Kolumne Intern
Zwei Jahre Corona haben alles verändert
Seit zwei Jahren hält uns Corona gefangen. Das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen hat das weltweite Virus nachhaltig verändert. Und: Was passiert danach?
Kaum zu glauben, erst zwei Jahre ist es her, dass Corona über uns einbrach. Unglaublich, was sich alles seither verändert hat. Am Anfang hatten wir alle Angst vor dem Ungewissen, der Lockdown kam. Auf einen Schlag stand das Leben komplett still - eine unerhörte Situation. Langsam lernten wir, was Corona ist. Wissenschaftler bekamen ein Gehör, wie selten zuvor in der Geschichte. Und es kamen Wissenschaftler auf die Bühne, die ihre eigene Agenda verfolgten - und als Ruheständler ein florierendes Geschäft entwickelten.
Wir normalen Menschen - also Sie, liebe Leserin, lieber Leser und genau so wir Journalisten - konnten erst nicht unterscheiden. Die Vielstimmigkeit der Wissenschaft verwirrte uns. Dass sie weder absolut noch eindeutig ist, passt nicht mit unserem Sicherheitsanspruch zusammen.
Zur Person
Joachim Braun (56) ist Chefredakteur der Ostfriesen-Zeitung, des General-Anzeiger und der Borkumer Zeitung. Davor leitete er die Redaktionen der Frankfurter Neuen Presse und des Nordbayerischen Kurier in Bayreuth. 2012 wurde er von einer Fachjury zu Deutschlands „Regional-Chefredakteur des Jahres“gewählt.
Das gilt auch für das Virus: Manche Menschen tötet es, andere werden schwer krank, wieder andere nie mehr gesund, und viele haben nicht mal Symptome. Unsere Gesellschaft reagiert darauf auf unterschiedliche Weise: Der eine, größere Teil, hat Sorge um sich und die anderen, will unter keinen Umständen infiziert werden, hält sich an alle Abstandsregeln. Der andere Teil spricht von Grippe, hält Todeszahlen für gefälscht, Masken für einen Grundrechtseingriff und die Impfung ebenfalls.
Eine solche Spaltung gibt es vor allem auch in den sozialen Medien, aber auch im Journalismus, wobei jene Kolleginnen und Kollegen, die auf Seiten der Corona-Verharmloser stehen, zumeist vorher schon ihre unternehmerische Nische in Außenseitermeinungen gefunden hatten.
Nach zwei Jahren Corona sind die Fronten festgefügt: Eine Mehrheit hat weiterhin Vertrauen in unsere Berichterstattung und erkennt an, dass wir versuchen kritische Distanz zu wahren, die andere Seite beschuldigt uns, regierungsgesteuert und einseitig zu sein. Diese Menschen sind vor allem eins, wütend. Ich bin gespannt, wie es uns nach Corona gelingen soll, eine gemeinsame Basis zu finden, mit der alle leben können. Der Schlüssel dazu ist Respekt.
Kontakt: j.braun@zgo.de
Das Problem der falschen Abwägung
Behörden sind der Presse zur Auskunft verpflichtet
Endstation Lockdown?