Berlin
Warum Jimi Blue Ochsenknecht in „Diese Ochsenknechts“ nackt am Herd steht
Die Sky-Dokuserie „Diese Ochsenknechts“ zeigt die Familie Ochsenknecht „extrem privat“. Im Interview spricht Jimi Blue Ochsenknecht über seine „nicht ganz so typische“ Familie, seine Schulden und erzählt, wie er heute auf seinen Kindheitsruhm blickt.
„So bunt wie das Leben selbst“ – so bewirbt der Bezahlsender Sky die Reality-Serie „Diese Ochsenknechts“. In dem Format, das ab 21. Februar bei Sky One und Sky Ticket zu sehen ist, gibt der Ochsenknecht-Clan um Mutter Natasha Ochsenknecht private Einblicke in seinen Alltag. Im Fokus steht dabei vor allem auch Jimi Blue Ochsenknecht.
Im Interview spricht der Schauspieler über seine Familie, seinen Umgang mit Geld, erzählt, wann er die Berichterstattung über sein Liebesleben problematisch findet und warum er in der Serie nackt vorm Herd steht.
Der Trailer zu „Diese Ochsenknechts“:
Frage: Jimi Blue, mit der Reality-Show „Diese Ochsenknechts“ auf Sky zeigt sich Deine Familie ganz privat. Es gibt ja viele Reality-Formate prominenter Familien, von den Kardashians über die Geißens bis zu den Wendlers: Wo würdest du „Diese Ochsenknechts“ da einordnen?
Antwort: Wie der Wendler auf jeden Fall nicht. Wir sind ja eine komplett andere Familie, deswegen ist es generell etwas Neues. Ich würde schon sagen, dass es eher ein bisschen in die Kardashian-Richtung geht. Die Serie der Kardashians ist qualitativ halt sehr hochwertig gedreht, von den Farben, von der Kameraführung und so weiter. Das ist bei uns auch so. Sky hat sich da sehr viel Mühe gegeben, das qualitativ gut zu machen.
Frage: In der Serie kommt auch deine 81-jährige Oma Bärbel Wierichs, die Mutter deiner Mutter, vor. Du hast gesagt, sie wird auch „Techno Bärbel“ genannt. Wie ist sie zu diesem Spitznamen gekommen?
Antwort: (Lacht) Weil die ganz gerne feiern geht. Sie genießt es, nachts mit jungen Leuten ausgehen zu können, wenn sie mal in Berlin ist. Wenn wir zum Beispiel essen gehen und meine Kumpels dabei sind, laute Musik gespielt wird, ist sie die Allererste, die aufsteht und tanzt. Und dann haben wir ihr einfach den Spitznamen „Techno Bärbel“ gegeben.
Frage: Also ist sie keine typische Oma?
Antwort: Nö, eine typische Oma ist sie auf jeden Fall nicht. Aber unsere Familie ist sowieso nicht ganz so typisch. Wir haben alle positiv gemeint einen Knick weg.
Frage: Dein Vater Uwe Ochsenknecht ist in der Serie nicht dabei. Warum wollte er nicht mitmachen?
Antwort: Ehrlich gesagt, hat sich das teilweise zeitlich gar nicht so ergeben. Der lebt halt in einem ganz anderen Land, er lebt auf Mallorca. Falls es irgendwann mal eine zweite Staffel geben sollte, könnte ich mir schon vorstellen, dass es da funktioniert.
Frage: Man sieht dich in der Serie nackt beim Kochen. Läufst du zuhause öfter nackt rum?
Antwort: (Lacht) Das war einfach situativ, das heißt nicht, dass ich das immer mache. Vor allem nicht gegenüber meiner Familie. Meine Familie wollte mich an dem Drehtag verarschen. Das hat aber nicht funktioniert, deshalb dachte ich: Ich ärgere die jetzt – und bin mit Klamotten in den Pool gesprungen. Ich dachte mir dann: Ich muss die Klamotten eh ausziehen, ich habe kein Handtuch, dann gehe ich einfach schnell nackt ins Haus. Um die anderen zu ärgern, das fand ich halt einfach lustig. Aber es ist nicht alltäglich, dass ich überall nackt rumlaufe oder am FKK-Strand auf Mallorca abhänge.
Frage: Deine Beziehung ist Gegenstand der Boulevard-Medien, so auch nach deiner Trennung von Yeliz Koc im letzten Jahr. Welche Schlagzeile findest du okay? Wo wurden Grenzen überschritten?
Antwort: Vor allem letztes Jahr habe ich gemerkt, dass die Medien sehr viel Clickbaiting betreiben. Also Schlagzeilen raushauen, obwohl im Text etwas ganz Anderes drinsteht, um Traffic zu generieren. Das ist für mich eine Grenze, die man da überschreitet, wenn es auf eine sehr persönliche Ebene geht. Wenn man sich etwas aus der Luft greift und eine eigene Meinung bildet, obwohl man gar nicht die Hintergründe kennt.
Frage: Deine Tochter heißt Snow Elanie. Die Tochter deiner Schwester Mavie Handio. Hätte es Ärger mit deinen Eltern gegeben, wenn Du Deine Tochter einfach nur Hannah oder Sophie genannt hättest?
Antwort: Ich glaube nicht, im Endeffekt ist es ja unser Kind. Wir können als Eltern natürlich selbst entscheiden, wie wir unsere Tochter nennen. Es war relativ schnell klar, dass sie keinen normalen Namen bekommt, das hätten wir langweilig gefunden. Andere Namen sind zwar auch schön und es kann ja jeder für sich entscheiden. Aber wir fanden den Namen einfach passend und waren relativ schnell d’accord damit.
Frage: Du zeigst auf Instagram nicht das Gesicht deiner Tochter. Wird sie in der Serie zu sehen sein?
Antwort: Eventuell wird man sie sehen. Aber man sieht sie wenn dann nur ganz wenig und nicht das Gesicht. So wie bei Cheyennes Tochter Mavie wird ihr Gesicht in der Show verpixelt sein.
Frage: Du teilst Dir die Erziehung Deiner Tochter mit ihrer Mutter, deiner Ex-Freundin Yeliz Koc. Ist das ein Streitpunkt zwischen Euch beiden, wie viel man von eurer Tochter in den Medien sieht?
Antwort: Streitpunkt würde ich jetzt nicht sagen, man redet natürlich darüber. Uns ist beiden klar, dass man sie in so einem jungen Alter nicht vor die Kameras zerren sollte. Wenn wir finden, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sie mal zu zeigen, kann das natürlich passieren. Aber momentan ist sie noch viel zu jung dafür.
Frage: Wie war das damals bei deinen Eltern? Habt ihr als Kinder selbst entschieden, wie sehr ihr in der Öffentlichkeit stehen wollt?
Antwort: Da kann ich mich, ehrlich gesagt, gar nicht dran erinnern. Wir kennen das ja gar nicht anders, wir sind damit aufgewachsen. Wir haben mit „Die wilden Kerle“ ja relativ früh schon geschauspielert. Das war unsere Entscheidung, das zu machen. Da hatten wir Lust drauf. Und dann ist es einfach so passiert.
Frage: In welcher Situation hast du deinen Kindheitsruhm bereut? Wann warst du dankbar dafür?
Antwort: Zu der Zeit war ich eigentlich immer dankbar dafür. Als junger Typ fand man es natürlich cool, von Fans begehrt zu werden. Inzwischen bin ich ganz froh, dass es ein bisschen runtergefahren ist im Vergleich zu damals. Ich weiß jetzt, wenn ich zuhause bin, die Privatsphäre sehr zu schätzen. Ich poste auch auf Instagram nur Ausgewähltes aus meinem Privatleben. Deshalb ist es jetzt auch spannend bei unserer Show einen privaten Einblick zu geben, weil wir das sonst nicht so extrem machen.
Frage: Apropos privater Einblick, du sprichst in der Serie auch über deinen Umgang mit Schulden.
Antwort: Erst war es mir unangenehm, das publik zu machen. Ich fand es dann aber schon wichtig zu zeigen, dass es bei einer Person des öffentlichen Lebens, von der man denkt, dass es ihr an nichts fehlt, auch anders gehen kann. Wenn man zum Beispiel einer falschen Person vertraut, dass man da wortwörtlich auf die Schnauze fallen kann.
Frage: Waren finanzielle Sorgen ein Grund, warum du dich entschieden hast, bei der Serie mitzumachen?
Antwort: Eigentlich nicht. Bevor wir angefangen haben zu drehen, waren alle Schulden schon getilgt. Also der Grund war nicht zu sagen, ich muss jetzt Geld verdienen und deswegen mach ich es. Wir hatten einfach Lust darauf.
Frage: Wie viel Schulden hattest Du denn eigentlich?
Antwort: Das war schon ein mittlerer, sechsstelliger Betrag. Die ungefähre Summe wird man in der Show hören. Meine Schulden waren relativ hoch, aber ich bin sehr stolz auf mich, dass ich das alleine innerhalb von einem knappen halben Jahr tilgen konnte. Da war ich sehr fleißig, muss ich sagen.
Frage: Was ist das Schlimmste oder Lustigste, das Du für Geld gemacht hast?
Antwort: Was ich für Geld gemacht habe oder was ich mit Geld gemacht habe? (lacht)
Frage: Erzähl gerne beides. Aber eigentlich meinte ich, was Du für Geld gemacht hast.
Antwort: Also früher als Junge habe ich sehr viel Geld für Autos ausgegeben. Was im Endeffekt sinnlos war, weil ich da teilweise noch gar keinen Führerschein hatte (lacht).
Antwort: Und was ich gemacht habe, um Geld zu verdienen: Im Endeffekt wollte ich nie nur fürs Geld irgendwas machen. Auch wenn es dann theoretisch länger gedauert hat, die Schulden zu tilgen - was ja trotzdem relativ schnell ging. Ich habe mir gesagt: Egal, wie meine finanzielle Situation ist, irgendwann wird es sowieso wieder besser sein. Dafür wollte ich mich auf gar keinen Fall verkaufen. Vielleicht würde ich jetzt aber anders denken, weil ich eine Tochter habe. Ich werde hoffentlich nie wieder in so eine Situation kommen, aber vielleicht würde ich wegen meiner Tochter sagen: Damit ich da schneller rauskomme, mache ich es halt. Aber grundsätzlich möchte ich nie etwas nur wegen des Geldes machen.
Frage: Wenn die Serie in deiner Kindheit gespielt hätte – was wären die Staffel-Highlights?
Antwort: Ich glaube, was zu der damaligen Zeit für die Zuschauer interessant gewesen wäre, ist wie krass es ablief mit dem Hype, mit den Touren, die wir gemacht haben. Die Fans, die teilweise vor unserer Haustür gecampt haben. Ich glaube, das wäre ein interessanter Einblick gewesen.
Die Sky Originals-Serie „Diese Ochsenknechts“ mit sechs Folgen ist ab dem 21. Februar um 20.15 Uhr jeden Montag bei Sky One und Sky Ticket sowie auf Abruf zu sehen.