Frauenwochen

Frauen sehnen sich nach Entspannung und Begegnungen

| | 09.02.2022 12:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Karin Thies (links) und Martina Gerken organisieren gemeinsam die 2. Wiesmoorer Frauenwoche. Angefertigte Flyer sollen nun in der Stadt verteilt werden. Foto: Homes
Karin Thies (links) und Martina Gerken organisieren gemeinsam die 2. Wiesmoorer Frauenwoche. Angefertigte Flyer sollen nun in der Stadt verteilt werden. Foto: Homes
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Die Pandemie nagt am Wohlbefinden der Frauen. Diesen Eindruck haben Gleichstellungsbeauftragte der Region. Entsprechend willkommen sind da Frauenwochen. Wir verraten, was Aurich, Wiesmoor und Großefehn planen.

Wiesmoor/Großefehn/Aurich - Bei vielen Frauen sei in der Pandemie die Dauerbelastung deutlich spürbar, sagt Birgit Ehring-Timm. Sie ist die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aurich. „Einerseits macht sich Frustration und Erschöpfung breit und andererseits wünschen sie sich neue Begegnungen und Austausch sowie kulturelle Ereignisse“, sagt Ehring-Timm. Auch Karin Thies, Leiterin des Netzwerks Unternehmerinnen Ostfriesland, betont eine gestiegene Belastung bei Frauen: „Ich habe den Eindruck, dass das Rollenbild von Mann und Frau in der Corona-Zeit ein wenig wieder vergangene Züge angenommen hat, beispielsweise dass die Frau den Mehraufwand durch Homeoffice der Kinder bewältigen muss.“ Frauen würden sich – mehr denn je – danach sehnen, mal wieder „etwas für sich“ machen zu können.

Da seien Aktionen rund um den Weltfrauentag am 8. März eine „willkommene Sache“, so Karin Thies. Die Wittmunderin wirkt in diesem Jahr erstmals mit bei der Organisation einer Frauenwoche, nämlich in Wiesmoor. Eine Art Vorreiterrolle bei Frauenwochen nimmt die Kreisstadt Aurich ein. „Wir gehen in unsere 32. Frauenwochen. Ich wüsste nicht, dass es diese landes- oder gar bundesweit schon so oft und in diesem Aktionsumfang gegeben hat“, sagt Birgit Ehring-Timm. In der Gemeinde Großefehn wird es in diesem Jahr keine Frauenwoche geben. „Ich bin derzeit noch verstärkt dabei, Schulen, Kindergärten und größere Firmen zu besuchen, um mir einen Überblick über die Gleichstellungssituation in der Gemeinde zu machen“, sagt Sonja Alberts. Die Timmelerin hatte im Juni vergangenen Jahres den Posten der Gleichstellungsbeauftragten in Großefehn übernommen. Für sie sei es noch zu früh, in 2022 Frauenwochen zu organisieren. „Ich habe das aber für kommendes Jahr im Hinterkopf. Zudem will ich ein Netzwerk von Powerfrauen aus der Gemeinde aufbauen“, sagt Sonja Alberts.

Am Rathaus macht ein am Dienstag aufgehängtes Banner auf die Wiesmoorer Frauenwoche aufmerksam. Foto: Homes
Am Rathaus macht ein am Dienstag aufgehängtes Banner auf die Wiesmoorer Frauenwoche aufmerksam. Foto: Homes

Vier Events in Wiesmoor geplant

In Wiesmoor soll es in diesem Jahr zum zweiten Mal überhaupt – und erstmals wieder seit der Premiere 2017 – eine Frauenwoche geben. Das Konzept und die Aktionen dafür haben Karin Thies und Martina Gerken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wiesmoor, ausgearbeitet. „Ich habe mich umgehört, was die Frauen derzeit bewegt und was sie sich wünschen. Darauf basiert das Programm“, sagt Gerken. „Doch weil ich als Kita-Leiterin in Hinrichsfehn und mit der Pflege meines Vaters stark eingespannt bin, habe ich mir diesmal für die Organisation in Karin Unterstützung geholt.“

Zwischen dem 8. und 11. März ist täglich ein Event für Frauen geplant. Den Auftakt macht ein Achtsamkeitstraining für Körper, Geist und Seele im Ratssaal. Hierfür gibt es keine Teilnehmerbegrenzung, bei den anderen drei Veranstaltungen können allerdings nur bis zu 20 Frauen dabei sein. Am 9. März ist ein Workshop für eine perfekte Haltung, eine starke Mitte und optimale Bewegungsabläufe geplant. Für den 10. März steht Waldbaden und tags drauf neuro-autogenes Malen auf dem Programm. Nachfragen und Anmeldungen sind möglich unter gleichstellungsbeauftragte@wiesmoor.de oder unter Telefon 04944/915389.

Begegnungen stehen in Aurich im Mittelpunkt

In der Stadt Aurich werden die Frauenwochen vom 14. Februar bis zum 31. März veranstaltet. Organisiert werden diese von der Arbeitsgemeinschaft Auricher Frauen. „Im Mittelpunkt stehen sollen in diesem Jahr Begegnungen – digital oder analog“, sagt Birgit Ehring-Timm. Sie ist bereits seit 2009 Auricher Gleichstellungsbeauftragte. Die Corona-Situation erschwere die Frauenwochen-Planungen. „Manche Veranstaltungen – vorrangig planen wir ohnehin viele kleine bis zu zehn Personen – stehen auf der Kippe“, so Ehring-Timm. Thematisch aufgegriffen werden sollen dabei unter anderem ein beruflicher Wiedereinstieg und Entspannung. „Wir wollen, dass die Frauen wieder ihre Akkus aufladen“, sagt Birgit Ehring-Timm.

Des Weiteren wird es wieder zwei Veranstaltungen unter freiem Himmel geben. So wird am 14. Februar in der Fußgängerzone tanzend ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt. Auch am Weltfrauentag, 8. März, ist eine Mitmachaktion auf dem Marktplatz geplant. Weitere Infos zu den Auricher Frauenwochen gibt es unter www.auricherfrauen.de.

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