Mobilität

Stadt Emden: Verkehr in der Innenstadt fließt deutlich besser

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 09.02.2022 07:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf mehreren Transparenten wirbt die Stadt für die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt. Foto: H. Müller/Archiv
Auf mehreren Transparenten wirbt die Stadt für die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt. Foto: H. Müller/Archiv
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Die Emder Stadtverwaltung zieht einen Monat nach dem Start eine positive Zwischenbilanz der zweiten Stufe des Verkehrsversuches. Sie reagiert auch auf Sorgen von Anwohnern der Friedrich-Ebert-Straße.

Emden - Knapp fünf Wochen nach dem Start hat die Stadtverwaltung eine durchweg positive Zwischenbilanz der zweiten Phase des umstrittenen Verkehrsversuchs in der Emder Innenstadt gezogen. Es lasse sich „eine deutliche Verbesserung des Verkehrsflusses erkennen“, so Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Nachfrage dieser Zeitung.

Was und warum

Darum geht es: um die Frage, ob sich der Verkehrsfluss nach dem Start der zweiten Phase des Verkehrsexperimentes in der Emder Innenstadt verbessert hat

Vor allem interessant für: Verkehrsteilnehmer, Anlieger und Nutzer der Emder Innenstadt sowie Stadtplaner und Gewerbetreibende, die den Verlauf der angestrebten Verkehrswende in Ostfrieslands größter Stadt verfolgen

Deshalb berichten wir: Die zweite Phase des Verkehrsexperimentes in der Neutorstraße läuft seit gut einem Monat. Wir haben die Stadt deshalb gefragt, wie sie den Anlauf dieser Stufe bewertet.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Weder auf der Straße Agterum noch auf der Neutorstraße ließen sich aus Fahrtrichtung Norden kommend Staus beobachten. Das Gleiche gelte für die Faldernstraße und die Straße Am Delft. Zu den Spitzenzeiten könne es dort allerdings zu Stockungen kommen.

„Situation hat sich deutlich entspannt“

Deutlich entspannt habe sich der Verkehr zudem am Knotenpunkt Agterum/Neutorstraße/Zwischen Beiden Bleichen. Laut des Sprechers decken sich diese Feststellungen auch mit dem Verlauf, den das von der Stadt beauftragte Gutachterbüro für das neue Szenario prognostiziert hatte.

Die zweite Versuchsphase zur Beruhigung des Verkehrs in der Innenstadt hatte die Stadt mit Zustimmung der Politik Anfang dieses Jahres eingeleitet. Seit dem 5. Januar können Autofahrerinnen und Autofahrer die Neutorstraße im Zentrum nur noch in Nord-Süd-Richtung, also vom Knotenpunkt Agterum kommend in Richtung Rathaus befahren.

Testphase läuft seit Jahresbeginn

Zuvor war der Autoverkehr auf diesem Abschnitt der Neutorstraße etwa zwei Jahre lange ebenfalls nur einspurig, aber in genau entgegengesetzter Richtung gerollt. Grund dafür war zunächst die Baustelle der im vergangenen Sommer fertiggestellten Neutor-Arkaden. Nahtlos schloss die erste Stufe des von Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) initiierten und forcierten Modellversuchs daran an. Sie löste eine heftige und kontroverse Debatte aus, die bis heute andauert.

Für das „Szenario 2“, wie die Stadt die aktuelle Stufe nennt, wurden unter anderem neue Leitlinien, Piktogramme für die Radfahrstreifen und Richtungspfeile auf der Fahrbahn der Neutorstraße im Abschnitt zwischen Agterum und Rathaus aufgebracht. Die Fahrspur für Kraftfahrzeuge verläuft jetzt in der Mitte der Straße.

Mehr Sicherheit für Fußgänger

An beiden Seiten davon sind breite Radwege ausgewiesen. Nach wie vor gilt, dass Autos dort maximal mit Tempo 30 fahren dürfen und Fußgänger auf den gekennzeichneten Überwegen in Höhe von Zwischen beiden Sielen und der Osterstraße Vorrang vor dem fließenden Verkehr haben. Die Fußgängerampeln an beiden Überwegen bleiben ausgeschaltet.

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Der Fuß- und Radverkehr auf diesem Abschnitt habe sich während der laufenden Testphase „deutlich positiv“ entwickelt, heißt es in der Zwischenbilanz der Stadt. „Die verbreiterten Radwege werden von vielen Radfahrern genutzt“, schreibt Dinkela. Außerdem könnten Fußgänger die Straße jetzt noch ungefährdeter überqueren, weil Autos nun in der Mitte und auf einer Spur fahren.

Stadt nimmt Sorgen von Anliegern „sehr ernst“

Mittlerweile erhalte die Stadt auch positive Signale aus der Bevölkerung. Gleichwohl nehme man die Hinweise von Anwohnern der Friedrich-Ebert-Straße „sehr ernst“, heißt es. Eine Initiative von Anliegern dieser Straße, die viele Autofahrer als Ausweichstrecke nutzen, hatte sich erst vor zwei Tagen erneut mit einem Schreiben an die Politik und die Verwaltung der Stadt gewandt. Darin äußern sie erhebliche Bedenken und Sorgen über zu hohe Belastungen, für die diese Straße nicht ausgelegt sei. Zudem sehen sie Gefahren vor allem für Schulkinder und Radfahrer.

Dinkela kündigte an, dass die Stadt die Wortführer der Anliegerinitiative einladen wird, „um in einen direkten Dialog zu kommen“. Der Ansatz der Anwohner, eigene konstruktive Vorschläge zu unterbreiten, freue die Stadt sehr. „Darum gehen wir auch fest davon aus, dass wir mit Rat und Verwaltung gemeinsam mit den Anwohnerinnen und Anwohnern einen Kompromiss finden werden, der die Stadt Emden insgesamt voranbringt“, heißt es seitens der Verwaltung.