Bildung

„Riesenchaos“ vor Grundschule und Kindergarten Jheringsfehn

Karin Lüppen
|
Von Karin Lüppen
| 21.02.2022 14:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Diese Einfahrt soll verbreitert werden, indem die Parkplätze rechts wegfallen und der Glascontainer einen anderen Standort bekommen sollen. Vor der Turnhalle im Hintergrund sollen dafür neue Stellplätze angelegt werden. Foto: Stromann
Diese Einfahrt soll verbreitert werden, indem die Parkplätze rechts wegfallen und der Glascontainer einen anderen Standort bekommen sollen. Vor der Turnhalle im Hintergrund sollen dafür neue Stellplätze angelegt werden. Foto: Stromann
Artikel teilen:

Weil viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto in die Grundschule und den Kindergarten Jheringsfehn bringen und abholen, geht es auf dem Parkplatz regelmäßig hoch her. Jetzt wird eine Lösung gesucht.

Jheringsfehn - Die sogenannten Elterntaxis sind der Hauptgrund, warum morgens und mittags auf dem Parkplatz vor der Grundschule und dem Kindergarten Jheringsfehn viel los ist. Nicht zuletzt, weil die Einfahrt so schmal ist, kommt es zu Staus und zu brenzligen Situationen, wenn Kinder zwischen den Autos herumlaufen. Die Gemeinde Moormerland sucht nach einer Lösung.

Was und warum

Darum geht es: Morgens und mittags herrscht auf dem Parkplatz beim Kindergarten Jheringsfehn dichtes Gedränge. Nebenan ist die Grundschule. Nun soll die Lage dort verbessert werden.

Vor allem interessant für: Eltern in und außerhalb von Jheringsfehn, die ein Elterntaxi steuern.

Deshalb berichten wir: Die Situation dort war Thema in gleich zwei Ausschüssen.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Darüber wurde in der vergangenen Woche gleich in zwei Ausschüssen diskutiert, im Sozialausschuss und einen Tag später im Schulausschuss. Die Situation wurde von Politikern, die selbst Kinder in einer der beiden Einrichtungen haben oder Anwohner sind, als „Riesenchaos“, „blanker Horror“ oder mit „da ist die Hölle los“ beschrieben. Doch was die Verwaltung als Verbesserungsvorschlag vorstellte, stieß auf wenig Begeisterung.

Zufahrt ist zu schmal

Derzeit ist die Einfahrt so schmal, dass keine zwei Autos aneinander vorbei passen. Das heißt: Es kann entweder jemand auf den Parkplatz drauf, oder eines wieder herunter fahren. Die Gemeinde will dieses Problem aus der Welt schaffen, indem die Altglascontainer an eine andere Stelle umziehen sollen. „Aus unserer Sicht wäre der neue Nahversorger ein geeigneter Standort“, sagte Sozialamtsleiter Timo Pistoor in beiden Ausschüssen.

Damit ist der neue Lebensmittelmarkt gemeint, der neben der Fleischerei Eckhoff entstehen soll. Damit wurde jedoch noch nicht einmal begonnen. So lange müsse ein anderer Platz gefunden werden. Wenn gleichzeitig die Parkplätze entlang der Zufahrt entfallen, wäre ein Begegnungsverkehr möglich. Um dann die Kinder aus der Gefahrenzone zu bringen, soll ein separater Fuß- und Radweg bis zum Schulgebäude und zum Kindergarten führen.

Weitere Vorschläge für Parkplatz

Doch damit waren die Ausschussmitglieder unzufrieden, weil der Weg nur farblich markiert werden soll. Mehrere Politiker verlangten ein Hochbord, „nur damit werden wir langfristig up to date sein“, sagte Martin Janßen (CDU). Doris Engel, Lehrervertreterin im Schulausschuss, ist der Ansicht, dass außer einem Hochbord „nichts einen Autofahrer hindert, drüber zu fahren“. Pistoor betonte, dass es sich zunächst um eine kurzfristige Lösung handele. Doch hat die Gemeinde noch mehr Vorschläge für den Parkplatz.

Weil dieser nämlich offenbar zu klein ist, soll ein weiterer Parkstreifen vor dem Kindergarten entstehen. „Dieser soll den Beschäftigten des Kindergartens vorbehalten bleiben“, so Pistoor. Dafür müsse ein Baum gefällt werden und die vorhandene Rasenfläche verkleinert werden. Wiederum erschien das den Ausschussmitgliedern nicht ausreichend zu sein.

Pflaster oder Rasengittersteine?

„Wir sollten den ganzen Platz befestigen“, verlangte Thomas Buß (SPD/FDP). Pistoor wandte ein, dass dieses möglicherweise rechtlich nicht möglich sei, weil nicht zu viel Fläche versiegelt werden dürfe. Das Bauamt sei noch dabei, das zu prüfen. Daraufhin schlugen mehrere Politiker vor, Rasengittersteine zu verwenden. Dafür sprach sich unter anderem Stefan Haseborg (Grüne) aus. Seiner Meinung nach müsse der ganze Platz genutzt werden, weil an der Einfahrt zwölf Parkplätze wegfielen, für die Ersatz geschaffen werden müsse.

Verschärft wird das Problem offenbar noch durch unterschiedliche Öffnungszeiten im Kindergarten und der Schule. Laut Martin Janßen sollen diese zum neuen Schuljahr angepasst werden. Bislang müssten Eltern, die ein Kind im Kindergarten und eines in der Grundschule haben, Wartezeiten in Kauf nehmen, während der sie Platz auf dem Parkplatz belegen. Als Vater beschreibt er das Abholen so: „Das eine Kind sitzt schon im Wagen und muss warten, das andere steht am Zaun und weint, weil es mich sieht, aber noch nicht rausdarf.“

Ähnliche Artikel