Serie: Leckerst un Best
Ab in die Klimaküche!
Das Emder Ökowerk hatte zu einem klimafreundlichen Kochen eingeladen. Expertinnen geben Tipps, wie man in der Küche leicht Umweltschutz betreibt. Außerdem gibt es ein Rezept für leckere Pasta.
Emden - Schon mit einfachen Dingen kann man einen Unterschied fürs Klima und auch die eigene Gesundheit machen. Das sagen Anna Tapken und Karin Hruska-Quest. Beide arbeiten bei der Emder Umwelteinrichtung Ökowerk. Am vergangenen Freitag ging es mit ihnen in die Klimaküche. Bei dem digitalen Format im Live-Stream über Youtube (hier zum noch mal Gucken) kochte Ökotrophologin Anna Tapken ein veganes Gericht mit regionalen und saisonalen Zutaten (siehe Rezept) in der Schulküche des Johannes-Althusius-Gymnasiums: Pasta mit roten Linsen.
Karin Hruska-Quest, Leiterin der Ökowerk-Umweltbildung, schaute sich „hinter den Kulissen“ die Kommentare und Fragen der interessierten Kochfans an. Immerhin: Mehr als 50 Teilnehmer für den Live-Stream zählte sie. Viele hätten zu Hause auch zu zweit oder gleich als ganze Familie gekocht, weiß sie aus Rückmeldungen. Ein voller Erfolg also, so ihre Bilanz. Und: Es zeigt, dass das Thema immer mehr Menschen interessiert. Das Rezept hatte Anna Tapken schnell ausgewählt, sagt sie. Es sollte ein einfaches Gericht sein, dass den Leuten zeigt: Vegan zu kochen ist kein Hexenwerk. „Und Linsen sind gut als Fleischersatz“, erklärt sie. Wie alle Hülsenfrüchte enthalten sie nämlich eine Menge Eiweiß und sind damit sehr sättigende Energielieferanten.
Ganz einfach klimafreundlicher kochen
Karin Hruska-Quest findet es gut, wenn man in der veganen Küche insbesondere natürliche Zutaten verwendet und nicht direkt auf künstliche Fleischersatzprodukte zurückgreift. Sie empfiehlt als natürlichen Ersatz zum Beispiel auch Lupinenbohnen oder Hafer, was beides hier heimisch ist. Auch Soja könne man nehmen - aber lieber wenig und auf die Herkunft achten, rät sie. Es ist schon ein wichtiger Punkt für die klimafreundliche Küche: Man sollte insbesondere regionale und saisonale Gemüsesorten verwenden. Kartoffeln, Kohl, Bohnen: In Ostfriesland ist die Auswahl groß.
Weil im Januar viele Menschen versuchen, sich vegan zu ernähren und dem Aufruf zum „Veganuary“ folgen, hatte Anna Tapken sich auch für das vegane Rezept entschieden. Auf Fleisch und andere tierische Erzeugnisse zu verzichten - und wenn es nur an einem Tag der Woche ist -, mache schon einen großen Unterschied: fürs Klima und die Gesundheit. Um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen, müssen so viele Ressourcen wie Wasser, Futtermittel und Land verwendet werden, sagt sie. Für pflanzliche Lebensmittel - insbesondere aus saisonaler und regionaler Produktion - ist der Klimaschnitt um ein Vielfaches besser. „Es sind riesige Dimensionen“, sagt die Expertin. Vegatarisch zu essen, sei schon bei vielen Gang und Gäbe, aber auch vegane Ernährungsweisen sind immer leichter zu befolgen, meint sie.
So spart man Energie
In der Küche kann man leicht Energie sparen, was das Klima schont, sagen beiden. Die richtige Wassermenge im Topf lässt das Essen schneller gar werden. Wer keinen Induktionsherd hat, könnte Wasser auch im Wasserkocher energiesparender aufkochen lassen und dann in den Topf füllen. Liegt der Deckel beim Kochen auf dem Topf, spart das Energie. Der Topf sollte von der Größe passend für die Herdplatte sein. Und: „Wenn man beispielsweise Reis oder Nudeln kocht, muss das nicht bei voller Temperatur sein“, rät Anna Tapken. Karin Hruska-Quest erwähnt auch zu einem Schnellkochtopf. In dem druckfest verschlossenen Kochtopf werden schneller hohe Temperaturen erreicht.
Der Backofen ist ein großer Energiefresser, sagt Anna Tapken. Daher sollte man abwägen, ob man ihn für eine Mahlzeit braucht, und ob ein Vorheizen wirklich nötig ist. Laut der Ratgeberseite Utopia ist das Vorheizen bei den wenigsten Lebensmitteln notwendig: Nur Biskuit- oder Brandteig sowie Soufflés brauchen es extra heiß.
Beide Expertinnen sind sich aber einig: Jede kleine Bemühung ist wertvoll, Druck sollte man sich aber nicht machen. „Man kann für sich einfach irgendwo anfangen“, meint Karin Hruska-Quest. Das könnte sein, dass man einmal statt dem Auto das Rad nimmt oder eben einen Tag auf Fleisch verzichtet. Man fängt damit an, ein Bewusstsein für das Thema Umwelt zu entwickeln. „Keiner kann alles richtig machen“, sagt auch Anna Tapken.
→ Die nächste Klimaküchen-Show ist noch in der Planung.
Rezept (von Anna Tapken): Pasta mit roten Linsen
Zutaten
150 g rote Linsen 1 Knoblauchzehe 2 mittelgroße Möhren 1 Wurzelpetersilie (alternativ: kleines Stück Sellerie) ½ Stange Lauch ca. 40 g Pflanzenmargarine etwas Mehl zum Binden der Flüssigkeit 200 ml Gemüsebrühe 100 ml vegane Kochcreme Salz/Pfeffer Kräuter nach Belieben ca. 400 g Spaghetti (oder andere Nudeln aus Hartweizengrieß) 2 TL Salz
Zubereitung
Zum Vorbereiten Linsen kurz unter fließendem kalten Wasser abspülen, anschließend mit Wasser bedeckt zum Kochen bringen. Je nach gewünschter Bissfestigkeit beträgt die Kochzeit ca. 8 Minuten (Packungsanleitung beachten). Linsen in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Erstmal zur Seite stellen. Knoblauch abziehen und sehr klein schneiden. Die Stücke in eine kleine Schüssel geben und bei Seite stellen. Möhren und Wurzelpetersilie schälen und in Würfel schneiden. Diese ebenfalls erstmal in einer Schüssel bei Seite stellen. Lauch putzen, waschen, abtropfen lassen und in Ringe schneiden. Pflanzenmargarine in einer Pfanne zerlassen. Erst Möhren und Wurzelpetersilie zum Andünsten zugeben, anschließend Lauch und Knoblauch hinzufügen. Die Dauer des Andünstens richtet sich nach der gewünschten Bissfestigkeit des Gemüses. Mehl über das Gemüse stäuben und kurz mit andünsten. Linsen unterrühren. Zuerst Brühe, dann die Kochcreme zugießen und unterrühren. Zutaten aufkochen lassen, mit Salz und Pfeffer würzen. Nach Belieben Kräuter zugeben. Wasser in einem Topf mit geschlossenem Deckel zum Kochen bringen. Dann Spaghetti mit Salz zugeben und nach Packungsanleitung kochen lassen, dabei zwischendurch umrühren. Anschließend die Nudeln in ein Sieb geben, mit heißem Wasser abspülen und abtropfen lassen. Spaghetti mit der Linsensauce servieren. Tipp: Als Getränk eignet sich hervorragend ein Glas Orangensaft. Das Vitamin C im Saft verbessert die Aufnahme des Eisens aus den Linsen im Körper.
Gesünder ernähren und sportlicher werden: Experten geben Tipps
So kocht es sich auch bei steigenden Preisen gesund
So schmeckt ein veganes Weihnachtsessen