Kommentar
Unfairer Preiskampf um ostfriesisches Betongold
Ostfriesische Einfamilienhäuser sind in einem Jahr um 20 Prozent teurer geworden. Ist das nur eine Preisexplosion oder schon Wucher? Ein Kommentar.
Wer wegen der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist und deshalb sein Haus verkaufen muss, dürfte finanziell relativ unbeschadet davonkommen, vielleicht sogar Gewinn machen. Denn die Einfamilienhaus-Preise in Ostfriesland sind explodiert – also noch mehr gestiegen als in den Vorjahren und noch mehr gestiegen als Grundstücks- und Wohnungspreise. Sogar mancher Makler reibt sich die Augen, wenn er ein Objekt bereits mit Preisaufschlag ausgeschrieben hat, aber Kaufinteressenten sich darüber hinaus noch gegenseitig hochbieten.
So weit, so gut. Doch umgekehrt fällt es jungen Familien aus Ostfriesland immer schwerer, ein Haus zu kaufen oder zu bauen. Bauland- und Baupreise sind ebenfalls gravierend gestiegen. Die höheren Kosten übetreffen längst die Einspareffekte durch niedrige Zinsen. Und die Zinsen steigen wieder und werden weiter steigen.
Marktwirtschaft ist nicht fair. Die Kauf-Konkurrenz kommt teilweise aus Nordrhein-Westfalen und Süddeutschland, wo das Lohnniveau höher ist. Wer nicht gerade bei Volkswagen oder vergleichbar bezahlt arbeitet, sieht sich mit einer Wettbewerbsverzerrung konfrontiert, die den Traum vom Eigenheim platzen lässt.
@ Den Autor erreichen Sie unter a.ellinger@zgo.de
Ostfriesische Häuser sind rekordverdächtig teurer geworden
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