Ehrenamt

„Tied för di“ – Eine Stunde für Kinder und Jugendliche

Dorothee Hoppe
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Von Dorothee Hoppe
| 22.02.2022 15:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Tom Bohmfalk ist der Initiator von „Tied för di“. Foto: Ortgies/Archiv
Tom Bohmfalk ist der Initiator von „Tied för di“. Foto: Ortgies/Archiv
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Tom Bohmfalk, Vorsitzender des Ostfriesischen Turn- und Sportfördervereins (OTS), hatte vor wenigen Wochen die Idee zur „Tied för di“-Kampagne. Was genau dahintersteckt, haben wir ihn gefragt.

Ostfriesland - Kinder, die nach 2010 geboren sind, sollen Auffälligkeiten im sprachlichen, im motorischen und im sozialen Bereich haben. Das geht aus der Alpha-Studie des Psychologen Rüdiger Maas vom Institut für Generationenforschung in Augsburg hervor. Tom Bohmfalk, Vorsitzender des Ostfriesischen Turn- und Sportfördervereins (OTS), hat sich mit dieser Studie beschäftigt.

Auch die Pandemie habe zu einer erheblichen Einschränkung der Sozialkontakte von Kindern und Jugendlichen geführt. Dagegen will der pensionierte Lehrer etwas tun – und zwar mit seiner „Tied för di“-Kampagne.

Was ist „Tied för di“?

„Tied för di“ ist eine Kampagne, mit der auf die Situation von Kindern und Jugendlichen – gerade in der Pandemie – aufmerksam gemacht werden soll. „Es geht darum, ihnen eine Stunde Zeit zu schenken. In dieser Stunde soll mit kleinen, niedrigschwelligen Aktionen Bewegung und soziale Interaktion ermöglicht werden“, erklärt Bohmfalk.

Gibt es Vorbilder?

„Nein, das habe ich mir komplett selbst ausgedacht. Der Ansatz ist, zu zeigen, dass man auch in der Pandemie etwas tun kann, man muss nur selbst anpacken“, führt der Sportwissenschaftler aus. Es sei ein bisschen zu seinem Lebensinhalt geworden, Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen. Etwas Vergleichbares zu „Tied för di“ kenne er bisher nicht.

Wie kam es zu „Tied för di“?

Tom Bohmfalk hat durch seine verschiedenen Ehrenämter bereits mehrere Projekte in dieser Richtung gehabt. Im Frühjahr letzten Jahres habe er mit einem Freiwilligendiesler des Turnkreises Leer und des FC 04 Leer ein Angebot für Familien gemacht: „In der Turnhalle der Ludgeri-Schule konnten sich Familien jeweils für eine Stunde zusammen austoben.“ Außerdem fördere der OTS sozial-integrative Projekte und vor allem Bewegungsangebote. „Tied för di ist breiter angelegt. Ich möchte damit Angebote entwickeln, in Pandemie-Zeiten, in denen es Kinder und Jugendliche am meisten brauchen“, betont der Vorsitzende des OTS.

Wie soll das umgesetzt werden?

Die Umsetzung von „Tied för di“ soll mit den Freiwilligen Agenturen von Ostfriesland geschehen, die bereits ihre Zusage dazu gegeben haben. Das sei auch das besondere Merkmal: Es ist eine ostfriesische Kampagne.

Zum Start der Osterferien solle es losgehen und bis Oktober laufen. Wie regelmäßig es Angebote in dem Rahmen geben wird, hänge davon ab, wer sich wann engagiert. „Es geht nicht darum, dass es jede Woche etwas gibt, sondern, dass Menschen ihre Zeit anbieten, wenn sie sie haben. Zum Beispiel wird es am Starttag, dem 2. April, ein Tischtennisturnier geben und ich organisiere jeden Monat ein Sportpicknick. Da soll eine Dynamik reinkommen“, erzählt Bohmfalk begeistert. Zunächst stünde dazu die Entwicklung eines Ideenkatalogs an. Wer Ideen hat, könne sich an die Freiwilligen Agenturen wenden.

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