Freizeit
Umfrage: Wiesmoorer Jugendzentrum wird abgewatscht
Kinder und Jugendliche wünschen sich in Wiesmoor ein neues Jugendzentrum. Noch interessanter ist für sie aber ein Jugendplatz, wie eine laufende Umfrage der Stadt zeigt. Wir ziehen ein erstes Fazit.
Wiesmoor - Ein Jugendzentrum am jetzigen Standort in Wiesmoor hat keine Zukunft. Das geht bereits deutlich aus den Zwischenergebnissen der Online-Umfrage der Stadt Wiesmoor hervor, die Stadtjugendpfleger Michael Hofer dem Ausschuss für Soziales, Schule und Sport präsentierte. Lediglich fünf Prozent der bisher 630 Teilnehmer (Stand Mittwoch) haben sich für ein Jugendzentrum im Obergeschoss des Gebäudes am Stadion an der Hauptstraße ausgesprochen. Dort ist das Jugendzentrum bereits seit 1982 angesiedelt.
Was und warum
Darum geht es: Die junge Generation in Wiesmoor wünscht sich ein neues Jugendzentrum, wie eine Umfrage der Stadt zeigt. Die Initiatoren freuen sich vor allem darüber, wie intensiv sich die Teilnehmer mit der Umfrage befassen.
Vor allem interessant für: junge Erwachsene sowie Familien mit Kindern und Jugendlichen
Deshalb berichten wir: Die Stadt Wiesmoor hat eine Umfrage gestartet, um die Wünsche und Interessen der Kinder und Jugendlichen herauszufinden. Den Autor erreichen Sie unter: n.homes@zgo.de
„Als ich 2002 als Jugendpfleger in Wiesmoor angefangen bin, hatten wir noch einen relativ hohen Zuspruch für den öffentlichen Betrieb“, erinnert sich Michael Hofer. 20 bis 25 Kinder und Jugendliche seien damals täglich ins Jugendzentrum gekommen. Doch das Interesse sank. So stark, dass vor ein paar Jahren der öffentliche Betrieb im Jugendzentrum eingestellt und auf eine veranstaltungsorientierte Öffnung umgestellt wurde. Mittlerweile werden nach Auskunft von Michael Hofer rund 15 Veranstaltungen im Monat im Jugendzentrum angeboten – von Bastelaktionen über Billardturniere bis hin zu Playstation-Spielen. 75 Kinder und Jugendliche hätten Angebote im Jugendzentrum von Oktober bis jetzt wahrgenommen, so Hofer. Das sei „ordentlich“, findet er.
Standort im Stadtzentrum erwünscht
Doch der Stadtjugendpfleger sieht deutlich mehr Potenzial. In der Umfrage gaben bisher mehr als 300 Teilnehmer – fast 60 Prozent – an, grundsätzlich Interesse zu haben, ein Jugendzentrum in Wiesmoor zu besuchen. Die tatsächliche Zahl der Interessierten dürfte weitaus höher liegen. Schließlich gibt es in Wiesmoor rund 2000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (bis Mitte 20).
Die große Mehrheit der Umfrageteilnehmer sieht in dem aktuellen Jugendzentrum am Stadion keine Zukunft. Deutlich höher im Kurs stehen zwei andere Standorte. Knapp 54 Prozent wünschen sich ein Jugendzentrum im Zentrum Wiesmoors rund um den Marktplatz, fast 40 Prozent eines in direkter Nähe zur KGS. „Die beiden gewünschten Standorte bieten gegenüber dem aktuellen einen großen Vorteil: Man kann mal eben vorbeischauen, was da so los ist, und dann entweder bleiben oder gehen“, mutmaßt Michael Hofer. Dagegen müsse das jetzige Jugendzentrum, das außerhalb des Zentrums liegt, gezielt angesteuert werden.
Jugendplatz wird gewünscht
Auf noch größeres Interesse bei der jungen Generation als ein Jugendzentrum stößt laut Umfrage ein Jugendplatz. Solch einen wünschen sich mehr als drei Viertel der Teilnehmer. Nutzen wollen würden sie solch einen Platz vor allem zum Freunde-Treffen (80 Prozent), zum Sport-Treiben (53 Prozent) oder für Konzert-Besuche (40 Prozent). Einen öffentlichen Grill dort begrüßen immerhin 37 Prozent. Für die Nutzung eines Jugendzentrums steht ebenfalls Freunde-Treffen an erster Stelle (68 Prozent). Ausruhen (54 Prozent) und Spielen (60 Prozent) stehen aber auch hoch im Kurs.
Mit der bisherigen Beteiligung bei der Umfrage, die noch bis zum 31. Januar läuft, ist Michael Hofer sehr zufrieden. „Mehr als 200 Teilnehmer hatte ich mir erhofft, jetzt sind wir bei mehr als 600. Vielleicht knacken wir die 700er-Marke noch.“ Besonders imponiert hat dem Stadtjugendpfleger die Anzahl der Teilnehmer, die sich nicht nur wenige Minuten durch die Umfrage geklickt, sondern auch einen Kommentar verfasst haben. 250 Personen haben eigene Ideen und Anmerkungen beigefügt, 108 hinterließen sogar ihre Daten für eine mögliche Kontaktaufnahme.
„Das erleichtert das Ziel ungemein, die Jugend bei Planungen aktiver mit einzubinden“, sagt Michael Hofer. Auch Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) spricht der Umfrage einen hohen Wert zu: „Sie bietet uns künftig für viele Entscheidungen, die die jüngere Generation betrifft, eine Grundlage.“
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