Digital total

Videospiele – die Lizenz zum Gelddrucken

Fabian Scherschel
|
Eine Kolumne von Fabian Scherschel
| 25.01.2022 09:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fabian Scherschel
Fabian Scherschel
Artikel teilen:

Auf unserem Online-Auftritt veröffentlichen wir an sechs Tagen pro Woche eine Kolumne. Dienstags geht es immer um Digitales.

In der vergangenen Woche hat Microsoft bekannt gegeben, den Videospiele-Hersteller Activision Blizzard kaufen zu wollen. Damit würde sich Microsoft auf einen Schlag die Spiele Call of Duty, World of Warcraft und Candy Crush einverleiben und zum größten Spiele-Produzenten nach der chinesischen Firma Tencent und dem japanischen Konzern Sony werden. Dieser Mega-Deal fand allerdings in der Öffentlichkeit kaum Beachtung. Das liegt daran, dass Videospiele nach wie vor von den meisten Menschen belächelt werden. Dabei sind sie längst zu einer milliardenschwere Unterhaltungsindustrie geworden.

Die Spiele-Firmen machen schon seit Jahren signifikant mehr Geld mit ihren Produkten als die Filmstudios in Hollywood. Ein Beispiel: Das bisher erfolgreichste Videospiel Grand Theft Auto V hat ungefähr so viel Geld eingespielt wie die drei erfolgreichsten Filme (Avatar, Avengers: Endgame und Titanic) zusammen. Videospiele sind eine Lizenz zum Gelddrucken; das hat auch Microsoft erkannt.

Warum Videospiele so erfolgreich sind? Zum einen liefern sie weit mehr Unterhaltung als Bücher, Filme und Fernsehserien. Mit einem aktuellen Blockbuster-Spiel kann man locker 60 bis 100 Stunden verbringen. Multiplayer-Spiele wie Call of Duty Warzone oder World of Warcraft bieten sogar hunderte, wenn nicht sogar tausende Stunden Spielspaß. Und nicht zuletzt gibt es mittlerweile sehr erfolgreiche Entertainer, die viel Geld damit verdienen, dass ihnen andere live beim Spielen zusehen.

Außerdem sind Videospiele dieser Tage viel kreativer als alles, was aus Hollywood kommt. Wo Hollywood-Studios fast ausnahmslos nur noch Geschichten verfilmen, die auf Büchern, Comics oder wiederum Videospielen beruhen, findet die eigentliche Innovation im erzählerischen Bereich in der Spielebranche statt.

Kein Wunder also, dass viele Beobachter, unter anderem auch die Investoren von Microsoft, in der Spielebranche die Zukunft der Unterhaltung sehen.

Kontakt: kolumne@zgo.de

Ähnliche Artikel