Berlin

Bachelor 2022: Ist Dominik wirklich so alt, wie RTL sagt?

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 24.01.2022 18:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Foto: RTL
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Bachelor 2022: Dominik Stuckmann ist der zwölfte Mr. Right der RTL-Show. Und der erste, bei dem man zweifelt, ob er wirklich schon volljährig ist. Ein Porträt.

RTL hat beim „Bachelor“ alle möglichen Männerbilder bedient: Paul Janke war noch ein Urviech ungebrochener Männlichkeit. Jan Kralitschka, Anwalt und Karstadt-Model, gab der Rolle dann den Zug des verfeinerten Beaus. Leonard Freier war ein augenzwinkernder Filou und Niko Griesert ein toxischer Zauderer, der jede einzelne Kandidatin frontal vor den Kopf stieß.

Einen Mindeststandard aber erfüllte jeder der bislang elf Bachelor-Helden: Alle waren erkennbar geschlechtsreif. Insofern wagt RTL diesmal etwas völlig Anderes: Dominiks Stuckmanns Rollenfach ist das des weltgewandten Kindmanns. Der 29-Jährige ist Selfmade-Miilionär, er lebt auf Gran Canaria und spricht im RTL-Podcast vor allem – von Oma und Opa.

Für seinen allerersten Auftritt hat die Produktion sich einen Witz ausgedacht: Der Bachelor verkleidet sich als Chauffeur und kutschiert zwei Ladys persönlich zur Villa – inkognito. Was immer Josephine und Christina sich in den letzten Augenblicken vor der Show also noch zuflüstern: Dominik – kicher, kicher – hört alles mit. Das erste Date als Schülerstreich, wie romantisch!

Erst am roten Teppich legt der Bachelor seine Verkleidung ab. Mit dem Spielen hört er aber auch danach nicht auf. Die breiten Cowboy-Beine, der finstere Blick, der maskuline Griff mit beiden Händen ans Revers: Dominiks Gesten sehen aus, als würde er sie am Badezimmerspiegel üben. Seine Flirts klingen auch so: Jedem Satz gibt er eine entschuldigende Witzigkeit mit; als wäre das hier alles noch nicht so ernst gemeint. In der ersten Nacht begleitet Dominik seine Kandidatinnen immer wieder persönlich in die Villa. Das aber nicht als souveräner Kavalier, sondern nur um sich am Büffet nervös die Backentaschen zu stopfen. Sonst staunt man beim „Bachelor“ ja über den Alkoholkonsum. Dominik verblüfft mit dem Appetit des Achtklässlers im Wachstumsschub.

Der ambivalente Eindruck, den dieser Bachelor macht, ist schwer zu begreifen. Wenn er die Wahrheit über sich sagt, hat Dominik ohne Hilfe der Eltern schon seine erste Million Euro gemacht. Das ist doch eine ziemliche Leistung. (Auch wenn er das Geld, denkbar glanzlos, jetzt in ein Parkhaus steckt.) An seiner Statur liegt es auch nicht. Dominik ist breit gebaut und groß: 1,90 Meter. Sein Jackett sitzt trotzdem so weit, als hätte Muttern es auf Zuwachs gekauft. Oben aus dem Kragen guckt ein pfiffiges Kindergesicht raus. Mitten drin: der Vollbart eines Menschen, der in der Disko endlich nicht mehr nach seinem Ausweis gefragt werden will.

Bilanz nach der ersten Folge: Dominik gibt sich erkennbar Mühe. Noch sieht es aber nicht so aus, als würde er sich die Bachelor-Rolle schon zutrauen. Selbst im RTL-Podcast wird er gefragt, ob er vor all den Frauen Angst hat. Warten wir ab, wie es sich entwickelt. Die Pubertät setzt ja oft über Nacht ein. Bis es so weit ist, freuen wir uns über eine originelle Dramaturgie: Der Hahn im Korb und das Küken gehören zu jeder „Bachelor“-Staffel. Zum ersten Mal ist es jetzt eine und dieselbe Person.

Sendehinweis: RTL zeigt die erste „Bachelor“-Folge mit Dominik Stuckmann am Mittwoch, 26. Januar 2022, um 20.15 Uhr. Im Streaming-Portal RTL+ ist sie schon jetzt zu sehen.

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