Tourismus
Panorama-Saunahaus am Ocean Wave soll bald kommen
Als Norddeichs Kurdirektor jetzt die Presse über seinen Abschied informierte, ging er auch auf den Ausbau des Ocean Waves und auf das Großprojekt Wasserkante ein. Nun meldet sich auch die Politik.
Norddeich - In diesem Jahr soll das Norddeicher Erlebnisbad Ocean Wave endlich sein Panorama-Saunahaus bekommen. Das kündigte jetzt Armin Korok während eines Pressetermins an, in dem es um seinen bevorstehenden Abschied als Kurdirektor ging. Als die Pläne für die Außensauna im Jahr 2019 vorgestellt wurden, hieß es, dass sie 70 Personen Platz bieten soll. Darüber hinaus wurden noch 15 weitere Attraktivierungs-Maßnahmen für das Bad angekündigt, die im Anschluss nach und nach umgesetzt werden sollten.
Was und warum
Darum geht es: Bevor Armin Korok Norddeich als Kurdirektor verlässt, will er noch einiges erledigen.
Vor allem interessant für: Besucher und Bewohner von Norddeich, die den Strand besuchen und das Frei- und das Hallenbad nutzen
Deshalb berichten wir: Armin Korok hatte kürzlich zu einem Pressgespräch eingeladen. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Ursprünglich sollte die Sauna schon im Jahr der Vorstellung gebaut werden, aber dann verschärften sich unerwarteterweise die Anforderungen an die Seeheilbäder und die Wirtschaftsbetriebe mussten sich zunächst für 278.000 Euro eine Meerwasser-Badewanne anschaffen. Dann kam noch die Pandemie dazwischen. Nun aber soll im Frühjahr mit dem Bau der Sauna begonnen werden. Mit der Fertigstellung werde bis zum Ende dieses Jahres gerechnet, so Korok. Was die anderen noch ausstehenden Maßnahmen angeht, müsse sich zeigen, ob diese unter seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger noch abgearbeitet werden.
Arbeit begann in „stürmischen Zeiten“
Was hingegen den Masterplan Wasserkante, also die vollständige touristische Umgestaltung des Norddeicher Strands angeht, so sollen die Bauarbeiten am 30. Juni abgeschlossen sein. Das Großprojekt beschäftigt den gebürtigen Schleswig-Holsteiner schon fast seine gesamte Amtszeit lang, die am 1. Juni 2015 begann. So habe er sich auch ganz bewusst dazu entschieden, nach der Fertigstellung noch zu bleiben, um letzte Details zu klären. „Die Wasserkante ist ein Alleinstellungsmerkmal, um das uns andere beneiden“, ist sich der Kurdirektor sicher. Außerdem verschaffe sie Norddeich „im Wettbewerb Luft nach oben“. Das vergangene Jahr sei für das Seeheilbad – auch bedingt durch den coronabedingten Boom des innerdeutschen Tourismus – das beste aller Zeiten gewesen. „Wir stehen finanziell gut da.“
Weiterhin ging Korok auf das geplante neue Freibad in Norddeich ein, dessen Planungsauftrag er noch selbst an die zuständige Firma vergeben wolle, so der 60-Jährige. Er erinnert zudem daran zurück, dass das alte Freibad nur wenige Monate vor seinem Amtsantritt geschlossen wurde. Damals waren die Wirtschaftsbetriebe Norden, zu denen auch Koroks Tourismus-Service Norden-Norddeich gehört, in finanzielle Schieflage geraten. Es musste daraufhin kräftig eingespart werden. „Das waren damals stürmische Zeiten“, so Korok.
Das sagen seine Mitgeschäftsführer
Dass er nun Norddeich verlasse, um noch einmal neu an einem kleineren Urlaubsort an der Küste anzufangen, habe rein private Gründe. Mit der kürzlich von der Norder Politik diskutierten Möglichkeit, seine städtische Tochtergesellschaft wieder direkt bei der Stadt anzusiedeln, habe das also nichts zu tun. Schon vor 32 Jahren habe er an der Ostsee als Kurdirektor angefangen und an drei verschiedenen Orten gearbeitet. 2002 sei dann der Wechsel zur Nordseeinsel Föhr gefolgt, bevor es im Jahr 2015 nach Norddeich ging. Dort muss sich nun zeigen, wer seine Nachfolge antreten wird.
Korok bildet bislang zusammen mit Wolfgang Völz und Thorsten Schlamann die Geschäftsführung der Wirtschaftsbetriebe, zu denen auch die Stadtwerke gehören. Auf den baldigen Abschied von Korok angesprochen, schreibt Völz jetzt unserer Zeitung, dass er diesen Entschluss „sehr bedauert, da mit Herrn Korok eine äußerst konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit möglich gewesen ist.“ Schlamann ergänzt, dass die Entscheidung überraschend gekommen sei und ihn zunächst „schockiert“ habe. Er und Korok hätten nahezu gleichzeitig ihre Arbeit bei den Wirtschaftsbetrieben aufgenommen und gerade im ersten Jahr habe es Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit gegeben. Über die Jahre habe er Korok aber als sehr kollegialen Geschäftsführungskollegen sehr zu schätzen gelernt. Schlamann geht zudem in seiner Stellungnahme auf Anfeindungen von unterschiedlichen Interessensvertretern ein, denen sich der Kurdirektor stellen musste. Es sei bewundernswert, wie souverän er damit umgegangen sei, lobt Schlamann.
FDP plädiert für regionalen Nachfolger
SPD-Fraktionschefin Dorothea van Gerpen betont, dass das Projekt Wasserkante eine „nervenaufreibende Tätigkeit“ war und sei. „Der Kurdirektor sitzt immer zwischen zwei Stühlen. Einmal den Architekten und Gästen und andererseits dem Aufsichtsrat gegenüber.“ Man sehe es positiv, dass er die Wasserkante noch abschließen und das Freibad ein Stück weiter vorantreiben wolle.
Stefan Krieger fliegt schon zum zweiten Mal nach kurzer Zeit
David Gronewold, Vorsitzender der Wählergemeinschaft ZoB, geht ebenfalls auf die Herausforderung Wasserkante ein und bewertet das Projekt als positiv. „Für die geleistete Arbeit sind wir Herrn Korok darum dankbar.“ Was die Nachfolge angeht, so hoffe man darauf, „dass wieder jemand mit Elan und klaren Vorstellungen gefunden wird, wie Norddeich sich weiter entwickeln kann und soll.“ Auch FDP-Fraktionschef Jürgen Heckrodt nimmt Stellung. Seine Partei akzeptiere Koroks Entscheidung und hoffe darauf, dass er nun die gewünschte Ruhe finden werde. Was seine Nachfolge angeht, so seien die Liberalen für eine „regionale Lösung“.