Osnabrück

Corona-Impfpflicht: Weniger streiten, besser vorsorgen 

Uwe Westdörp
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Von Uwe Westdörp
| 21.02.2022 17:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Braucht es eine allgemeine Impfpflicht? Auch in der Ampel-Koalition ist das umstritten. Doch Vorsorge muss sein. Foto: dpa/Wolfgang Kumm
Braucht es eine allgemeine Impfpflicht? Auch in der Ampel-Koalition ist das umstritten. Doch Vorsorge muss sein. Foto: dpa/Wolfgang Kumm
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Braucht es eine allgemeine Impfpflicht? Und wenn ja: welche? Auch in der Ampel-Koalition ist das umstritten. Doch Vorsorge muss sein.

Die Flitterwochen sind kaum vorbei, da hängt bei den Ampel-Partnern der Haussegen bereits schief. Im Streit um eine allgemeine Impfpflicht wird der Ton zunehmend gereizter. Speziell die FDP stellt sich quer und lässt keine Zweifel daran, dass sie sich in ihrem Freiheitsdrang nicht bremsen lässt. Dabei droht die Vorsorge auf der Strecke zu bleiben.

Zwar werden die Infektionszahlen über den Sommer wahrscheinlich eine Verschnaufpause zulassen. Es wäre aber fahrlässig, die weiteren Gefahren zu unterschätzen. Und die Eigenverantwortung, auf welche die Liberalen so gerne setzen, ist in weiten Teilen der Bevölkerung nicht gerade ausgeprägt. Wie sonst ist die immer noch relativ niedrige Impfquote in Deutschland zu erklären, obwohl die Risiken einer Erkrankung unverkennbar größer sind als die einer Impfung?

Sicher ist: Ohne Vorbeugung durch Impfen und einen einfachen Basisschutz wie Maskentragen droht schon im Winter wieder eine neue, womöglich schwere Infektionswelle. Und dann könnte es schnell wieder vorbei sein mit den Freiheiten.

Das Land sollte deshalb – endlich einmal – gut vorbereitet sein und sich auf eine Impfstrategie einigen. Zumindest für noch nicht immunisierte Menschen ab 50 braucht es eine verpflichtende Beratung und – wenn dies die Impfquote nicht deutlich erhöht – eine Impfpflicht. Denn die Älteren zeigen bei Infektionen meist die deutlichsten Symptome und könnten so erneut zu einer starken Belastung der Krankenhäuser beitragen.

Um eine Mehrheit im Bundestag zu sichern, könnte man ein solches Gesetz auch noch von einer bestimmten Hospitalisierungsquote abhängig machen und es befristen. Was aber gar nicht geht, das ist einfaches Zuwarten nach dem Motto: Wird schon gutgehen. Das war bisher leider anders.

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