Brandschutz

Landkreis Leer verfolgt zwei Pläne für Feuerwehrzentrale

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 13.02.2022 08:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An der Stelle, an der jetzt die Oberschule „Kloster Barthe“ unterrichtet, könnte die neue Feuerwehrzentrale gebaut werden. Foto: Stromann
An der Stelle, an der jetzt die Oberschule „Kloster Barthe“ unterrichtet, könnte die neue Feuerwehrzentrale gebaut werden. Foto: Stromann
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Obwohl ein Plan für die Feuerwehrtechnische Zentrale Leer in Nüttermoor schon fast fertig ist, wird nun parallel dazu ein neuer Plan für das Schulgelände in Brinkum entwickelt. Dabei drängt die Zeit.

Leer - Die „ein oder andere schlaflose Nacht“ habe es ihn gekostet, gab Jens Lüning, Amtsleiter für Gebäudemanagement des Landkreises Leer zu. Dann sei doch die Entscheidung zugunsten einer neuen Planung für die Feuerwehrtechnische Zentrale auf dem Schulgelände in Brinkum gefallen. Dabei gibt es bereits einen Plan für das Gebäude, das Lüning zufolge bereits „bauantragsreif“ ist. Nun plane der Landkreis parallel für beide Standorte weiter.

Lüning berichtete im Ausschuss für Feuerschutz, Rettungswesen und Katastrophenschutz über den aktuellen Stand der Planung. Demnach hat der Landkreis das Gebäude der früheren Orientierungsstufe, das derzeit von der Oberschule Hesel genutz wird, für den Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) ins Auge gefasst, weil er zum einen verkehrsgünstig in der Nähe der Bundesstraße und der Autobahn liegt, aber weil er zum anderen im Eigentum des Kreises ist.

Schulgebäude werden abgerissen

Die Schulgebäude, das gab Lüning auf Nachfrage zu, würden zugunsten der FTZ abgerissen. Sie seien „stark sanierungsbedürftig“, aber vor allem vom Zuschnitt her für die Zwecke der Kreisfeuerwehr nicht geeignet. Diese soll dort Büro- und Schulungsräume sowie eine Fahrzeughalle sowie Umkleide- und Sanitärräume bekommen. Zusätzlich soll die Abteilung Katastrophenschutz dort einziehen und ebenso das Veterinäramt des Kreises. Bleiben werde laut Lüning die Sporthalle, die aber weiterhin von örtlichen Vereinen genutzt werden soll. Die Gemeinde Brinkum sei ebenfalls an einem Stück des Geländes interessiert.

All das war bereits für den Standort im Industriegebiet Nord vorgesehen. Weil es ein derartiges Gebäude nicht „von der Stange“ gibt, wurde ein Planungsbüro beauftragt, dass Erfahrung mit der Entwicklung von Feuerwehrgebäuden hat. Zuletzt wurden die Baukosten auf 26 Millionen Euro geschätzt. Im Unterschied zu Brinkum handelt es sich um kein eigenes Gebäude, sondern das 16.000 Quadratmeter große Grundstück wurde dem kreiseigenen Bildungswerk Lee-Werk Wisa abgekauft.

„Es ist Eile geboten“

Die Fertigstellung der FTZ in Nüttermoor war für Ende 2023 vorgesehen. Ein ohnehin sportlicher Zeitplan, doch sollte die Entscheidung nun auf Brinkum fallen, ist nicht klar, wann mit dem Bau begonnen werden soll. „Es ist Eile geboten“, sagte Lüning, denn die Kreisfeuerwehr leidet seit Langem unter Platznot. Die Schulungsräume der jetzigen FTZ in Leer sind zu klein und veraltet, gleiches gilt für die Räumlichkeiten der Einsatzkräfte. Es ist dort nicht genug Platz für alle Fahrzeuge, deshalb stehen einige Wagen über das Stadtgebiet verteilt in angemieteten Gebäuden.

Sollte die Entscheidung auf Brinkum fallen, seien die Pläne für Nüttermoor nicht völlig vergeblich, sondern könnten „gut angepasst“ werden, so Lüning auf Fragen aus dem Ausschuss. Es werde „hoffentlich nicht mehr ein Jahr dauern“, bis ausgeschrieben werden könne. Vorerst werden beide Pläne weiterverfolgt. „Ein ungewöhnliches Vorgehen“, räumte Lüning ein.

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