Wohnen und Leben

Krummhörn: Neue Baugrundstücke in diesem Jahr

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 04.02.2022 15:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In Loquard sollen 14 Baugrundstücke in diesem Jahr durch die Gemeinde Krummhörn angeboten werden. Archivfoto: Hock
In Loquard sollen 14 Baugrundstücke in diesem Jahr durch die Gemeinde Krummhörn angeboten werden. Archivfoto: Hock
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In diesem Jahr will die Gemeinde Krummhörn 36 gemeindeeigene Baugrundstücke anbieten. Durch ein Förderprogramm können davon junge Menschen profitieren. Auch Grachten II geht in die nächste Runde.

Krummhörn - Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Krummhörn 22 gemeindeeigene Grundstücke verkauft. Insgesamt sind damit schon 131 in acht der Dörfer an Bauwillige gegangen. Und in diesem Jahr sollen 36 weitere auf den Markt kommen – und dazu noch weitere, die nicht der Gemeinde gehören.

Was und warum

Darum geht es: Die Vergaberichtlinien für die Einheimischengrundstücke in Greetsiel könnten nochmal neu definiert werden.

Vor allem interessant für: junge Menschen, die gerne in der Krummhörn leben wollen; Bauwillige aller Altersklassen.

Deshalb berichten wir: Die Gemeinde Krummhörn hatte zur Jahres-Pressekonferenz geladen.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Auf der Jahrespressekonferenz gab Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) am Freitag einen Aus- und Rückblick zu verschiedenen Themen. Recht weit oben auf der Liste stand das Thema Bauen.

Gemeindeeigene Grundstücke

Insgesamt 36 weitere Grundstücke, die im Eigentum der Gemeinde sind, sollen in diesem Jahr verkauft werden. Die meisten davon, 14 Stück, in Loquard; jeweils acht sollen in Manslagt und Freepsum in den Verkauf gehen, weitere sechs in Campen. Bei allen Grundstücken handelt es sich um Erweiterungen bereits bestehender Bauabschnitte. Über Quadratmeterzahl und Preis der Grundstücke wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert. Bekannt ist aber schon jetzt, dass auch diese Grundstücke unter bestimmten Voraussetzungen mit „Rabatten“ versehen sind. Über das Förderprogramm „Bauen in der Krummhörn“ können sowohl „eigengenutzte Wohnhäuser“ als auch Mietwohnungen gefördert werden. Letzteres sollte jüngst aus der Förderrichtlinie gestrichen werden, weil es laut Verwaltung keine Nachfrage danach gab. Dies fand aber keine Mehrheit.

Das Förderprogramm begünstigt vor allem jüngere Menschen unter 40 Jahren. Bedingung für die Förderung, über die zwischen zehn und 30 Prozent vom Grundstückspreis abgezogen werden können, ist unter anderem, dass bislang kein Grundeigentum vorliegt und der Hauptwohnsitz für mindestens zehn Jahre auf dem Grundstück genommen wird. „Wir wollen damit den Einwohnerstand in der Krummhörn zumindest sichern“, so Looden. Das Programm werde interessierten, die in den Kriterienkatalog fallen, automatisch angeboten. Groß beworben wird es hingegen nicht, so ist es beispielsweise bislang auf der Internetseite der Gemeinde nicht zu finden.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl

Bei den Einwohnern hatte die Krummhörn im Jahr 2020 (11.993 Einwohner) die Marke von 12.000 Einwohnern unterschritten. Mit 12013 Menschen hat die Krummhörn im vergangenen Jahr wieder mit einem leichten Bewohnerzuwachs abgeschlossen. „Das ist nach zwei Jahren des Rückganges natürlich sehr erfreulich“, so Looden. Eine spezifische Begründung für den Zuwachs gibt es nicht, die neuen größeren Baugebiete können sich noch nicht ausgewirkt haben, weil die Bebauung noch nicht abgeschlossen ist.

Mit Blick auf die Zahlen ist es so, dass die Zuzüge (521) leicht über den Wegzügen (474) liegen, die Geburten bleiben mit 92 aber hinter denen der Sterbefälle (134) zurück. Dafür, so eine kleine Randnotiz, gab es im vergangenen Jahr offenbar eine Hausgeburt in der Krummhörn. Die weiteren Kinder wurden außerhalb der Gemeinde geboren.

Weitere Grundstücke

Um den Zuzug weiter zu stärken oder zumindest ein Abwandern zu verhindern, bleibt die Schaffung von Wohnraum eines der wichtigsten Mittel. Neben den gemeindeeigenen Grundstücken sollen daher auch noch weitere vergeben werden. So sollen im Laufe des Jahres weitere 44 sogenannte „Einheimischengrundstücke“ im Greetsieler Baugebiet Grachten II vergeben werden. Diese Grundstücke sind günstiger als die weiteren im Baugebiet. Die Verkäufe der ersten Vergaberunde aus dem vergangenen Jahr würden derzeit laufen. Grachten II ist vor allem wegen Kritik an dem Vergabeverfahren diskutiert worden. Dass der Kriterienkatalog durch die Politik noch einmal verändert wird, ist zumindest im Bereich des Möglichen.

Zusätzlich zu den „Einheimischengrundstücken“, die über die NLG vermarktet werden, sollen zudem 60 weitere, zum Teil zum „Ferienwohnen“ freigegebene Grundstücke im nicht-vergünstigten Bereich erschlossen und durch die NLG vermarktet werden. 51 Grundstücke im Neubaugebiet Eschwerweg in Pewsum seien durch die NLG bereits verkauft, 27 weitere Grundstücke sind für dieses Jahr in Pilsum im Baugebiet Neu-Etum/“Alte Brauerei“ geplant.

In Eilsum möchte die Systembau Emden im Baugebiet Osterhörn zudem in diesem Jahr 13 Grundstücke erschließen. Dass die Gemeinde selbst als Bauherrin aktiv wird, um beispielsweise (günstige) Mietwohnungen zu schaffen, sei weiterhin gemeindeseitig nicht geplant, so Looden.

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