Kommunikationsdienste im Vergleich

Messenger: Was sind die Unterschiede?

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 24.03.2022 16:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man das Icon der App Telegram. Kommunikation läuft heute oft nicht mehr übers Telefon, sondern über verschlüsselte Messengerdienste. DPA-Symbolfoto: Sommer
Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man das Icon der App Telegram. Kommunikation läuft heute oft nicht mehr übers Telefon, sondern über verschlüsselte Messengerdienste. DPA-Symbolfoto: Sommer
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Seit Beginn der Pandemie wird viel über Telegram geredet. Doch was ist das eigentlich für ein Dienst und wo liegen die Unterschiede zum Beispiel zu Whatsapp?

Ostfriesland - Whatsapp ist vielen Menschen ein Begriff, ebenso der Facebook-Messenger. Doch es gibt zahlreiche Alternativen, wenn man mehr als nur SMS verschicken will. Eine dieser Alternativen ist Telegram.

Der von den Russen Nikolai und Pawel Durow entwickelte Messengerdienst erfreut sich vor allem seit Beginn der Corona-Pandemie einer hohen Beliebtheit, wird er doch gerne von Gegnern der Maßnahmen sowie von Anhängern von Verschwörungsmythen und auch Rechtsextremen genutzt. Aber warum eigentlich?

Zweifelhafte Sicherheit und keine Zensur

Die Antwort darauf ist sowohl im Selbstanspruch von Telegram, dessen Hauptsitz aktuell in Dubai sein soll, als auch in den technischen Möglichkeiten zu suchen. Die Durow-Brüder, die auch die russische Antwort auf Facebook, das Netzwerk VK, entwickelten, wollten einen vom russischen Staat unabhängigen Messengerdienst entwickeln, der außerdem frei von Zensur ist.

Während andere Messenger beispielsweise bestimmte Links oder auch Worte blockieren und so eine Verbreitung vor allem von rechtswidrigem pornographischem Material verhindern, gibt es so eine Einschränkung bei Telegram nicht. Dass der Anbieter bestimmte Kanäle, wie den von Verschwörungskoch Attila Hildmann, für Zugriffe aus Deutschland sperrte, ist eine neue Entwicklung. Zuvor schränkten nur Apple und Google über ihre Smartphone-Betriebssysteme bestimmte Funktionen und Nachrichtendarstellungen von Telegram ein.

Gruppen und Kanäle

Obwohl es nun zumindest vereinzelte Gegenmaßnahmen zu geben scheint, bleibt ein Großteil von Telegram so unzensiert, wie er zuvor war. Der Reiz gerade für politische Randgruppen liegt aber auch in der vermeintlichen Sicherheit des Anbieters. So gibt Telegram an, besonders sicher zu sein, gerade wenn es um den Datenzugriff durch Staaten oder Geheimdienste gehe. Tatsächlich hängt die Sicherheit der Kommunikation aber von Einstellungen des jeweiligen Nutzers ab. Datenschutzexperten bewerten die Sicherheit von Telegram seit Jahren als kritisch.

Ein anderer Reiz liegt aber in den sogenannten Gruppen und Kanälen. So ist es bei Telegram einfach möglich, öffentliche oder geschlossene und nur auf Einladung zu findende Chatgruppen zu erstellen oder über Kanäle regelmäßig Informationen zu veröffentlichen. Dies wird von lokalen und überregionalen Gruppen rund um Verschwörungserzählungen exzessiv genutzt. Auch Waffen und Drogen sowie andere illegale Inhalte, Waren oder Dienstleistungen kann man über entsprechende Telegram-Gruppen bekommen.

550 Millionen aktive Nutzer

Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Telegram auch für harmlose Zwecke genutzt wird. Spielegruppen, Familien und auch Firmen nutzen Telegram als Kanal, um mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben oder Informationen zu verbreiten. Der Messenger kann nicht nur über mobile Endgeräte, sondern auch über den PC genutzt werden.

Vor rund einem Jahr soll Telegram die Marke von 500 Millionen aktiven Nutzern weltweit erreicht haben, im Oktober vergangenen Jahres lag die Zahl bei rund 550 Millionen Nutzern. Zum Vergleich: Der Messengerdienst Whatsapp, der Meta-Konzern (Facebook) gehört, hat weltweit 2 Milliarden Nutzer, der Facebook-Messenger 1,3 Milliarden.

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