Hannover

Diese einfachen Strategien helfen, Geld für Deine Kinder zu sparen

Laura-Cäcilia Wolfert
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Von Laura-Cäcilia Wolfert
| 02.02.2022 11:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Foto: Laura-Cäcilia Wolfert
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Eltern und Großeltern sollten ein paar Dinge beachten, wenn sie Geld für Kinder anlegen möchten. Bei der Kontoeröffnung klärt man wichtige Fragen besser frühzeitig ab.

In diesem Artikel erfährst Du:

Ein Auslandsjahr nach dem Abitur, der Führerschein oder sogar schon ein Grundstein für die Rente: Viele Eltern und Großeltern wollen dem Nachwuchs mit einem finanziellen Polster dabei unterstützen.

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Kinder erhalten das Geld in der Regel erst mit ihrer Volljährigkeit. Bei den nach wie vor niedrigen Zinsen sind die 18 Jahre hilfreich, um auf größere Beträge zu kommen. „Dafür ist es sinnvoll, auch für Kinder in Aktien zu investieren“, sagt Stefan Adam. Denn derzeit gibt es nur dort die Chance auf eine ordentliche Rendite. Und über einen ausreichend langen Zeitraum sinkt auch das Risiko eines solchen Investments. Börsencrashs lassen sich aussitzen.

Eine Auswertung des Deutschen Aktieninstituts zeigt: Schon nach einer Anlagedauer von 15 Jahren waren Anleger immer im Plus, wenn sie etwa in den Deutschen Aktienindex (DAX) investierten. „Versicherungen oder Sparkonten sollten Eltern dagegen nicht wählen. Auf den Konten gibt es derzeit kaum noch Zinsen und bei den Policen überzeugt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht“, sagt der Experte. Wichtige Fragen und Antworten:

Bei der Geldanlage sollten es Sparer möglichst einfach halten, das gilt erst recht, wenn für den Nachwuchs gespart werden soll, empfiehlt Stefan Adam. Er rät zu einer Investition in sogenannte ETF. Das sind Aktienfonds, die einen Aktienindex nachbilden. Sie sind unkompliziert und günstig.

Gut geeignet ist ein ETF auf einen weltweiten Aktienindex, etwa auf den MSCI World (Morgan Stanley Capital International, ein Finanzdienstleister, der zahlreiche internationale Branchen- und Länderindizes berechnet). Laut Stiftung Warentest hat ein solcher ETF in den vergangenen 20 Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von knapp 7 Prozent erzielt und das trotz Crash während der Finanzkrise.

Wer für den Nachwuchs bereits etwas Geld zurückgelegt hat, kann das auf einen Schlag in Fonds investieren. Für regelmäßiges Sparen eignet sich ein ETF-Sparplan. Viele Broker und Banken bieten diese schon ab 25 Euro im Monat an.

Bevor es mit dem Sparen losgeht, müssen Eltern sich Gedanken machen. Sollen Konto und Depot dem Kind gehören? Oder richten sie eines auf ihren eigenen Namen ein, sparen dort aber für den Nachwuchs? Die Folgen dieser Entscheidung sind nicht zu unterschätzen.

„Ist der Nachwuchs der Kontobesitzer, dann gehört auch das Ersparte dem Kind“, sagt Dirk Stein. „Eltern sind bis zum 18. Geburtstag lediglich verfügungsberechtigt. Sie dürfen das Geld nur für das Kind ausgeben“, erklärt der Verbraucherexperte beim Bundesverband deutscher Banken. Abhebungen, um etwa finanzielle Engpässe der Eltern zu überwinden, sind also tabu.

Der Vorteil dieser Variante ist, dass Kinder bei der Steuer ihren eigenen Sparerfreibetrag haben. „Gerade wenn die Verwandtschaft mit spart, kommen schnell größere Beträge zusammen, die Erträge abwerfen“, sagt Stein. „Mit ihrem eigenen Freibetrag müssen Kinder dann keine Steuern darauf zahlen.“ Aus steuerlicher Sicht sei diese Variante am sinnvollsten.

Legen Eltern dagegen auf ihren eigenen Namen Geld für den Nachwuchs weg, zählen die Erträge zu ihrer Steuerschuld dazu. Der Vorteil ist aber, dass sie die Kontrolle über das Ersparte haben, auch wenn das Kind volljährig wird. Wer also befürchtet, dass Sohn oder Tochter mit 18 Jahren das Geld verjubelt, kann diese Variante wählen. Zusätzlich hilft das beim Bafög-Antrag: Damit Studierende Anspruch auf die Förderung haben, dürfen sie derzeit kaum Vermögen besitzen.

Auch Großeltern haben die Wahl, auf wessen Namen das Konto laufen soll. Möchten sie allerdings für das Enkelkind ein Konto eröffnen, bedeutet das ganz schön viel Papierkram, sagt Stein. Denn die Eltern müssen dem zustimmen, bei der Eröffnung sogar anwesend sein oder eine Vollmacht für das Postident-Verfahren ausstellen. Er plädiert deshalb dafür, es lieber einfach zu halten.

Sofern das Konto oder Depot dem Kind gehört, kann es ab diesem Zeitpunkt mit dem Geld machen, was es möchte. Lief das Konto bislang dagegen auf die Eltern, müssen sie es dem Nachwuchs per Schenkung übertragen.

Steckt das Ersparte in ETF, müssen sich Eltern außerdem überlegen, was damit passieren soll. Am einfachsten ist es, wenn der Nachwuchs ab dann selbst das Ruder übernimmt und einfach weiterspart. Dann bilden die bisher gekauften Anteile das Fundament des künftigen Vermögens.

Soll dagegen zum 18. Geburtstag ein gewisser Geldbetrag verfügbar sein, zum Beispiel um einen Auslandsaufenthalt zu bezahlen, müssen sie schon früher aktiv werden. „Dann sollten Eltern etwa fünf Jahre vorher anfangen umzuschichten und das Geld sicher anzulegen“, rät Adam.

Auch hier empfiehlt er, praktisch vorzugehen. „Am besten verkauft man einfach pro Jahr ein Fünftel der Anteile und schiebt das Geld auf ein Tagesgeldkonto. Dann ist es verfügbar, wenn der Nachwuchs es braucht.“ Und niemand muss sich Gedanken machen, wann der beste Zeitpunkt zum Verkaufen ist.

Mit Material der dpa

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