Fußball

Träumen ist für die Fans des SV Meppen erlaubt

Marco Reemts
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Von Marco Reemts
| 04.02.2022 19:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Jubelnde Meppener, wie hier nach dem 1:0-Siegtor von Richard Sukuta-Pasu, gegen Türkgücü München, gab es in dieser Saison häufig zu sehen. Archivfoto:Reemts
Jubelnde Meppener, wie hier nach dem 1:0-Siegtor von Richard Sukuta-Pasu, gegen Türkgücü München, gab es in dieser Saison häufig zu sehen. Archivfoto:Reemts
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Für den SV Meppen läuft es in der 3. Fußball-Liga sportlich richtig rund. Die hiesigen Fans haben ein gutes Gespür. Einen Hauptverantwortlichen für den Aufschwung haben sie auch gefunden.

Emsland/Ostfriesand - – In der 3. Liga steht der SV Meppen aktuell auf dem sechsten Tabellenplatz. Die Emsländer haben bereits 40 Punkte auf dem Konto und nur zwei Zähler Rückstand auf den Tabellenzweiten 1. FC Kaiserslautern. Mit dem Tabellendritten Eintracht Braunschweig sind die Meppener sogar punktgleich. Dabei wären die Emsländer rein sportlich in der letzten Saison abgestiegen. Nur der Lizenzentzug des KFC Uerdingen ließ den SVM in der dritthöchsten Spielklasse bleiben. Die Fans freuen sich über den unerwartetem Erfolg, von einem möglichem Aufstieg in die 2. Bundesliga wollen sie aber (noch) nicht sprechen,

„Hätte man letztes Jahr im Mai einen Euro darauf gewettet, dass Meppen nun in der Spitzengruppe der 3. Liga steht, hätte man wohl einen fünfstelligen Betrag gewonnen. Damit war nicht zu rechnen, normalerweise würden wir jetzt ja gegen den VfB Oldenburg und BSV Rehden spielen“, sagt Daniel Zybulka aus Papenburg. Der 43-Jährige ist seit vielen Jahren bei fast jedem Spiel des SVM dabei. Seine „Meppen“-Fahne ist auch häufig bei Spielen der Nationalmannschaft zu sehen.

Noch sechs Punkte bis zum Klassenerhalt

„Wir haben jetzt 40 Punkte, bis zum sicheren Klassenerhalt fehlen noch sechs Punkte. Alles, was danach kommt, muss man abwarten. Wir sollten demütig sein und uns freuen, noch in der 3. Liga zu sein“ sagt Zybulka. So ist der Aufstieg für den Mitarbeiter der Caritas-Werkstätten auch kein Thema. „Magdeburg ist eigentlich schon durch, dahinter ist es sehr eng. Mannschaften wie Kaiserslautern, Braunschweig oder Mannheim haben aber eine ganz andere Qualität als Meppen im Kader, das wird am Ende auch den Unterschied machen. Wenn wir zwei Spieltage vor Schluss noch die Chance haben, fange ich vielleicht an zu träumen. Aber eigentlich bin ich nicht der Typ für so etwas“, sagt Zybulka.

Daniel Zybulka glaubt, dass noch sechs Punkte bis zum Klassenerhalt fehlen.
Daniel Zybulka glaubt, dass noch sechs Punkte bis zum Klassenerhalt fehlen.

Den aktuellen Erfolg verbindet der Papenburger hauptsächlich mit Trainer Rico Schmitt. „Mit der Personalie Torsten Frings hat der Verein im letzten Jahr meiner Meinung nach einen großen Fehler gemacht. Frings war ein verdienter Spieler, als Trainer ist er nun aber verbrannt. Rico Schmitt und vorher auch Christian Neidhart hatten zu 75 Prozent denselben Kader wie Frings. Jetzt ist die Mannschaft aber fit und kann auch in der Schlussphase noch mal ein Spiel drehen. Unter Frings galt nur hinten dicht, und vorne hilft der liebe Gott“, so Zybulka.

3. Liga ist Tradition pur

Ähnlich sieht es Frank Engelmann aus Leer. Der 39-Jährige hat eine Jahreskarte beim SV Meppen. „Wir spielen jetzt wieder Fußball, dass wir aber soweit oben stehen, war nicht zu erwarten. Wichtig ist für mich, dass wir am Ende über dem Strich stehen. Die 3. Liga ist Tradition pur, da macht es richtig Spaß. Jetzt vom Aufstieg zu sprechen, wäre vermessen, wir wissen ja, wo wir her kommen“, sagt Engelmann. „Es sind ja auch noch 14 Spiele, da kann viel passieren. Wir haben eh schon etwas Verletzungspech. Wenn sich jetzt auch noch ein Luka Tankulic, der in der Form seines Lebens ist, verletzen würde, könnte es auch schnell in die andere Richtung gehen“, so Engelmann.

Für Daniel Ruberg ist Trainer Rico Schmitt ein Glücksfall.
Für Daniel Ruberg ist Trainer Rico Schmitt ein Glücksfall.

Daniel Ruberg aus Neulehe ist nicht nur Fan des SV Meppen. Der Inhaber einer Versicherungsagentur ist über seine Gesellschaft auch als Sponsor tätig und kommt so zu seinen Eintrittskarten. Ruberg spielte selbst Fußball, unter anderem in der Bezirksliga für den SV Burlage. Für den Aufstieg reicht es seiner Meinung nach nicht. „Das wäre natürlich mega, aber andere Mannschaften in der 3. Liga haben ganz andere Mittel zur Verfügung. Vom Budget her ist Meppen im unteren Drittel der Liga“, sagt Ruberg.

Trainer Rico Schmitt hält er für einen Glücksfall. „Er ist, anders als Frings, ein Fußballfachmann durch und durch und mit allen Tricks und Kniffen vertraut. Schmitt versteht es, die Mannschaft zu motivieren und lebt das auch vor. Er vertritt das Motto ‚Nicht quatschen, sondern machen‘“, so Ruberg. „Außerdem setzt Schmitt auf Eric Domaschke, für mich einer der besten Torhüter der dritten Liga. Dadurch ist unsere Abwehr viel sicherer geworden. Frings hatte ihn damals aussortiert, das war direkt sein erster Fehler“, so Ruberg,

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