Protest

Gegen Zentralklinik auf der grünen Wiese

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 24.02.2022 14:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
So soll die Zentralklinik in Uthwerdum einmal aussehen. Grafik: GMP
So soll die Zentralklinik in Uthwerdum einmal aussehen. Grafik: GMP
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Naturschützer kritisieren den Standort der geplanten Zentralklinik in Uthwerdum. Er sei rein politisch gewählt und laufe dem Klimaschutz zuwider. Es drohten Überschwemmungen.

Aurich/Südbrookmerland - Eine Zentralklinik auf der grünen Wiese: Das ist aus Sicht der Naturschutzorganisation BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) nicht akzeptabel. Der BUND hält den Standort des geplanten 814-Betten-Hauses in Uthwerdum (Gemeinde Südbrookmerland) für ungeeignet. Im Raumordnungsverfahren des Landkreises Aurich konnten bis Donnerstag Stellungnahmen abgegeben werden. Der BUND hat die Gelegenheit genutzt und scharfe Kritik geübt.

Die notwendige Infrastruktur für die Klinik müsse erst noch geschaffen werden, schreibt der BUND-Regionalvorsitzende Rolf Runge (Aurich), da sie fern aller Zentren auf der grünen Wiese liege. Damit werde die Zersiedelung weiter vorangetrieben. Der Standort sei rein politisch gewählt.

Auf einer zwei Meter hohen Warft

Der Neubau werde zudem in einem überschwemmungsgefährdeten Gebiet liegen, warnt der BUND. Die Planer haben das berücksichtigt und wollen die Klinik auf einer zwei Meter hohen Warft errichten. Der Bau an einer solchen Stelle widerspreche jedoch der Anforderung, Überschwemmungsgebiete in ihrer Funktion zu erhalten, so der BUND. Das Sielen werde immer weiter erschwert, das Wasser könne nicht abfließen.

Durch den zunehmenden Verkehr und insbesondere durch Hubschrauberflüge sieht der BUND rastende Gänse in dem nahegelegenen Vogelschutzgebiet gefährdet. Zudem würden Brutreviere von Wiesenvögeln beseitigt. Das Landschaftsbild werde durch das 32 Meter hohe Gebäude stark beeinträchtigt.

Klinik als „Energiefresser“

Runge führt in der dreiseitigen Stellungnahme eine Reihe von weiteren Kritikpunkten auf, unter anderem den großen Energieverbrauch. Kliniken seien als „Energiefresser“ bekannt. „Grob geschätzt verbraucht ein Klinikbett pro Jahr etwa so viel Energie wie vier Einfamilienhäuser.“ Das Gebäude müsse daher energieeffizienter geplant werden, möglichst als Passivhaus, fordert der BUND.

Unterm Strich bleibt für die Naturschützer der Eindruck, dass der Standort längst feststand. Das Raumordnungsverfahren sei nur noch eine Formsache und werde zu keinem anderen Ergebnis als dem erwünschten führen. Nach BUND-Einschätzung ist der Standort jedoch ungeeignet.

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