Landwirtschaft

Ostfriesland: Wie entwickeln sich Preise von Wiesen und Äckern?

Andreas Ellinger
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Von Andreas Ellinger
| 19.02.2022 13:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Schnauze voll von steigenden Preisen für Wiesen und Äcker in Ostfriesland? Foto: Roessler/DPA
Die Schnauze voll von steigenden Preisen für Wiesen und Äcker in Ostfriesland? Foto: Roessler/DPA
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Landwirte, die zusätzliche Flächen suchen, können etwas aufatmen. Zumindest die Preisexplosion bei Äckern und Wiesen ist in Ostfriesland gestoppt. Trotzdem steigen Bodenrichtwerte und Pachtpreise.

Ostfriesland/Friesland - Die Preissteigerung bei landwirtschaftlichen Grundstücken in Ostfriesland und Friesland hat sich verringert: Drei Prozent hat der Auricher Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Jahr 2021 festgestellt. Seit dem Jahr 2006 haben sich die Preise jedoch mehr als vervierfacht.

Aufgrund der niedrigen Zinsen sind auch Wiesen und Äcker für Geldanleger attraktiv geworden. In der Folge stiegen die Kauf- und Pachtpreise. Im vergangenen Jahr hat der Gutachterausschuss bei Grünland-Verkäufen in der Region Friesland/Ostfriesland eine Preisspanne von 75 Cent bis 6,34 Euro pro Quadratmeter registriert. Bei Äckern waren es ein Euro bis 6,36 Euro.

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Die Bodenrichtwerte für Ackerland

Die Bodenrichtwerte für Ackerland in Ostfriesland sind vom Gutachterausschuss zum Jahreswechsel um bis zu 80 Cent pro Quadratmeter (im Bereich Firrel und Schwerinsdorf) angehoben worden – vielerorts um zehn bis 40 Cent.

Im Bereich Rhauderfehn und Ostrhauderfehn hat sich hingegen nichts geändert. Dort liegen die Quadratmeter-Richtwerte für Ackerland aber auch schon bei 3,80 bis 4,10 Euro. In einem Teilbereich zwischen Simonswolde und Emden klettert der Richtwert von 6,00 auf 6,20 Euro – der höchste in Ostfriesland. Am niedrigsten sind die Werte im Raum Wittmund. Tiefstwert: 2,40 Euro pro Quadratmeter.

Die Bodenrichtwerte für Grünland

Die Grünland-Richtwerte erhöht der Gutachterausschuss vielerorts um zehn bis 20 Cent. Der höchste Preis ist südwestlich von Hollen auf der Übersichtskarte zu finden: 3,60 Euro, bisher 3,20 Euro.

Eine Ausnahmesituation fällt in der moorigen Gegend zwischen Großefehn und Plaggenburg auf: Dort sinken die Bodenrichtwerte um jeweils zehn Cent auf 1,50 beziehungsweise 1,40 Euro pro Quadratmeter – das untere Ende der Richtwerte-Skala in Ostfriesland. Auch bei Ihlow und in der Krummhörn wird um jeweils zehn Cent gesenkt.

Was bedeutet das für Pachtpreise?

Bezüglich der Pacht für landwirtschaftliche Flächen hat der Gutachterausschuss Daten aus dem Kreis Aurich ausgewertet. Demnach ist die Pacht für Grünland im Mittel von 350 Euro pro Hektar (2017) auf 400 Euro (2021) gestiegen. Bei Äckern waren es im Mittel 420 Euro im Jahr 2017 und 550 Euro in 2021.

Im Bereich der Stadt Aurich betrug in den Jahren 2019 bis 2021 die mittlere Acker-Pacht 600 Euro pro Hektar, in der Samtgemeinde Brookmerland nur 350 Euro. Beim Grünland reichte die Spanne der jeweiligen Mittelwerte von 200 (Ihlow) bis 450 Euro (Aurich und Wiesmoor). In der Gemeinde Südbrookmerland hat der Gutachterausschuss Pachtpreise von 50 Euro pro Hektar für Flächen mit Naturschutzauflagen registriert.

Die Entwicklung seit dem Jahr 1990

Der Gutachterausschuss hat die Entwicklung der landwirtschaftlichen Flächenverkäufe in den vergangenen 30 Jahren betrachtet. Im Zeitraum von 1990 bis 2021 hat er folgendes festgestellt: Die Anzahl der Kaufverträge ging um 50 Prozent zurück, der Umsatz der Gesamtfläche pro Jahr um 30 Prozent. Der Geldumsatz verdoppelte sich hingegen.

Dass der Grundstückshandel in der Landwirtschaft nachlässt, erklärte der Ausschussvorsitzende Martin Homes mit dem Strukturwandel. Es gebe weniger Betriebe und folglich werde weniger gekauft. Viele Flächen seien bereits in deren Hand.