Grundstücksmarktbericht

Ostfriesische Häuser sind rekordverdächtig teurer geworden

Andreas Ellinger
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Von Andreas Ellinger
| 18.02.2022 10:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Einfamilienhaus-Preise in Ostfriesland sind im Jahr 2021 explodiert. Grafik: Gutachterausschuss für Grundstückswerte Aurich
Die Einfamilienhaus-Preise in Ostfriesland sind im Jahr 2021 explodiert. Grafik: Gutachterausschuss für Grundstückswerte Aurich
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Die Preis-Steigerung ostfriesischer Einfamilienhäuser war 2021 noch krasser als in den Vorjahren. Aus dem neuen Grundstücksmarktbericht geht hervor, dass erneut alles teurer geworden ist – auch Mieten.

Ostfriesland - Die Einfamilienhaus-Preise in Ostfriesland und Friesland sind im Jahr 2021 um 20 Prozent gestiegen. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht hervor, den der Auricher Gutachterausschuss für Grundstückswerte am Freitag vorgestellt hat. Damit haben sich die Werte in den vergangenen acht Jahren verdoppelt.

Demnach kostete ein „Musterhaus“ aus dem Jahr 2010 – mit 140 Quadratmetern Wohnfläche, 700 Quadratmetern Grundstück und in mittlerer Lage – zum 1. Januar 2022 im Mittel beispielsweise 440.000 Euro in Leer (höchster Wert der Statistik), 400.000 Euro in Aurich und 350.000 Euro in den ländlichen Bereichen der Landkreise (niedrigster Wert der Statistik). Ein Haus mit denselben Parametern aus dem Jahr 1980 brachte es in Leer im Mittel auf 290.000 Euro (Spitzenwert), auf 280.000 Euro in Norden und Emden, auf 250.000 Euro in Wittmund und auf 230.000 Euro in den ländlichen Bereichen der Landkreise (niedrigster Wert).

Wie sehr haben sich Bauplätze und Mieten verteuert?

Auch die Preise für Wohnbauland kletterten – um durchschnittlich neun Prozent in Ostfriesland und Friesland. Die Preisentwicklungen auf den Inseln und in den Städten sind in dieser Rechnung allerdings nicht enthalten. Dagegen stieg der Bodenpreis für landwirtschaftliche Grundstücke um vergleichsweise moderate drei Prozent. Doch seit dem Jahr 2010 ist hier eine Teuerung um 160 Prozent dokumentiert.

Die größte Wertsteigerung in den vergangenen Jahren hat der Gutachterausschuss bei Wohnungen auf der Insel Wangerroge registriert: ein Plus von 192 Prozent seit dem Jahr 2010. Im Jahr 2021 sind die Wohnungspreise in Ostfriesland und Friesland um zehn Prozent geklettert – die höherpreisigen Verkäufe auf den Inseln und an der Küste nicht inbegriffen. Der Gutachterausschuss schrieb: „Der durchschnittliche Kaufpreis bei Weiterverkäufen lag im Binnenland bei etwa 2000 Euro und in den Küstenbadeorten bei circa 3500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.“ Die Wohnungsmieten sind ebenfalls gestiegen – um 6,5 Prozent (ohne Inseln).

Für Leute, die beispielsweise ein geerbtes Haus verkaufen wollen, ist der Zeitpunkt folglich günstig. Für junge Familien, die ein Eigenheim kaufen oder bauen wollen, wird es derweil immer schwieriger. Denn zusätzlich zu den Rekordpreisen beginnen inflationsbedingt auch die Zinsen zu steigen. Weitere Berichte folgen im Laufe des Freitags.

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