Pandemie

Ostfriesland: Wie viele Arztpraxen kostet die Impfpflicht?

Andreas Ellinger
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Von Andreas Ellinger
| 23.01.2022 12:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein nordrhein-westfälischer Zahnarzt arbeitet mit Schutzhauben, um seine Patienten, seine Mitarbeiterinnen und sich vor dem Corona-Virus schützen. Gesundheitsämter sollen demnächst – unter anderem – Zahnärzten auf den Zahn fühlen, die nicht gegen Corona geimpft sind. Foto: Vennenbernd/dpa
Ein nordrhein-westfälischer Zahnarzt arbeitet mit Schutzhauben, um seine Patienten, seine Mitarbeiterinnen und sich vor dem Corona-Virus schützen. Gesundheitsämter sollen demnächst – unter anderem – Zahnärzten auf den Zahn fühlen, die nicht gegen Corona geimpft sind. Foto: Vennenbernd/dpa
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Auch in Ostfriesland gibt es Beschäftigte in Medizin und Pflege, die nicht gegen Corona geimpft sind – darunter der Bezirks-Vize der Zahnärztekammer. Wie vielen Praxen droht im März die Schließung?

Ostfriesland/Berlin/Hannover - Müssen demnächst in Ostfriesland – beispielsweise – Zahnarztpraxen schließen, weil dort zu wenig Personal gegen Corona geimpft ist? „Beschäftigte in Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegebereichs müssen ab dem 15. März nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind oder aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können“, so das niedersächsische Gesundheitsministerium.

Der Papenburger Zahnarzt Dr. Michael Debbrecht, Vorsitzender der Zahnärztekammer Niedersachsen im Bezirk Ostfriesland, hat am Freitag seinen Informationsstand geschildert: Beschäftigte, die am 15. März noch nicht geimpft seien, müssten gemeldet werden. Dann würden die Gesundheitsämter Informationsgespräche mit ihnen führen – und dann im Einzelfall entscheiden, wer ein Praxis-Betretungsverbot und damit ein Berufsverbot bekomme und wer nicht.

Ein ungeimpfter Zahnarzt hofft auf die Gesundheitsämter

Unsere Zeitung hat am Freitagnachmittag eine Anfrage an die ostfriesischen Gesundheitsämter gerichtet, ob sie diese Arbeit überhaupt noch zusätzlich leisten können. Wir werden in Kürze berichten.

„Ich hoffe auf die Gesundheitsämter“, sagt der Wittmunder Zahnarzt Dr. Stephan Gebelein – Debbrechts Stellvertreter im Zahnärztekammer-Bezirk. Er sei nicht gegen Corona geimpft – aber die Gesundheitsämter könnten Sondergenehmigungen erteilen. Ob er sich impfen lässt, falls er sonst seine Praxis schließen muss? „Ich weiß es nicht, ob ich die Existenz dafür aufs Spiel setze“, sagt Gebelein. Er hat einen Offenen Brief gegen die Impfpflicht initiiert, den bundesweit 575 Mediziner unterzeichnet haben. Sie fürchten unter anderem, dass „dringend benötigtes Personal“ kündigt.

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