Osnabrück
Nitrat-Streit und kein Ende: Geht es wirklich noch ums Grundwasser?
In Deutschlands Grundwasser ist zu viel Nitrat. Das sorgt seit Jahren für Streit. Bauern sollen weniger düngen. Ein Kommentar zu der nicht enden wollenden Diskussion.
Es klingt so schön einfach: Das Trinkwasser muss geschützt werden, deswegen sollen die Bauern weniger Dünger auf die Felder bringen. Das Problem – die Nitratbelastung des Grundwassers, aus dem das Trinkwasser gewonnen wird, – und die Lösung – weniger Dünger – passen in einen Satz. Tatsächlich aber ist das Nitrataufkommen in Deutschland und die entsprechende Richtlinie der EU Gegenstand eines seit Jahren nicht enden wollenden Briefwechsels zwischen Berlin und Brüssel. Keine Bundesregierung, keine EU-Kommission hat es vermocht, dem ein Ende zu setzen.
Es drängen sich zwei Fragen auf: Geht es eigentlich noch allen Beteiligten darum, nicht nur irgendeine, sondern eine sinnvolle Lösung zu finden? Und diese dann auch so zu erklären, dass alle von der Notwendigkeit über Umsetzung überzeugt sind? Man kann zweifeln.
Die Auseinandersetzung zwischen den beiden mächtigen Verwaltungsapparaten in Brüssel und Berlin findet weitgehend hinter verschlossenen Türen statt. So eine Art der Verfahrensführung ist natürlich geeignet, Zweifel an der Aufrichtigkeit zu säen – besonders bei denjenigen, die von den Auswirkungen betroffen sind: den Landwirten.
Hinzu kommen noch die Bundesländer, die in Deutschland für die Nitratmessnetze verantwortlich zeichnen. Auch sie erwecken nicht den Eindruck, gesteigertes Interesse an Transparenz zu haben, wenn es um die Erhebung der Nitrat-Daten geht.
Zwischen EU, Bund und Bundesländern wird die Verantwortung hin und her geschoben. Hinweise und Kritik prallen an diesem sich scheinbar selbst erhaltenen System ab. Man möchte am liebsten einmal an die Amtsstuben klopfen und fragen, ob allen noch bewusst es, um was es eigentlich gehen sollte: den effektiven Schutz des Grundwassers.