Jugend forscht

Emder Grundschülerinnen klären über Mülltrennung auf

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 07.02.2022 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mayra Wilts (links) und Jule Hoffmann haben viele Aluminium-Verpackungen aus dem Müll gesammelt und studiert. Fotos: Hanssen
Mayra Wilts (links) und Jule Hoffmann haben viele Aluminium-Verpackungen aus dem Müll gesammelt und studiert. Fotos: Hanssen
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Zum ersten Mal nimmt eine Emder Grundschule an „Jugend forscht“ teil. Zwei Viertklässlerinnen haben Großes vor, treffen bei ihren Studien aber auf wenig Kooperation in der Bevölkerung.

Emden - Mayra Wilts und Jule Hoffmann sind schlechte Mülltrennung in Emden leid. „Dass alles zusammen in einen Mülleimer kommt, hat uns genervt“, sagt die neunjährige Mayra. Das sei ihnen insbesondere auf dem Schulhof oder auf Spielplätzen aufgefallen. Der Müll aus den Tonnen werde dann gesammelt - egal, ob Papier, Plastik oder Restabfall darin ist - und nach Wilhelmshaven zur Verbrennung gebracht. Ein Verlust für den Recycling-Kreislauf und eine Verschwendung von Ressourcen. Den beiden Schülerinnen der Grundschule Larrelt stellte sich damit die Frage: Kann man nicht einige wertvolle Stoffe aussortieren und recyclen?

Sie entschieden sich bei ihrem Projekt, mit dem sie sich bei dem Wettbewerb „Jugend forscht“ beworben haben, für Aluminiumverpackungen. Da Plastik in vielen verschiedenen Sorten im Müll vorkomme und daher schwer zu sortieren und auch noch sehr billig sei, habe man sich für das deutlich wertvollere Alu entschieden. Seit dem vergangenen September haben die beiden den Müll in ihren Haushalten, der Schule sowie beim Dollart Center studiert in Bezug auf Arten und Mengen der Verpackungen im Abfall. Auch klärten sie ihre Familien, Mitschülerinnen und -schüler sowie Menschen vor dem DOC über die Wichtigkeit von Mülltrennung auf. „In unseren Familien hat das Sammeln besser geklappt als in der Schule“, sagt die Neunjährige.

Mitmenschen machen kaum mit

Besonders frustrierend sei es aber beim DOC gewesen. Viele Leute hätten dort zu den Mädchen gesagt „Ja, das machen wir mit der Mülltrennung“, in dem bereitgestellten Eimer sei dann aber statt Alu hauptsächlich Papier gelandet. „Es wurde gar nichts an Alu reingeschmissen“, ärgern sich die beiden. Dabei findet der Stoff etwa bei Deo-Spray-Dosen, Chips- und Keks-Verpackungen und Teelicht-Haltern Verwendung. „Irgendwann könnte es sich für Firmen lohnen, die Stoffe auszusortieren und zu recyclen“, meint Stefan Wild, der als Lehrer das Projekt betreut hat. Jetzt aber sei das Verbrennen häufig günstiger.

An diesem Donnerstag stellen die beiden Viertklässlerinnen ihre Studie der „Jugend forscht“-Jury vor - allerdings aufgrund der Pandemie digital. Die Bildungseinrichtung in Larrelt ist die erste Grundschule in Emden, die sich bei dem Wettbewerb beteiligt. Am Samstag findet die Siegerehrung statt. Mayra und die 10-jährige Jule sind gespannt. Obwohl die erste Studie etwas frustrierend war, wollen sie vielleicht beim nächsten Mal mit einem anderen Projekt starten. „Ziel von ‚Jugend forscht‘ ist es ja, von klein anzufangen und weiter dabei zu bleiben“, erklärt auch Georg Janssen, Lehrer an den Berufsbildenden Schulen 2, als Regionalwettbewerbsleiter. Das Interesse der Mädchen und Jungen am wissenschaftlichen Lernen solle dabei geweckt werden.

Insgesamt drei Bewerbungen aus Emden

Außer den beiden Grundschülerinnen gibt es zwei weitere Bewerbungen aus Emden. So gehen Reyk Janßen, Kevin Stomberg und Helge Poets vom Max-Windmüller-Gymnasium ins Rennen. Sie haben sich mit der Telegrafie-Technik auseinandergesetzt und in der Werkstatt der Berufsbildenden Schulen 2 eine kleine Station aufgebaut. Emden wurde 1870 an die indo-europäische Linie genommen und war damit eine wichtige Stadt für die telegrafische Verbindung zwischen London und Kalkutta. Es sei spannend, das eine Nachricht, die damals von London nach Kalkutta knapp 29 Minuten gebraucht hatte, heute innerhalb von Sekunden ankomme, findet der 16-jährige Reyk Janßen.

Kevin Stomberg, Reyk Janßen und Helge Poets haben sich mit Telegrafie-Technik beschäftigt und eine Station gebaut.
Kevin Stomberg, Reyk Janßen und Helge Poets haben sich mit Telegrafie-Technik beschäftigt und eine Station gebaut.

Baupläne für die Telegrafie-Technik haben die drei Jugendlichen unter anderem in alten Büchern gefunden. Danach haben sie mithilfe von Projektbetreuer Andreas Makus die Station aufgebaut. „Das Morsealphabet war besonders schwierig zu lernen“, meint der 15-jährige Helge Poets. Auch musste die richtige Schaltung ausgetüftelt werden, damit das Signal zwischen den zwei Ecken der Werkstatt über Drähte und Isolatoren, die noch aus der DDR stammen, beziehungsweise Heizungskörpern geht. Als die drei Jungen beim letzten Mal an dem Wettbewerb teilgenommen hatten, waren sie regional die ersten geworden. Am Landesentscheid hatten sie dann aber nicht teilnehmen können, weil dieser wegen Corona abgesagt wurde. Die Hoffnung ist nun also groß.

Das dritte Projekt stammt von Nele Drüner, die das Johannes-Althusius-Gymnasium besucht. Die 16-Jährige nimmt Leuchtdioden genauer unter die Lupe. Sie setzt sich mit den Funktionsweisen auseinander und stellt selbst verschiedene weiße LEDs her.

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