Umwelt
Zu Wasser und Land: Freiwillige sammeln Müll in Emden
Am Sonntag haben etwa 15 Freiwillige in Emden Stadtgräben und Ufer von Müll befreit. Am Ende kam viel zusammen. „Unsere Gewässer waren lange nicht so voll Müll wie aktuell“, meint der Initiator.
Emden - Mit drei Booten und knapp 15 Freiwilligen lief am Sonntag in Emden eine Müllsammelaktion. Initiator Alfred Kieselbach zeigte sich trotz zahlreicher Absagen wegen des anhaltenden Regens optimistisch. „Wir wollen einmal alles sauber machen“, sagte er gegen 10 Uhr, als die Gruppe sich von der Kesselschleuse aus auf den Weg machte. Die Aktion könne zwar nur eher „kosmetisch“ etwas an dem Müllproblem ändern, man wolle aber insbesondere Aufmerksamkeit auf die Vermüllung der Natur lenken und ein Bewusstsein schaffen. Die Stadt stellte Müllsäcke und Handschuhe zur Verfügung.
Viele Säuberungsaktionen, die sonst regelmäßig stattgefunden hätten, mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Das merke man. Er sei oft mit dem Boot auf Emdens Gewässern unterwegs und spreche viel mit anderen Bootsfahrern. Alle beobachteten dasselbe: Das Wasser sei immer stärker zugemüllt. „Und da es unsere Stadt ist, sollten wir auch daran interessiert sein diese sauber zu halten“, hatte er in einem Aufruf zu der Aktion bei Facebook geschrieben.
Es ist nachgewiesen, dass der meiste Abfall, der in der Natur entsorgt wird, irgendwann in den Kanälen, den Flüssen und schließlich dem Meer landet. „Das geht alles über die Siele raus“, sagte auch Kieselbach. Er beobachte, dass sich beispielsweise in der Kesselschleuse immer mehr Müll ansammele. Auch anhand des Seabins, eine Art Müllsauger im Delft vor dem Rathaus, sehe man, wie viel Abfall im Wasser schwimmt.
Container halb voll mit Müll
In den Stadtgräben sei an diesem Sonntag das Wasser „sehr niedrig“ gewesen, weswegen der Müll leichter aufzufinden gewesen sei. Schon am Donnerstag sei er im Falderndelft und Alten Binnenhafen mit dem Boot unterwegs gewesen und habe ersten Abfall eingesammelt. Damit füllte er schon den Boden des zehn Kubikmeter fassenden Containers, den der Recycling- und Entsorgungsdienstleister Nehlsen für die Aktion bereitgestellt hatte. Der Bezirksfischereiverband für Ostfriesland, der seinen Sitz in Emden hat, stellte einen kleinen Grill auf, um mittags die durchnässten Müllersammlerinnen und -sammler mit einer Bratwurst zu stärken.
Gegen 13 Uhr sagte Kieselbach auf Nachfrage: „Wir haben jetzt Schluss gemacht.“ Der Container sei halb voll. Auch zwei Räder habe man aus den Kanälen gezogen. Ganz bis nach Constantia und zum Larrelter Tief habe man es am Ende zwar doch nicht mehr geschafft. Aber: Mit Blick auf die Wetterlage sei er ganz zufrieden. Die Stadtgräben habe man gut reinigen können. „Jetzt freue ich mich erst einmal auf eine heiße Dusche“, sagte der Emder. Die nächsten Aktionen seien schon in der Überlegung. Mit der Gruppe „Sea Guard Estfrisia“ (auf Deutsch etwa: Meeresbeschützer Ostfriesland), die sonst schon Müllsammelaktionen am Wall und an der Knock organisiert hatte, könne auch zusammen etwas entstehen.