Bildung
Neue Privatschule soll im Sommer an den Start gehen
Die Planungen für die erste Freie Schule in Emden sind mittlerweile weit fortgeschritten. Auch bei einer der zentralen offenen Fragen zeichnet sich eine Lösung ab.
Emden - Die erste Privatschule in Emden soll zum Beginn des neuen Schuljahrs an den Start gehen. Diese Ziel hat die Initiatorin Dr. Katharina Lührung jetzt bei der Vorstellung des Konzeptes im Schulausschuss des Emder Rates genannt. Die Planungen für „Meine Freie Schule“ – so lautet der Name der künftigen Bildungsstätte – sind mittlerweile weit voran geschritten. Nach wie vor ist aber offen, in welches Gebäude sie einziehen wird.
Was und warum
Darum geht es: Die Planungen für die erste Privatschule in Emden sind schon weit fortgeschritten.
Vor allem interessant für: Eltern von Kindern, Pädagogen und Leute, die eine Alternative zu staatlichen Schulen suchen
Deshalb berichten wir: Wir verfolgen die Pläne zum Aufbau der Schule von Beginn an. Die Initiatorin Dr. Katharina Lühring hat jetzt über den aktuellen Stand berichtet. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Dieses Problem beschäftigt Lühring und das Planungsteam schon seit längerem. Deshalb mussten sie den Start des Schulbetriebs in der Zwischenzeit zweimal verschieben. Ursprünglich sollte es schon im September des vergangen Jahres losgehen. Danach war der 2. Februar angepeilt worden. An diesem Tag begann die zweite Hälfte des laufenden Schuljahres.
Mittlerweile hat Lühring einen Standort in Aussicht. Wo genau er ist, will sie noch nicht öffentlichen preisgeben. „Wir warten noch auf eine Rückmeldung des Bauamtes“, sagte sie dieser Zeitung auf Nachfrage. Die Immobilie muss nämlich besondere Auflagen erfüllen. Außerdem werde derzeit noch eine andere Option geprüft, so die Psychologin und Pädagogin.
Gebäude ist eine der letzten Hürden
Die Gebäudefrage ist eine der letzten großen Hürden auf dem Weg zu der Privatschule. Die Planungen des ehrgeizigen Projektes begannen im Sommer 2020 und werden jetzt von einem großen Team vorangetrieben. Laut Lühring hat das zuständige Regionale Landesamt für Schule und Bildung in Osnabrück das pädagogische Konzept mittlerweile genehmigt. Zudem habe die sozial-ökologische Förderbank GLS Bank dem Finanzierungsplan grundsätzlich zugestimmt.
Die Initiatorin, die in Emden ein eigenes Institut für psychologisch-pädagogische Bildung und Entwicklung leitet, betont immer wieder, dass sie „keine Gegnerin von Regelschulen“ sei, sondern „die Schullandschaft in Emden bereichern“ wolle. Sie wünsche sich auch einen Austausch mit den staatlichen Schulen und eine gegenseitige Unterstützung, sagte sie im Schulausschuss.
Perspektive: Kita und weiterführende Schule
Die Freie Schule soll als Grundschule starten. Schon in der Anfangsphase ist auch die Einrichtung eines Horts vorgesehen, in dem Mädchen und Jungen nach dem Unterricht betreut werden. Perspektivisch seien auch eine Kita und eine weiterführende Schule geplant, so Lühring.
Unterrichtet werden soll in kleinen Klassen mit maximal zwölf Kindern, jahrgangsübergreifend und erlebnisorientiert. Das pädagogische Konzept löst sich von den klassischen Schulfächern. Es sieht auch keine Hausaufgaben und keine Noten vor. Die Initiatoren favorisieren außerdem die Form einer sogenannten teilgebundenen Ganztagsschule mit längerem Unterricht an zwei Nachmittagen der Woche. Der Kernlehrplan staatlicher Grundschulen werde mit dem eigenen Konzept voll abgedeckt“, heißt es.
30 Anmeldungen liegen vor
Das Team aus drei Lehrkräften steht bereits in den Startlöchern. Unterstützt wird es von pädagogischen Mitarbeitern und Therapeuten. Auch ein ausgebildeter Therapiehund soll eingesetzt werden. Es gebe zudem eine Liste von mehr als 100 Leuten, die Interesse an einer Mitarbeit bekundet haben, so Lühring.
Die Gefahr einer Zwei-Klassen-Bildungsgesellschaft
So hat sich Emdens erste Privatschule gemausert
Nach ihren Angaben liegen mittlerweile 30 verbindliche Anmeldungen für die Privatschule vor. „Weitere Interessenten sollten sich melden, um planen zu können“, sagt die Initiatorin. Sie und das Team haben auch damit begonnen, Spenden in Form von Geld, Büchern, Spielen oder Musikinstrumenten zu sammeln: „Schließlich fangen wir bei Null an“.