Hannover

Niedersachsen investiert noch einmal kräftig in Impf-Werbung

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 08.02.2022 16:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Dienstag sind die ersten Apotheken in Niedersachsen ins Impfen gegen Corona eingestiegen. Das Land investiert zusätzlich noch einmal eine Million Euro, um für Corona-Schutzimpfungen zu werben. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Am Dienstag sind die ersten Apotheken in Niedersachsen ins Impfen gegen Corona eingestiegen. Das Land investiert zusätzlich noch einmal eine Million Euro, um für Corona-Schutzimpfungen zu werben. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
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Seit Monaten geht es beim Impfen gegen Corona nicht mehr richtig voran. Nun will Niedersachsen die Werbetrommel noch einmal kräftig rühren und nimmt dafür eine weitere Million Euro in die Hand.

Das Land Niedersachsen investiert eine weitere Million Euro, um für das Impfen gegen Corona zu werben. Das hat eine Sprecherin des Sozial- und Gesundheitsministeriums am Dienstag in Hannover auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt. Damit gibt das Land insgesamt fast fünf Millionen Euro für die Impf-Werbung aus. In einem ersten Schritt standen für die im Sommer vorigen Jahres gestartete Werbekampagne 3,9 Millionen Euro zur Verfügung. Damit wurden beispielsweise Plakate finanziert, die mit Sprüchen wie „Entweder Virus oder Spritze“ zum Impfen aufriefen. In verschiedenen Sprachen sowie Stadt- und Ortsteilen mit niedriger Impfquote will das Land nun noch einmal die Werbetrommel fürs Impfen rühren. Auch sollen die mobilen Impfteams gezielt diejenigen Menschen aufsuchen, die sich bislang einer Impfung verweigert haben, sagte Heiger Scholz, Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, stellte aber zugleich nüchtern fest: „Irgendwann ist ein harter Kern von Menschen erreicht, die sich nicht impfen lassen wollen.“ Regierungssprecherin Anke Pörksen versicherte gleichwohl: „Wir versuchen weiter Überzeugungsarbeit zu leisten und geben überhaupt noch nicht auf.“ Aktuell liegt der Anteil vollständig geimpfter Bürger in Niedersachsen bei rund 76 Prozent und damit leicht über dem Bundesschnitt von 74,5 Prozent.

Unterdessen wird der Höhepunkt der Omikron-Welle in Niedersachsen nach Einschätzung von Krisenstabs-Leiter Scholz nicht zu einer Überlastung der Krankenhäuser führen. Ausgehend von Hochrechnungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sei in den kommenden beiden Wochen ein Höchststand von bis zu 300 Intensivpatienten im Land zu erwarten, gleichzeitig könne die Hospitalisierungsinzidenz von derzeit 11 auf bis zu 17 steigen. Das bedeute eine große Anspannung für die Krankenhäuser, sei aber beherrschbar. „Wie es momentan aussieht, dürfte uns die Situation nicht entgleiten“, sagte Scholz. Mitte April 2021 mussten schon einmal mehr als 320 Covid-Patienten im Land intensivmedizinisch behandelt werden.

Die Hospitalisierungsinzidenz ist derzeit der entscheidende Faktor für die Corona-Maßnahmen. Sie gibt an, wie viele Covid-19-Patienten innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner in den Krankenhäusern aufgenommen wurden. Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben. Diese müssen ebenfalls isoliert und unter hohen Schutzanforderungen behandelt werden. Derzeit sind 996 Erwachsene mit Covid-19 im Krankenhaus, davon 136 auf den Intensivstationen. Hinzu kommen 37 Kinder, von denen zwei intensivmedizinisch behandelt und beatmet werden.

Impfwillige können sich seit Dienstag auch in ausgewählten Apotheken in Niedersachsen gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Apothekerkammer erklärte, mehr als 200 Pharmazeuten hätten die erforderliche Schulung absolviert. Das heißt aber nicht, dass alle Apotheken auch am Dienstag schon mit den Impfungen begannen, denn der Impfstoff muss immer eine Woche vorher bestellt werden. In ganz Niedersachsen gibt es insgesamt 1800 Apotheken. Die Einbindung der Apotheken soll gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen für ein niedrigschwelliges Impfangebot sorgen. Welche Apotheken Corona-Impfungen anbieten, kann über die Webseite mein-apothekenmanager.de des Deutsches Apothekerverbands abgefragt werden.

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