Zinspolitik der EZB

Bürger zahlen die Zeche

Corinna Clara Röttker
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Ein Kommentar von Corinna Clara Röttker
| 03.02.2022 17:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Hält unverdrossen an der lockeren Geldpolitik fest: EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Foto: AFP Pool
Hält unverdrossen an der lockeren Geldpolitik fest: EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Foto: AFP Pool
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Angesichts der hohen Inflationsraten wäre es Zeit, die ultralockere Geldpolitik zu beenden. Doch die EZB hält unverdrossen an ihren Nullzinsen fest. Für die Verbraucher ist das ein teurer Entscheid.

Der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) ist immens. Seitdem − nach Großbritannien und Norwegen − auch die USA die Zinswende eingeläutet haben, sind die Forderungen gegen die starke Preissteigerung im Euroraum endlich vorzugehen, lauter denn je. Aber was macht die EZB? Sie beschwichtigt, die Inflation werde schon wieder nachlassen und setzt ihre lockere Geldpolitik unverdrossen fort. Die Folgen sind überall spürbar: Schon zu lange ächzen Verbraucher unter den hohen Preisen. Arbeitnehmer fordern verständlicherweise höhere Löhne. Eine Lohn-Preis-Spirale ist absehbar.

Natürlich, als es notwendig war, hat die lockere Geldpolitik die Wirtschaft angekurbelt und für neue Jobs gesorgt. Inzwischen jedoch ist das ausgerufene Inflationsziel von zwei Prozent längst übererfüllt. Auch Unternehmen brauchen zumeist keine Unterstützung mehr. Was sie brauchen, sind niedrigere Materialpreise und einen Euro-Kurs, der nicht zu stark absackt.

Die EZB hat erneut die Chance verpasst, endlich eine klare Ansage zur Inflationsbekämpfung zu machen. Sie riskiert damit zunehmend ihre Glaubwürdigkeit. Für eine Institution, die von Vertrauen lebt, um Inflationserwartungen unter Kontrolle zu behalten, ist das heikel. Denn wenn Menschen erst einmal glauben, die Inflation kommt, kommt sie auch.

@ Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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