Havarie vor Wangerooge

Das Notschleppkonzept muss hinterfragt werden

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Ein Kommentar von Daniel Noglik
| 04.02.2022 18:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
In der Nacht war das Freischleppen erfolgreich. Foto: Havariekommando
In der Nacht war das Freischleppen erfolgreich. Foto: Havariekommando
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Die Zugkraft der Notschlepper in der Nordsee hat für die Bergung der „Mumbai Maersk“ nicht gereicht. In einer kontrollierbaren Situation mag das in Ordnung gehen – im absoluten Ernstfall aber nicht.

Die Besatzung der „Mumbai Maersk“ und das Havariekommando hatten in den vergangenen Tagen riesiges Glück mit dem Wetter. Wellen und Wind waren mäßig, die Umstände einer Freischleppung hätten kaum besser sein können. Trotzdem reichten die deutschen Notschlepp-Kapazitäten in der Nordsee nicht aus. 470 Tonnen Zugkraft waren nötig, um die „Mumbai Maersk“ aus dem Sand zu ziehen. Die Mehrzweckschiffe „Mellum“ und „Neuwerk“ schaffen zusammen 220 Tonnen, der Schlepper „Nordic“ noch mal 201. Dass die „Nordic“ gerade kaputt in der Werft ist, war allerdings nicht hilfreich. Eine private Firma musste helfen.

Nun mag man argumentieren, dass fürs bloße Halten eines Schiffs, also der eigentlichen Aufgabe der Notschlepper, weniger Kraft benötigt wird als fürs Bergen. Das ist richtig, doch auch beim reinen Halten orientiert sich das Notschleppkonzept des Bundes an kleineren Schiffen als der „Mumbai Maersk“. Das sogenannte Bemessungsschiff hat eine Kapazität von 13.000 20-Fuß-Containern – die „Mumbai Maersk“ aber eine von mehr als 20.000. In Zeiten von immer größer werdenden Containerriesen muss das hinterfragt werden – und zwar mit Blick in die Zukunft.

Den Autor erreichen Sie unter d.noglik@zgo.de

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