmal zur Erinnerung an die Millionen Gefallenen der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg.

Die auf dem Gelände stehenden Panzer und Haubitzen umhüllte Trieb mit einem weißroten Flatterband, das mit einem Zitat des Osnabrücker Schriftstellers Erich-Maria-Remarque („Im Westen Nichts Neues“) versehen ist: „Und langsam häufen sich auf dem Feld die Toten“. Damit will Trieb eine Friedensbotschaft unmittelbar an den russischen Präsidenten Wladimir Putin senden.

Trieb und seine beiden Helfer wurden schon nach wenigen Minuten von der Berliner Polizei gestoppt. Etwa eine Stunde lang, wie der Künstler berichtet, sei von den Beamten überlegt worden, ob die Installation stehen gelassen werden könne. „Uns war bewusst, dass es Probleme geben könnte“, sagt Trieb. Letztlich wurde er von den Polizisten aufgefordert, das Band wieder zu entfernen. Denkmäler dürften nicht umgestaltet werden.

Der Künstler und seine beiden Helfer machten sich daraufhin auf den Rückweg nach Osnabrück. Als gescheitert sieht Trieb seine Aktion aber nicht an. Ihm sei die Bedeutung des Ehrenmals bewusst. „Ich wollte damit niemanden in Russland in seinen Gefühlen verletzen. Aber wer 76 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges selbst Krieg führt, muss sich auch einen Aufschrei der Kunst gefallen lassen“, begründet Trieb sein Vorgehen. Die Bilder aus der Ukraine schrien förmlich danach, dass die Kunst Position beziehe.

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