Strompreise

EWE erhöht die Preise für Strom und Gas

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 24.01.2022 13:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Strompreise sind enorm unter Druck geraten. Foto: Dittrich/dpa
Die Strompreise sind enorm unter Druck geraten. Foto: Dittrich/dpa
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Die weltweiten Turbulenzen am Energiemarkt haben auch den Nordwesten erreicht. Die Oldenburger EWE AG will nun ihre Strom- und Gas-Preise drastisch erhöhen. Betroffen sind eine halbe Million Kunden.

Ostfriesland/Oldenburg - Der Oldenburger EWE AG will ihre Preise für Strom und Gas im zweiten Quartal dieses Jahres drastisch erhöhen. Grund sind die höheren Beschaffungspreise am Markt und mehrere Insolvenzen von Energieversorgern, deren Kunden die EWE in den vergangenen Wochen hat aufnehmen müssen. Die Kunden können dem ganz großen Preissprung zwar noch entkommen, teurer wird es aber auf jeden Fall.

Oliver Bolay Foto: EWE AG
Oliver Bolay Foto: EWE AG

„Wir müssen unsere Kunden mindestens sechs Wochen vor Vertragsveränderungen informieren“, sagte EWE-Vertriebsgeschäftsführer Oliver Bolay im Gespräch mit unserer Zeitung. „Zum 1. März wird es also noch keine Preiserhöhung geben.“ Klar sei in der gegenwärtigen angespannten Lage aber auch, dass es die Erhöhung nicht erst in der zweiten Jahreshälfte geben werde. Im Klartext bedeutet das höhere Strom- und Gaspreise ab April, Mai oder Juni.

Grundversorgung stark betroffen

Wie stark die Preise steigen könnten, wollte Bolay allerdings noch nicht verraten. „Wir berechnen gerade unsere eigenen gestiegenen Kosten, die wir an einen Teil der Kunden weitergeben müssen“, so der Vertriebschef von EWE. „Es geht nicht um kleine Erhöhungen von ein oder zwei Prozent, aber auch nicht um das Zwei- oder Dreifache.“ Klar ist lediglich, wen es treffen wird. „Kunden der Grund- und der Ersatzversorgung werden mit höheren Preisen rechnen müssen“, sagte Bolay unserer Zeitung.

Die EWE hat nach Auskunft von Bolay derzeit 1,5 Millionen Strom- und Gaskunden. Ein Drittel davon mit Grund- und Ersatztarifen. Die Grundtarife sind in der Regel am günstigsten. Unter den Oberbegriff der Ersatztarife fallen Kunden, die von anderen, zum Beispiel insolvent gegangenen Anbietern zur EWE wechseln mussten. Laut Bolay musste die EWE seit November 70.000 solcher Neukunden aufnehmen. Die anderen eine Million EWE-Kunden haben Tarife mit längeren Laufzeiten und entsprechender Preisgarantie. Sie fallen nicht in die kurzfristige Erhöhung.

Preisgarantie gilt weiter

Was können Kunden mit Grundversorgung jetzt tun? „Im Moment besteht noch kein Handlungsdruck“, sagte Bolay unserer Zeitung. „Wir werden alle Kunden rechtzeitig schriftlich informieren.“ Danach sei es immer noch möglich, von dem Grundversorger-Vertrag in einen Sondervertrag zu wechseln. Bolay: „Insgesamt gilt: Die Energiepreise in Deutschland steigen, auch bei uns. Viele Kunden haben bei uns aber Verträge mit Preisgarantie und die hat auch uneingeschränkt Gültigkeit bis zum jeweiligen Vertragsende. Wann und in welcher Höhe wir die Grundversorgung erhöhen müssen, werden wir kommunizieren, sobald dies feststeht.“

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