Kinderbetreuung

Bürgermeister von Kita-Plänen kalt erwischt

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 22.02.2022 08:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
„Billiger wird‘s nicht“, sagt Horst Feddermann. Foto: Archiv/Ortgies
„Billiger wird‘s nicht“, sagt Horst Feddermann. Foto: Archiv/Ortgies
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Städte und Gemeinden im Kreis Aurich klagen über die hohen Kosten der Kinderbetreuung. Doch trennen wollen sie sich von der Aufgabe nur ungern. Ein Punkt sei entscheidend, sagen zwei Bürgermeister.

Aurich - Der Landkreis Aurich will den Städten und Gemeinden die Zuständigkeit für die Kinderbetreuung entziehen. Er plant, sämtliche Kindertagesstätten im Kreisgebiet zu übernehmen. Mit dieser Idee hat der Erste Kreisrat Dr. Frank Puchert am Montag sechs Bürgermeister überrascht, die eigentlich über Geld verhandeln wollten. „Das hat uns kalt erwischt“, sagt der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) im Gespräch mit dieser Zeitung. „Das müssen wir erst mal sacken lassen.“ Auch Erwin Adams (parteilos), Bürgermeister von Großefehn, sagt: „Das kam überraschend.“

Was halten die Bürgermeister von der Idee, die Zuständigkeit für die Kinderbetreuung abzugeben? Feddermann wirkt nicht gerade begeistert. „Wir machen das seit Jahrzehnten, wir haben die Infrastruktur aufgebaut. Das hat bisher wunderbar geklappt.“ Billiger werde es nicht, wenn der Landkreis die Aufgabe übernehme.

„Ich weiß nicht, ob die Politik begeistert ist“

Bewerten wolle er das jedoch nicht, sagt der Auricher Verwaltungschef: „Dafür ist es zu früh. Ich weiß nicht, ob die Politik in den einzelnen Kommunen begeistert ist. Das müssen wir in den Rathäusern besprechen.“ Für ihn sei entscheidend, dass die Versorgung der Kleinsten gesichert sei. „Das ist das Allerwichtigste. Alles andere muss sich regeln.“

Auch Adams sagt: „Wichtig ist, dass die Kinder qualitativ gut versorgt sind.“ Die Gemeinde Großefehn erfülle die Aufgabe der Kinderbetreuung gerne, betont der Bürgermeister. Dennoch wolle er den Plan des Landkreises nicht kritisieren: „Da möchte ich der politischen Diskussion nicht vorgreifen. Das müssen wir in den Gremien besprechen.“

Feddermann macht deutlich, um welche Summen es in der Diskussion geht: Die Stadt Aurich gebe pro Jahr 15 Millionen Euro für den Betrieb von Krippen und Kindergärten aus. Der Landkreis trage davon nur 2,5 Millionen. Abzüglich Landeszuschüssen und Beiträgen von Eltern bleibe die Stadt auf einem Defizit von gut 9 Millionen Euro sitzen. Die Gemeinde Großefehn muss nach Angaben Adams’ 2,2 Millionen Euro zuschießen.

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