Umwelt

So werden Wiesenvögel an Leda und Jümme geschützt

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 21.01.2022 18:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Zahl der Uferschnepfen in Niedersachsen ist stark zurückgegangen. Foto: pixabay.com
Die Zahl der Uferschnepfen in Niedersachsen ist stark zurückgegangen. Foto: pixabay.com
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Das Programm zum Gelege- und Kükenschutz im Landkreis Leer wird auf die Leda-Jümme-Niederung ausgedehnt. Wenn Landwirte beim Mähen auf die Brutvögel Rücksicht nehmen, erhalten sie dafür eine Prämie.

Leer - Die Zahl der Wiesenvögel in Deutschland ist in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgegangen. Bedroht sind früher häufige Arten wie Kiebitz und Austernfischer, aber auch Uferschnepfen und Rotschenke. Seit 2011 wird in den EU-Vogelschutzgebieten im Rheiderland und Fehntjer Tief ein Gelege- und Kükenschutzprogramm durchgeführt. Dafür wurden nun weitere Mittel freigegeben, und es kommen weitere Schutzgebiete dazu.

Wie der Landkreis Leer mitteilt, hat der Kreisausschuss, das ranghöchste Gremium unterhalb des Kreistages, rund 390.000 Euro freigegeben. Das Geld für das Projekt werde von der EU sowie von Bund und Land zur Verfügung gestellt, teilte Landkreissprecher Philipp Koenen mit. Erstmals soll es Mittel vom Land für den Gelege- und Kükenschutz auf Flächen in der Leda-Jümme-Niederung geben.

Landwirte beteiligen sich freiwillig

An dem Programm werden die Landwirte in den Schutzgebieten beteiligt. Sie erklären sich unter anderem damit einverstanden, dass auf ihren Ländereien nach Nestern und Gelegen der Wiesenbrutvögel gesucht wird. Die Gelege werden mit Bambusstangen markiert, damit die Landwirte bei der Bearbeitung mit Maschinen darum herumfahren. Für jedes geschützte Nest wird eine Prämie an den Landwirt gezahlt.

Ähnlich wird der Kükenschutz praktiziert: Dazu werden mit dem betroffenen Landwirt Vereinbarungen getroffen, zum Beispiel über einen späteren Mahdbeginn. Ziel ist, dass die Brutvögel durch höheren Bewuchs ausreichend Deckung vor Greifvögeln und anderen natürlichen Feinden finden. Um den dadurch entstehenden Nachteil, etwa einen niedrigeren Energie- und Eiweißgehalt in der Silage, auszugleichen, wird eine flächenbezogene Prämie an den Landwirt gezahlt.

Kritik gibt es vom Nabu

Für die Durchführung vor Ort ist die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises zuständig. Im Zuge des Projektes werde die Entwicklung der Bestände und der Bruterfolge erhoben; Landwirte, die dort Ländereien haben, werden beraten, wenn es um die Förderung von Maßnahmen zum Gelege- und Kükenschutz geht oder um die Teilnahme an Umweltmaßnahmen, so Koenen in der Mitteilung zu dem Beschluss des Kreisausschusses.

In EU-Vogelschutzgebieten mit bedeutenden Wiesenvogelvorkommen besteht die Verpflichtung, dass sich der Erhaltungszustand dieser Arten nicht verschlechtert. Der Nabu Niedersachsen kritisiert, dass die vom Land Niedersachsen dazu ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen und die Zahl der Wiesenvögel weiterhin rückläufig ist. Der Gelege- und Kükenschutz habe bisher zu keiner Verbesserung geführt, so der Nabu.

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