Volkswagen Emden

VW in Emden sucht mehr als 1000 neue Mitarbeiter

Martin Teschke
|
Von Martin Teschke
| 10.02.2022 20:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
So soll er demnächst in Emden vom Band laufen: der Elektro-SUV ID.4. Foto: Michael/dpa/Archiv
So soll er demnächst in Emden vom Band laufen: der Elektro-SUV ID.4. Foto: Michael/dpa/Archiv
Artikel teilen:

Der Konzern will in Ostfriesland die Produktion des vollelektrischen ID.4 starten. Zeitgleich werden aber noch Verbrenner produziert. Und dafür braucht man in Emden jede Menge Personal.

Emden - Das Volkswagen-Werk in Emden will bis Ende Juli dieses Jahres 1000 bis 1500 neue Mitarbeiter aufnehmen. Das hat Betriebsratschef Manfred Wulff am Donnerstagabend in einer Online-Pressekonferenz bekannt gegeben. Außerdem können knapp 150 Leiharbeiter, die Ende vergangenen Jahres entlassen worden waren, ins Emder Werk zurückkehren. Hintergrund sind die Pläne des Konzerns, die Produktion des Elektro-SUV ID.4 noch im Frühjahr zu starten.

„Wir haben seit anderthalb Jahren gesagt, dass wir bis zu 1500 Leute brauchen, um die parallele Fahrweise von Verbrennern und Elektroautos stemmen zu können“, sagte Wulff. „Wichtig war uns auch, dass wir die 145 Leiharbeiter zurückbekommen.“ Zuvor habe sich der Konzern noch dagegen gesträubt, jetzt habe er endlich unterschrieben. Die Leiharbeiter sollen demnach zum 1. April wieder eingestellt werden – als feste Mitarbeiter zu VW-Konditionen, allerdings befristet für zwei Jahre. Die anderen 1000 bis 1500 Mitarbeiter würden derzeit über Autovision gesucht – einen Personaldienstleister, der zum Volkswagen-Konzern gehört.

Mitarbeiter aus Wolfsburg willkommen

Zu Gerüchten, dass aus dem Stammwerk in Wolfsburg wegen dort ausfallender Nachtschichten Mitarbeiter nach Emden wechseln könnten, sagte Wulff: „Wenn das in Wolfsburg so entschieden wird, dann sind wir super bereit, die Kollegen aufzunehmen.“ Autovision suche derzeit aber vornehmlich in Ostfriesland. Üblicherweise stelle Autovision für zwölf Monate ein.

Betriebsratschef Manfred Wulff freut sich, positive Nachrichten überbringen zu dürfen. Foto: Ortgies/Archiv
Betriebsratschef Manfred Wulff freut sich, positive Nachrichten überbringen zu dürfen. Foto: Ortgies/Archiv

Wann genau die Produktion des ID.4 anlaufen soll, wollte der Emder Betriebsratschef nicht verraten. Er räumte aber ein, dass es nicht wie geplant Anfang oder Mitte März klappen werde. Nicht ausschließen wollte Wulff, dass es im Mai losgehen könnte.

Bald 10.000 Mitarbeiter in Emden

VW Emden will den Angaben von Wulff zufolge in diesem Jahr 200.000 Autos produzieren. 70.000 davon sollen E-Autos sein. Geplant war ursprünglich, rund 260.000 Fahrzeuge in Emden herzustellen. Die reduzierte Anzahl ist wie in anderen Autofabriken auch dem Mangel an Halbleitern geschuldet. „Wir haben noch nicht die Mengen, die wir brauchen“, sagte Wulff. „Aber der Vorstand hat diesmal einen guten Job gemacht. Ich sehe Licht am Ende des Tunnels.“

Am 28. Februar werde es noch einmal einen Tag Kurzarbeit geben, im März nicht mehr. Im Emden sind derzeit laut Betriebsrat knapp 9000 Menschen in Arbeit. Wenn es mit den Einstellungen klappt, könnten es nach den Werksferien von Ende Juli bis Mitte August dann mehr als 10.000 Beschäftigte sein.

Ähnliche Artikel