Osnabrück
Energieverbraucher entlasten: Wo bleibt das Klimageld?
Angesichts der weiterhin steigenden Preise brauchen die Verbraucher deutliche Entlastungen. Der vorzitige Wegfall der Erneuerbare-Energien-Umlage kann da nur ein Anfang sein.
Für die Verbraucher kommt es aktuell knüppeldick. Auch im Januar sind die Preise wieder deutlich gestiegen, um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Haushaltsenergie und Kraftstoffe verteuerten sich sogar um 20.5 Prozent. Es ist deshalb überfällig, dass die Ampelkoalition die Abschaffung der Ökostromumlage vorzieht. Es wäre eine willkommene Entlastung, wenn auch keine ausreichende. Was sind schon jährlich 150 Euro in einem Vier-Personen-Haushalt?
Auch das angekündigte Klimageld, das es pro Kopf der Bevölkerung geben soll, darf nicht mehr lange auf sich warten lassen. Denn erstens ist dieser soziale Ausgleich fest versprochen. Und zweitens kann es nicht sein, dass die Verbraucher immer erst in Vorleistung gehen müssen, bevor sie dann irgendwann wieder etwas entlastet werden.
Man kann fossile Energie ja verteuern, wenn man will, dass die Menschen Elektroautos und Wärmepumpen kaufen. Man muss dabei aber auch an jene denen, bei denen das Geld schon jetzt nur knapp für ein annehmbares Leben reicht. Klimaschutz darf nicht als Bedrohung empfunden werden, soll das Projekt gelingen, Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu machen. Stattdessen braucht es eine positive Grundstimmung und darf die Politik niemanden, auch kein Unternehmen, überlasten.
Natürlich kann die Bundesregierung inflationstreibende Faktoren wie die weltweiten Lieferengpässe und internationale Krisen nicht mal eben aus der Welt schaffen. Aber wenigstens muss sie an jenen Stellen für Ausgleich sorgen, an denen sie selber Preistreiber ist.