Feuerwehr
Brauchen die Hinteraner Wehren ein Boot?
Die Fraktion FDP/FLH schlägt vor, zwei Boote für die Wehren in der Gemeinde Hinte anzuschaffen. Geräte für Wassereinsätze werden tatsächlich benötigt, ein Boot muss es laut Feuerwehr aber nicht sein.
Hinte - Die Feuerwehren Loppersum und Hinte sollen jeweils ein Boot für Wassereinsätze bekommen. Das möchte die Fraktion FDP/FLH mit einem Antrag bewirken. Doch brauchen die Feuerwehren wirklich so ein Einsatzgerät, was wiederum relativ viel Platz benötigt?
Was und warum
Darum geht es: Die Feuerwehren in Hinte brauchen Geräte für die Wasserrettung.
Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für Feuerwehr und kommunale AUsgaben interessieren.
Deshalb berichten wir: Die Fraktion FDP/FLH hat einen Antrag auf die Anschaffung zweier Boote für die Feuerwehr gestellt. Wir wollten wissen, wie sinnvoll das ist. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Ja und nein, wie eine Anfrage bei Gemeindebrandmeister Jan-Gerhard Diekena zeigt. „Zur Zeit haben wir das Problem, dass wir gar keine Wasserretungsgeräte haben“, sagt er. Den Begriff Boot nimmt Diekena dabei bewusst nicht in den Mund, denn es gibt Alternativen.
Flexibel einsetzbar
Unter einem Wasserrettungsgerät versteht die Feuerwehr in diesem Fall nämlich eine aufblasbare Vorrichtung, die „bootähnlich“ sei und unter anderem zur Menschenrettung eingesetzt werden kann. „Ein Boot ist natürlich ein Boot“, sagt Diekena. Diese hätten aber einen entscheidenden Nachteil: Man müsse sie auch ins Wasser bekommen. „Für den Einsatz von Booten muss man entweder eine Slipanlage nutzen oder ein geeignetes Uferstück“, sagt Diekena.
Die Wasserrettungsgeräte, auch „Rescue Sled“ (deutsch: Rettungsschlitten) genannt, die der Feuerwehr vorschweben, seien flexibler einsetzbar und auch an unwegigen Stellen nutzbar. Um auch Einsätze beispielsweise auf dem Knockster Tief künftig noch besser erledigen zu können, müsse aber definitiv etwas angeschafft werden, so der Gemeindebrandmeister. Deswegen sei im Feuerwehrbedarfsplan auch entsprechendes Gerät in den vordringlichen Bedarf gestellt worden. Vier dieser Rettungsschlitten sollen laut Feuerwehrbedarfsplan in den kommenden Jahren angeschafft werden. Die Investition beträgt ungefähr 10.000 Euro, hinzu kommen Schwimmwesten.
Investitionen vorgesehen
Der Feuerwehrbedarfsplan, der im vergangenen Jahr beschlossen wurde, umfasst mehrere Investitionen für die Wehren in der Gemeinde. Rund 330.000 Euro an Investitionen sind in den kommenden fünf Jahren vorgesehen. Die größten Posten umfasst die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Feuerwehr Suurhusen.
Eine breit aufgestellte Feuerwehr ist in der Gemeinde Hinte, wie auch andernorts, aufgrund der Gegebenheiten vor Ort notwendig. Neben den Brandeinsätzen nimmt die Hilfeleistung in verschiedenen Bereichen einen Großteil der Einsätze ein. „Glücklicherweise sind wir personell gut aufgestellt“, sagt Diekena. Auch die Corona-Pandemie habe kaum zu einem Rückgang der Mitgliederzahlen geführt. „Nur bei der Kinderfeuerwehr macht sich das bemerkbar“, sagt der Gemeindebrandmeister. „In der Einsatzabteilung konnten wir sogar einen Zuwachs verzeichnen.“